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Ben Chananja · 1863-05-06 · 19 (6.5.1863) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
19 (6.5.1863)
Date
1863-05-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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347 348 ,ich« eitel, um uich« wahrzunehmen, daß jede Lotrede doch auch mit el»a» Solz versetzt wird; wer aber meiue» guten Willen in Betreff der ני׳ח Gerechtigkeit widerfahren läßt, trägt zur Erfüllung meiner Be» pretunge» bei. uud verdient meinen wärmsten Dank. Ich fühle mich durch Ihre Freundlichkeit Ihnen enger verbunden, alt die vollständigste lletereinstinimniig über den Sinn eines תיא e« hätte zu Stande bringen können. Jene beweist mir, daß auch Sie neben Ihren wisseiischasilichrn Beschäftigungen, die höhere Vestiinninng Ihre» Berufenicht audem Auge verlieren. Möge diese» Baud sich stetfester knüpfen als אהבה שאינה תלויה בדם״ und feien Sie versichert, daß ich hier nicht eine leere Phrase nieterschreibe. Manches hätte ich au» der Zeitgeschichte zu vermerken, aber leider ist mir die Muße, obgleich ich alle» LebeuSgenüsien eiiliage. und mit der Zeit geize, so karg zng.'Niessen. daß ich nur höchst selten dem Der» gnüaen des BriesverkeheeS mich hiugebeii kann, uud der בעל הבית רוחק — steh» mir zur Seite. Genehmigen Sie daher für heute »ur noch meinen herzlichsten Gruß, doch bitte ich Sie, meine Gesinnung, so oft die Gelegenheit sich darbietet, aus die Probe zu stelle». Frankfurt a. M., >5. März 1860. Ihr ergebenrr I. M Jost. Lo rrespon-eii). Inland. II. Wien, 3. Mai. Au, Schlüsse seiner geistvollen Predigt über den äert andem Wochenabschnitte: ״Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen: offen sollst du deinen Nebe»mr11>ch,n zurechtweise»" widmete De. Iellinek dem De. Riesser einen Nachrus. (Sr schilderte ik>» vorzüglich als Polemiker, טיכיח des deutschen Volkes, der die Deutschen zurechlwieS wegen ihrer Ungerechtigkeit, die sie a» de» Jude» begehen. Seine Znrechlweisnng oder Polemik war aber ohne Haß und Groll, frei, offen, männlich, freundlich, ein Muster von Polemil »nd bürdete nicht dem ganzen deutsche» Volke ans. waS einzelne Slimmsübrer deS׳'elbc» verschuldeten. Im Lause seines Nachrufes zitirte er folgendes Wort NiefferS: Strecksuß batte nämlich verächtlich von den ״Tagesschriststelleru" gesprochen. Riesser nahm das Wort aus, »nd entgeguete: ״Ja die Schriststeller des Tage», das sind wir. der Tag ist das Licht, und nael) dem Lickte ringe», für das Licht streiten wir׳ der Zag ist die Zeit und die Gegenwart, und in ihr leben, für sie fühlen wir. Wir tragen die Farben des Jahrhunderts. eS sind die Farbe» der Freiheit. Wir käuipsen die Kämpfe des IahrhiiudertS. es sind die Kämpse der Freiheit. Wir sind Unterbauen dem Geiste und dem Gedanke» des Jahrhundert--, es ist der Geist und der Gedanke der Freiheit, eS sind die Svuipathien, Hoffnuiigen und die Schirierzen der Freiheit." Auch Mannheimer hat in der gestrige» Predigt deni edlen Riesser einen begeisterteu Nachruf gehalten. Und nun noch eine Anekdote, deren Wahrheit ich verbürgen kann. R Salomon Spitzer, der einstmalige HauS-Nabbi des ״Herzogvon Iorusaleu," hat als Inspektor einer Koscher-Fleischbauk den Fleischhaeker aus eine empsintlichr Weise chikanirt. Wie rächt sich nun dieser? Er schickt Lein rigorosen N. Salomo» Monate hindurch Tresafleisch zu dessen eigenem Gebrauche. R. Salomon soll die Absicht gehabt haben, io Folge dessen für sein ganze- Lebe» der Fleischkost zu entsagen. Er kam aber von diesem Vorsatze zurück, um nicht nach Peßach. 49. d. für einen Am ha.Arez zu gelten. Wiener Briese. I. Die Wchlthäiigkeit der hiesigen gebildeten Juden, welche schon in der Gründung ״nd Erhaltung des Haudwerkervereiue» eiue kultrvirente, auf die sittliche und soziale Veredlung der österreich. Juden wvhlthLtig einwirkende Richtung genommen Hai, schickt sich an. einen neuen, bisher nicht gekannten, vielversprechenden Aufschwung z« nehme». 2« handelt sich um nicht« Geringere«, al« um die Gründung eine« Derein«, nach dem Dorbilde der »lliaucc israclito universelle. Der Deretii soll zunächst die Tendenz haben, kleinen jüdischen Gemeinden in der österreichiscken Monarchie in Bezug ans die Erhaltung ihrer Cyna« gegen und Schule» unter die Arme z» greisen, um sie vor Berkümmerung zu bewahren. Die Anregung zur Gründung einesolchen Vereine« ging von uiiserm Vertreter Jos. Wertheimer au». Sein hierauf bezüglicher Ansriif hat allgemeinen Anklang gefunden. Männer, wir Kuranda, Kompert, Mosenthak, Winterfiein und Andere haben sich mit Werlheimer i»S Einvernehmen gesetzt, um Statuten für den zu gründende» Verein zn entwersen, und seiner Zeit die größeren jüdischen Gemeinden der österreichischen Monarchie zum Beitritt einzu» laden. Die edlen Männer, welche diese hohe und heilige Angelegenheit in ׳die Hand genoiuiiie» haben, sind einsichtsvoll genug, ui» sich über die Hilfsquellen de« Vereins keine Illusionen zu machen. Selbst die größer« Gemeinde״ haben mit der Deckung ihres eigenen Budget« vollauf zu thu», und in, Ansaiige dürsten dle Zuflüsse an« der Provinz sehr spärlich sei». Die Lheilnahme für de» Verein wird aber natürlich rasch zunehme», sobald de,selbe in Wirksamkeit getreten fein wird. Mögen also die edlen Gründer sich nicht irre machen lassen. Ihr Können wird nicht hinter idrem Wollen ziirückbleibe» . sobald letztere« ei» volle«, ganzes, festes »nd unbedingtes Wollen sein wird. Eine heilsamere und großartigere Idee, als die Gründung de« ״BnudeS" ist in nnserer Ge- «!einte noch niemals ausgesprochen worden, und wir versehen nnS zn unseren ehrwürdige» Predigern, daß sie die Gewalt ihrer Rede dem heilige» Werke werde» zu Gute kommen lassen. © 'Wien, 3. Mai. Der ״Theresien Kreuzer-Derein" hat soeben seine» Jahres ausweis veröffentlicht. Der Derein hat 35,7 Kinder unterstützt Ausgabe» für Schul- und Lehrgeld 5l0«, st. 58 kr., für Bücher 452 fi 77 fr; für andere Requisiten 279 fl. 64 fr. diu besonderer Ausweis über die Dekleidung armer Kinder am Ehanulka zeigt, daß der Verein z» diesem Zwecke mehr denn 2000 fl. verausgabt hat. Diese Ziffern sage» mehr, als die Zunge des wärmsten LobrednerS zn sage» vermag. Der Verein wird mit Einsickl, Liebe und Selbstverlengnung geleitet von den Frauen: Marie Scknapper, Regine Br and ei S, Henriette Wrrthei meז, Emilie Pfeiffer, Antonie Bo scha n. Regine Wertheimer. Die Geschichte jüdischer Wohlthätigkeit wird diese Namen mit goldenen Buchstabe» aus ihre Blatter verzeichne». Der Vereinsvorstand dankt dem Dr. Iellinek für die bei der Ehanulkaseier gehaltene» Reden, und den Religionslehrern Wolf »nd Ham» nierschlag, welche viele Kinder »»entgeltlich mit Büchern versahen. Der Verein ist in, ersreulichsten Gedeihen begriffe», denn die hiesigen jüdischen Fraueu sind jedenfalls würdige dnkelinnc» jener Frauen, ״an die sich MoseS, als eS sich um die Verkündigung de- Gesetze« der Liebe handelte, zuvörderst gewendet hat. weil er dem weiblichen Herzen einen reger» Eifer in der Erfüllung diese« Gesetzes zutrante, nnd weil er in de» Frauen die Schutzengel erblickte, die auch für die geistige Nahrung der Kleinen, für ihren lluierricht in der Thora. Sorge tragen werden (Schlincth rabba 28)." Also: ein Hoch oder ein bZgon dem Theresien- Kreuzer-Vereme von alle» Leser» de» ״Ben Ehananja" (und auch vom Redakteur)! Von der Donau, 4. Mai. Eine Weissagung: in einer großen Gemeinde an der Donau wird nächstens der Rabbi abdaukeo, der Gemeindevorstand ln Verzweiflung gerathen und den Rabbiner brwegen, z» bleiben. Die Rollen zu dieser Komödie werden bereit- «in- Gran, 29. April. Ihr hiesiger Eorrespondent gibt sich der Hoffnung hi», daß dir vor Kurzem gewählte EullnSgemeinde-ReprLsentanz Synagoge und Schule dem Bedürfnisse der Zeit gemäß ordnen uud

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