Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 18 (29.4.1863)
- Date
- 1863-04-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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631 332 gesinnten Rabbineu in Süd. und Westdeutschland hat Geiger- Berufung sehr ermulhigend gewirkt. Stein'« Institut befindet sich in einem sehr blühenden Zustande. und Stein selbst scheint weit davon entfernt zu sein, seinen Rücktritt zn bereuen. Zu Geiger wird er voraussichtlich im freundschafllichsteu Verhältnisse stehen. A Bukarest, 20. April. Zsracl hak eine seiner schönsten Zierden verloren: Dr. IuliuS Darrasck, von dessen glänzenden Verdiensten Ihr Blatt erst vor Kurzem sprach, ist nicht mehr unter den Lebenden! Der Verlust, den die romanische Judenschaft durch den Tod dieses einzige» Manne« erlitt, ist im buchstäblichsten Sinne unersetzlich. Der Selige hat kein Dernikgen hintcrlassen. e« ist aber bereit« davon die Rete, zu Gunsten der Hinterbliebenen BarraschS. der zuerst i» roinanischcr Sprache über naiurwiffcoschaftlichc Gegenstände sprach nnd schrieb, eine Nalicnal-Snl'skriplicn z» erössuen. Ruhe seiner Asche, Sc,! ge» seinem Getächiuisse! (De. Inliu« Barrasch hat sich durch sein! silososischc« Werk auch in der ncuhebräischcn Literatur ein bleibendes Denkmal gesetzt. Nächste Woche werden wir i» der Lage sein, rinen! ausführlichen Nekrolog zu bringen. Ben Ehananja trauert um den Doll.! sNteten al« 1!m einen seiner wenige» Freunde im Oriente. N ed.) J. London, Mitte April. Ein hiesiger jüdischer Gelehrter ist damit beschästigct, die Ansichten des Bischof« Eolenso über den Penlatcuch zu widerlegen. In der Einleitung zeigt er, daß die Kritik Eo-! Icnso'S nicht ne» ist: ja. daß die einzelnen Punkte von deutschen Kri- . ״kern viel schärfer »ud anssübrlichcr besprochen wurde». So viel mir! bekannt, ist von den jüdischen Theologen in Deutschland noch nicht ver- ' sucht worden, ans die Kritik, wie sic von Eolenso gehandhabt wird, ein-!;»gehen, llud doch sollte sich die jüdische Theologie in Deutschland bei! so hochwichtigen Fragen nicht schweigsam verhalten! Inland. 0 Wien, 24. April. Der hiesige jütische ״Berciu zur Besördcrnng der Handwerke unter de» inländische» Israeliten" hat seinen 20. ׳ Jahresbericht veröffentlicht. Die Engherzigkeit mancher Gemeinden, die sich nicht herbeilaffeu, die Lehrlinge auihrer Mitte zu »nterslützen. Halts in diesem Jahre die Folge, daß der Rcscrvefond in Anspruch genammrn werde» mnßic. Mögen die Gemeinden in der Folge rinen bessern Geist beurlunde»! Daß bei dem hiesigen Ehcvra-Mahle gegen den Ben! Ehananja polemisirt wurde, lönnen Sie au« den bezüglichen jLerichlen ersehe». Glücklicherweise hat Joses Wertheiruer« Nete allegerechtsertigt, wa« »1 Ihrem Blatte über die hiesigen Zustände zu lese» war. Josef Wertheimer ist aber auch einer der wirklichen Vertreter der! deutschen Intelligenz iu der hiesigen Gcmeiude. einer Minorität, , welche, wie rr selber bekennt, den guten Willen, aber nicht die ersorder- 1 liehe Kraft hat, mit Bre-lau. Berlin und Hamburg zu weticiscr». Dieser . Fraktion gegenüber steht die Preßbuig-Nikol-burg-KoberSdcrser Partei mit ihren hochorlhodorcn Tendenzen. In der Mille besinden sich die Re- ' Präsentanten der Wicner Keniülhlichkeit. die dein Fortschritte und dem! Nüekschrilie. der Reform und der Reaktion zu gleicher Zeit zu Wille» bandeln möchte. Unser Mannheimer, dessen Verdienste Niemand leugnen will, hat sich i» die Wiener Gcmüthlichleit so hineingelebt, daß rr seinen Wicner» unter dein donuerndc» Bcisalle derselbeu die Versichcruiig geben konnte, die Kanzel in der Seiienstältengassr ersetze die Lehrstühle der Theologie! Männer, wie Joses Wertheimer, wissen aber sehr gut. daß r« überhaupt gar keine Kanzel gibt, welche geeiguel wäre, die Stelle eiue« Seminar« zu vertrete» BemerkenSwerth ist der rich. >ige Instinkt unserer Orlhodore». Sie fühlen, daß die eigentlich deut« sch e Richlnng prädistinirt ist, ihren Elantpunkt zu überwinden; sie schimvsen daher ans Ie llinek. den Wcrttührer der drulschcu Intelligenz.! Ueber Mannheimer« Tempel brechen sie auch dea Stab, aber Mannhei. «er selbst, der der Wiener Gemüthlichkeit mit so vielem Patho« da«! Wort rede», — dulden sie! Aste« die« ist hier allgemein bekannt und anerkannt. Die hiesige jüdische Presse muß aber vorsichtig sein, da sie e« weder mit de» Deutschen, noch mit den Preßbiirger-NikolSburger- KoderSdorfer, noch mit den Gemüthlichen ganz verderben darf! — Wien, Mitte April. Pin-ker« Einleitung in daba. bylonisch-hebräisch, PunktalionSsystem nrbst einer Grammatik der hebräischeu Zahlwörter von Abr. Aden Esra hat die Presse verlasse». ״Mir Unterstützung de« kais. r»ff. Ministerium« für Volksausklärung.“ Der Verfasser sagt mit Recht: ״Der N'itzen, welcher au« den babylonischen Handschriften und dem in denselben enthaltciien PttilktationSsystein für dir Tertr-keilik und Eregese de« alttcstamcntlichcn SchrisllhumS sowohl, al« für die Granimatik der hebräischen Sprache und deren Geschichte erwächst, ist unstreitig eine recht wesentliche zu nennen." Da« Werk ist bahnbrechend nnd abschließend zugleich. nnd hat sich der grundgelehrte, lincimüdend arbclicnte Verfasser bleibcnLe Verdienste nn, die hebräische Literatur erworben. Der gelehrte Theil Ihrer Leser sollte nicht säumen, sich da« Buch anznschaffev. K. Pest, 22. April. Im letzten Doppelhiftc der ״Zeitschrift der bensche» morgrnländischcn Gesellschaft" wird die von Prof. Fleischer mit Hilfe de« LegationSraiheS von Schlechtste» »nd de« Snbhi-Bcy in Eonstantuioprl. entzifferte türkische Badcinschrift in Ofen initgetheilt. Die Inschrift verdien! wegen ihrer Toleranz auch von den Lesern de« ״B. Eb." gekannt zu werden nnd da erwähnte Zcitschrijt in Ungar» wenig verbreitet ist. lbeilc ich hier die Uebcrsetzung mit. Dieselbe lautet: ״k. Der Inhaber de- EbrensitzeS de« Vezir.ts hat (der Stadt) Oseu Schmuck verliehen, während alle Rcligionr» nnd Eousessio ne» zu seiner Zeit Ruhe genießen. 2, Wa-Wunder, wen» er sei» Vermögen zu guten Werken verwendet, da er stet« nach Le» Anssprüchen de- Auserkorenen (MilhamedS) handelt? 3. Ec hat eil, Bad gebaut, deffenglcichc» der Himmel noch nicht gesehen; sagt man sinnbild:!ich, sein Nan:c sei Dewletabad (Glück-Heim), so ist da« am rechten Ort . 4. AIS Ehronogramni diesehe-rzersrenenden Banehat man aufgestellt: Mnstasa Pasa« Bau ist ein Bau. der ohne Gle,. chen." Die Buchsiabcn deletzten Halbverse« als Zahlzcichcil zusamnirngerechncl geben 082 z 082 d. H. aber (Ehr. 1574— 5) iss eins der zwölf Jahre (074 — 080), während welcher Mnsiasa, der Neffe des Groß- Vezier« Sokolli, Pascha von Ösen war, »nd diese« durch viele Baute» verschönerte. - Die Photographie der Badeinschrift erhielt Prof. Fleischer von Herr» De. Friedrich Müller, Anianuensider kaiserlichen Hofbibliothek iu Wien Die hiesigen Gcmcindcange'.egenheitcn find »och imnier in der Schwebe. Sicherem Bcrnchincn nach will die hohe Statthaltcrei mehrere Verlrautn-niLniicr berusen. ui» dieselbe» in Betreff der Beaufsichtigung der jüdische» Volksschulen zu Raihe zn ziehen. H. Pest, im April. Soeben erschie»e» die hebräischen Vorlagen de« HauplschullebrcrS Milhclm Singer in Waitzeu. Wir halten cs für überstüssig, diese Vorlagen näher zn empfehlen nnd konstutirea nur die Thalsache, daß dieselben iu den hiesigen Schulen allgemeine Aufnahme aesnndcn haben. Der Preis eines Heftchens von ach» Blättern ist 12 kr. und bei Abnahme von 50 Ercuiplaren nur 10 kr. ö. W. R. Pest, 2<’>. April. Der Vorstand unserer Gemeinde ist ernanili. Derselbe bestehet au« folgenden Mitgliedern: Gcrsou Spitzer, Präses; Sigmund Goldberger für die Finanz»; Moriz Munk für die Kill»״--. Dr. Hauser für die Schnl-. Dr. Grün Hut für die WohllhäiigkcitS- und Liguiund Schoßberger von Tornya für die ökonomische Sektion. Da« Pe.nzip der vorigen Adminlstratlo» in Hinsicht der Sektionen ist also faktisch bribeholten worden. doch wird jede Sektion außer dem Vorsteher nicht an« acht, wie früher, sondern au« vier Beisitzern bestehen.