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Ben Chananja · 1863-04-29 · 18 (29.4.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
18 (29.4.1863)
Date
1863-04-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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329 330 6, 13. 10, 20)! Diese Worte drücken rin religiöses Gebot ans, denn der Schwur bei seinem großen und heiligen Namen ist ein gottesdienstlicher Akt, und man verherrlicht und heiligt seinen Namen, indem man bei demselben schwört,0).״ NachmanideS gibt bloS die sittliche Zulässigkeit des EideS zu, indem er den Worten, ״und in seinem Namen sollst du schwören" bloS monotheistische Tendenz vindizirt, ohne eiu Gebot der Eidesleistung darin zu finden"). Unter den Inden ist weder die Maimonidische, noch die Nachmanitische, sondern die Philonische Anschauung einheimisch geworden, welche aber nicht dem Philo, sondern einigen Aussprüchen deS Thalmnd und deS Midrasch ihren Ursprung zu verdanken hat,2). Bekannt ist die Einrichtung der Geonim, nicht beim Namen GotteS zu schwören, waS ebenfalls mit Philo zusammentrifft. Bei Besprechung deS nennten Gebotes läßt Philo den Eid unerwähnt, da ihm nicht unbekannt war, daß Zeugen nach jüdischem Rechte nicht beeidet werden"), waS aber einem theologischen Schriftsteller der Gegenwart, Herrn Rab» biner Dr. Meisel, unbekannt blieb. Derselbe knüpft an die daü strenge Zeugenverhör betreffende Lehre Simon b. Schetach'ö Betrachtungen, welche im Widerspruche mit der jüdischen RechtöprariS die Beeidung der Zeugen voraussehen "). Herr Dr. M. ergeht sich bei dieser Gelegenheit auch in solgendcr Betrachtung: ״ES befiehlt daö Gesetz: durch den Ausspruch zrveier oder dreier Zeugen muß eine Sache bestätigt werden (5 M. 19, 15)! Unmöglich aber ist'6, daß sic Alle, welche den Vorgang zu erwei» sen haben, eine gleiche Anschauung von ihm gewonnen, daß sie ihn darstcllcn in volllommrnfter Uebereinstimmnng. Wo liegt nun die Bürgschaft, daß deö Richters Scharfblick auö so abweichenden Zeichnungen ein sicheres, untrügliches Bild der Thal gewonnen habe?" — Nach dem jüdischen Rechte ist aber in dieser Rücksicht dem Scharfblicke deo Nichters sehr wenig Spielraum gelaffen, da die Aussage der Zeugen in allen wesentlichen Punkten wirklich genau über« einstimmen muß "), und gerade Simon b. Schetach scheint der Urheber der strenger» Prüfung der ZrugenanSsage zu sein. Sicherlich hat aber Herr Dr. M. seinen Kommentar zu den Pirke Aboth ebenso wenig als jüdischer Theolog geschrieben, alS er — nach seiner Erklärung — sein Gutachten über den Eid moro judaieo als jüdischer Theolog abgegeben hat! Anmerkungen. ') Urbcr teil Üinflnß trr Palästinensiscken iSrrvf, auf die alt. randrinische Hcrmencuuk E. 193. Vorrede p. VN. Wolff. die Pyilonische Philosophie, 2. AuSg. S. 8. *) <ttvrt{>0c nlovs, sprüchwörtliche RedenSarl von einem mit Vorsicht z» nn1er11eh,!:e11d.11 W-ichälie: Corpus Parocuiiogrophoruuj Oruecorum. cd. Leutach 1835. II* 24, 43. *) Drgl. jrr. Sabb. 1, 2. de» Ausspruch 0t. Simo, b. Lochad«: .Häkle ich auf dem Berge Sinai gestanden. als die Thor« Israel »cf. l'rhtt, wurde. würde ich zn dem Barmherzigen gefleht hat״, daß er dem Mensche» eine» doppelten Mund gebe: einen jurn Thorastudio» und einen zum Gebrauche i» weltlichen Angelegenheiten." Später sagte er: .Die Wett vermag kaum dir Angebereien ISint« Munde« zu ertragen. wie hält, sie die eine« Doppelmnnde« ertrage» könne»!" gt. S. selbst w»rde bei der römischen Polizei deuunzirt: Dadl. SabV. 33, d. *) De Decalogo p. 756—758. *) Jos. vom jüd. Kriege H. 8. 6. ') Aboth 5. 9. Bamicbar r. Abschn. 22. 'und Tanchuma das, worau« Rasch! 5 M. 6.!3. geflossen ist. Sabb. 33. ». Die eigeo» «hün,licht pilpulistischc Wendung Teiuura 3. d. אימ1 3.1' מילי לפייס את הברו אבל מלקי לקי teren richtigen Sinn nicht Rachmanide«, sondern Raschi und Jsak di Lpon geben, drückt im Thalmnd da« ä». ßerste tzrtrem der Eitessche» aus. B.gl. auch di, nachdrückliche llrmah« nung Aden Ezra'» z» 2 M. 20, 7.. auf welche schon Abraham Menachem di Porto im Miucha Delula;. St. verweist. Gittin 35. a. Wajjifra r. Abschn. C. Maini. Lcheb. 12, 12. Menachrm b. Scrach i» Zeda Ie-D,rech 119. k,- ובני גלרתיגר נשבעים בשם בבל ואם יוכיחום מוכיחים ישבעו שיא נשבעו. *) De special. leg. p. 771. ') Matth. 5. 3t. Jakob. Br. 5. 2. Sein ha-Mizwoth cd. Berlin 57. b. Jad, Schebuoth 11.1. Sine andere Auffassung der Maiinonitischen Doktrin s. bei Ehananj» Cazes im .ftinaib Soseein 67. Geb; dies, Anssaffnnz ist jedoch mit Maimonides .Worte» unoeriräglich. Die Quelle de« Zilale« im S. ba-Mizw: 1-,ובבאור אמרו אמרה הורה השבע בשמו ואב תירה אל תשבע ist nur nicht bekannt, und wäre mir der Nachweis d. W. sehr willlommen. B.gl. ferner Taichbaz zu den Azsaroth G.birol« S. 5 (cd. Lemb. 1858). ") Nachm. Thoe-akomnientar z» L M. 6. 13. und Anm. zum S. Ha-Mizw. a. -. 0■ 3'׳m folgt, wie auch sonst häufig. Aron b. Jos. d- 3karäer im Miwrhar z. Se. ") S. oben Anin. 7. und (?halhani Safer zum (Ihoschen Aispat Nr. 90.. wo die Maimonicische Doktrin (oben Anm. 10) »»berücksichtig! blieb. ") Die Beeidung der Zeugen ist im jüdischen Rechte nirgend« voegcschricben. Dir Schcbnaih ha-lbruih findet nicht statt, wo dir Ze», gen bereit sind, ihre Aussage z» depouirrn. sondern, wo sie die Aussage verweigern. Die Doktrin, nach welcher die Aussage beeideter Zeuge» ungillig ist (Aiddnschin 43, d. u. Toßas. das ), dürfte schwerlich ratio« nell zu rechlsertizen sei». "j Srchuth Aboth. S. 83 jf. Scchnth Aboth S. 82. Mischna Sanh. 5. 1—4. So rresponden). Ausland. D. Frankfurt am Main, 23. April. Der Druck der .Oholiba" von (larmoly schreitet rasch vorwärts. Dir bereit« voste»- deten neun Bogen enthalten höchst auzieheude und lehrreiche Artikel. Die Notizeu über jüdi'che Flauen werden in den weiteste»!kreise» mit lebhaftem Interesse gelesen werde». Wie ich höre, ist vou Wien aut bei einem diesige» der Hirschischen Partei anzehörenden Banguirr angefeagt worden, ob derselbe nicht den Wiener Orthodoren einen tüchtigen Rabbiner empskhleu könnte, der aber zugleich ein tüchtiger Schulmann sei» müßte, indem die Wiener Orthodoren mit dem Plane umgehe», eine gehobene jüdische Volksschule zu gründen und )» erhalten. Auf die r«formistisch

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