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Ben Chananja · 1863-04-29 · 18 (29.4.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
18 (29.4.1863)
Date
1863-04-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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325 326 Sittenkehre, besprechen daher mehrere Tugenden ,wie Güte, I hen, ist voll Verwirrung und Bestürzung, wird angeklagt, Edelmulh, Mitleid, Stelenstärke; und eö wird hieran eine j und muß allerlei Schimpf und Lästerung ertragen! Denn Betrachtung über die verheißenen Belohnungen und angedaö in den Menschen gepflanzte, ihm angeborne Gewissen ist drohten Strafen geknüpft. In diesen Abhandlungen läßt uns ‘ nicht gewohnt, die Schuld 'zu billigen, indem eS von Natur Philo einen Blick in die Tiefe seiner von wahrhafter Fröm-; die Tugend liebt und daS Laster haßt. ES ist zugleich An« migkeit und Tugend erfüllten Seele werfen: es spricht hier ' klägcr und Richter. Erschütternd, wie der Ankläger mit seiner ein hoher, begeisterter Mann der Vorzeit')." Schon früher Beschuldigung anfzutreten pflegt, klagt eS an und beschämt, hatte Richter, der Herausgeber der Werke Philo'S, das ' Dann lehrt, ermahnt, muntert eS gleich dem Richter zur Studium derselben nicht nur auS philosophischen, sondern Besserung ans. Gelingt eö ihm, den Menschen dazu zu be« auch auS religiösen und ethischen Motiven empfohlen, indem wegen, so nimmt eS ihn freudig in Gnaden.aus. Wo nicht, sie Vieles enthielten, daS geeignet ist, einen frommen Sinn ist eS unversöhnlich, führt Krieg wider ihn, läßt ihn weder und Liebe zur Tugend zu wecken und zu nähren 2). j dcö TageS loS, noch deö NachtS, sondern quält ihn und Einzelne Betrachtungen und Aussprüche Philo'S hätten! schlägt ihm unheilbare Wunden, bis eS seinem elenden und cö längst verdient, in jüdischen Predigten, in RrligionS- und! verruchten Leben ein Ende gemacht hat. Ich frage dich, Lesebüchern für die reifere jüdische Jugend, und in Abhand- ' Meineidiger, würdest du eS wagen, zn einem deiner Belungen über spezielle Gegenstände der jüdischen Moral ange-! kannten zu sprechen: ״Dezcngr mir, das gesehen oder gehört führt zu werden. Und da die jüdische Lehre vom Eite in! zn haben, was du weder gesehen, noch gehört hast?" Ich neuester Zeit wieder in den Vordergrund gerückt wurde,! glaube nicht, denn dies wäre ein Beginnen gefährlicher dürste eS vielen unserer freundlichen Leser willkommen sein, ' Tborheit. Mit welcher Stirne könntest tu, wenn du anders mit Philo'S Lehre vom Eide näher vertraut zn werden. AuS-! bei Sinnen wärest, zu einem Freunde sprechen: ״handle auS führlich spricht er darüber schon in seiner Abhandlung über den | Freundschaft für mich ungerecht, unbillig, gottlos!" Offenbar Dekalog, welche in der Reihe seiner Schriften die achtund- ' wird dein Freund, sobald er dieS hört, ans die vermeintliche zwanzigste Stelle cinnimml. Seine Worte lauten: ״Wir Freundschaft Verzicht leisten, und sich Vorwürfe darüber mahaben nunmehr daS dritte Gebot zu untersuchen, welches ’ chcn, daß er jemals mit einem solchen Menschen Freundschaft lautet: du sollst GotteS Namen nicht vergeblich auSsprcchen! ׳ geschloffen hat. Er wird vor dir znrückbeben. wie vor einem Scharfblickenden Geistern ist die Aiiseinanderfolge deö zweiten ' wilden, reißenden Thicre. Solltest dn also nicht erröthen, und dritten Gebotes klar. Der Name folgt stetS der Sache, ׳ Gott, den Vater und Regierer der Welt, dort zum Zeugen wie der Schatten dem Körper. Nachdem also in zusammen- ’ anznrufen, wo du nicht einmal einen menschlichen Freund hängender Reibe von dem Wesen und der Verehrung dessen, 1 anrusen wüdest? Weißt du, daß Gott NlleS sieht und hört, der ewig dauert, die Rede war, folgt nach Gebühr die Vor- 1 oder weißt du eö nicht? Weißt du eS nicht, bist tu gottschr'ift über den Gebrauch seines Namenö. ' loS, und die Gottlosigkeit ist die Ouelle aller Laster. Auch In dieser Rücksicht sündigen die Menschen auf verschie-! gehst du gegen den Eid betrügerisch zu Werke, indem du bei dcne Weise. Am Besten, dem Leben am zuträglichsten und! dem, der nach deiner Meinung auf nichts achtet, schwörest, einem vernünftigen Wesen am angemessensten wäre daher! als ob er aus die menschlichen Angelegenheiten ja achten gar nicht zn schwören, indem Jeder sich befleißigte, die Wahr- ' würde. Weißt du aber, daß Gott die Welt regiert, so hat heit zu sagen, wodurch jegliches Wort für einen Eid ge-! deine Gottlosigkeit den höchsten Grad erreicht, da du, wenn halten würde. j auch nicht mit Mund und Zunge, so doch iu deinem Innern Eine zweite Schifffahrt, wie man zn sagen pflegt1 ,('׳ zu Gott sprichst: ״Bezeuge mir die Lüge, thue BöseS, beist daS wahrhaftige Schwören; denn wer schwört, ist deö! trüge mit mir! DaS einzige Mittel, meinen guten Ruf bei Mangels an Glaubwürdigkeit verdächtigt. Daher zögere man ׳ den Menschen zu erhalten, ist die Verheimlichung der Wahr« mit der Eidesleistung und verschiebe dieselbe, wenn sie da« heit. Du, der Hebere und Bessere, mußt also schlecht Handurch vermieden werden kann. Ist jedoch die Nothwendigkeit! dein für einen Niedrigen, für einen Menschen, für einen deS Eideö vorhanden, so müssen die Einzelnbeiten des beschlechten Menschen!" züglichen Gegenstandes bedächtig erwogen werden. Denn; Manche schwören nicht auS Eigennutz, sondern auSGeder Eid ist nichts Geringes, ob er auch im Gebrauche! wohnheit, bei jeder Gelegenheit, auch wo nichtstreitig ist, mißachtet wird: er ist GotteS Zeugniß in zweifelhaften Dingen. ״m burch den Lchwnr die Rede abzurunden, als ob eS nicht Nichts ist aber frevelhafter, als Gott zum Zeugen deö Fal«! besser wäre, dieselbe abgekürzt und unvollständig zu lassen, schen anrusen. Blicke doch, wenn eö dir angemessen scheint, , oder ganz zu verstummen. Vieles Schwören erzeugt falschemit dem Auge der Vernunft in daö Gemülh dessen, der im ) Schwören und Gottlosigkeit. Begriffe steht, falsch zu schwören. Siehe, eö kann nicht ru- | Wer im Begriffe steht. zu schwöreu. muß zuvörderst

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