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Ben Chananja · 1863-04-22 · 17 (22.4.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
17 (22.4.1863)
Date
1863-04-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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313 610« die in jeder Beziehung ehrenvoll, Art der Berufung, sondern auch dir Aussicht auf eine ausgedehntere Wirlsamfeit. die sich in der Frank, furter Stellung wegen ihre« leitenden Einflusses auf fast all, süd- und westdeutschen GemrinLe״. eröffnet, bei dem Entschluß aus der hiesigen SteNung zu schciden, ganz besonders maßgebend gewesen. ki. Breslau, im April. In Bezug auf die bevorstehende Neuwahl eine« Rabbliirrs an Stelle des DrS. Geiger dürfte folgende Bestimmung des Gemeinvc-SlatiitS von Interesse sein. Bei der künftigen Anstellung eines Rabbiners steht derjenige» EultuS-Eommiffion. in die derselbe ein. treten soll. das Rech! zu, drei Eanbidaten zu präsentiert,. Dir Wahl erfolgt au« den präsentinen Eandidaien durch die Repräsentanten in einer zu diesem Zwecke besonders einzubciufenden Bcrsammtnng. Zur Giltigkeit der Wakl gekört: 1) die vorschrtslsmäßige Einladung; 2) die Anwesenheit von 16 Mitgliedern rriv. Stellvertretern bei dem Wahlakte; 3) eine Majorität von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen; 4) die Bestätigung der Wahl durch den Vorstand. Die Ausschreibung der Eoncnrrriiz durch die betreffende EiiliuS-Eomiiiissioii wird schon i» den nach, sten Tagen erfolzeu. 8. 6. Breslau, 13. April. Herr Dr. Geiger beendete gestern im jüdisch-wissenschastliche» Bereiii einen EpklnS von drei Borlesungeii über jüdische Dichter. Der Redner charaklerisirle die-inal die Blüthezcit der jüdischen Poesie, ihre Heroen in Spanien, ihre Epigonen dort und in andern Ländern, brachte rann clnige höchst geliiiigenc Nebersehiingen ans seinem ״Divan", und schloß mit dem Wunschc. daß die Dlchlkiinst unter den Juden bald sick neu beleben möge. Hieran reihte sich der Bericht des Vorsitzenden Herr» Dr. Pauli über die Bereiusibäligkeit im verstcssciieu Halbjahre, deren Resultate als günstige bezcichncl wurde», die Zabl der Mitglieder hat sich nicht vermindert uud das Intcrcffe für die Bcslrcbnngen zur Berdreiiiing der Wiffenschask LcS JurenthunieS ist rege geblieben. Denen, welche den BerrinSmilglieLern durch Borträge io manchrn grnußreichen Abend bercitelcu, wurde gtlankl und mit besondcrcr Alicrscliilung daS Verdienst des Herrn Dr. Zoöl um die Förtcrung der gedachten Ausgabe hcrvorgehobcn. Inland. It Pest, 19. April. Noch immer ist cs mit linscren Gemeinde» angelegenheiten zu keinci» desinitiven Abschlüsse gekoinmen. Im Volke beißt cs zwar sorlwährend. der zurückgetreleue Vorstand werde mit Ehren in fein früheres Amt eingesetzt werden, aber so natürlich uns auch diese Sprache klingt, da mau sich von dem Liebgewonilkucn!,»gerne trennt, so gebietet uns doch die Logik der Thalsachen, sich feineu allzu sangui. uischen Hoffnungen hinzugeben. sonder» aus alle Eventualitäten gefaßt zu sein. Daß unscre öffentlichen Anstalten bei solchen Derbältniffen lei. den müssen, ist selbstverständlich. Besonders schädlichen Einstuß übt dieses Jntrrcgiium aus »nsere öffentliche Mädchenschule aus. Diese Anstalt wartet bereits seil Jahren auf eine Neorgauisirung. Gerade als der in seinem segensreichen Wirken nie ermüdende SektionSchef. Herr Dr. Haulcr. im Bercine mit seine» übrigen intelligenten Eollegen uud dem Lehrkörper der Mädchenschule die dieSsälligen Derathnngeu eröffnete, trat eine Wendung in nilseren Augelegeiiheiten ei», wodurch auch in dieser Anstalt der statua quo anto bleibt. Herr Dr. Hirschseld bcsindet sich aus seiner Durchreise nach AugSbürg seit einigen Tagen hier in unseren Mauern und hat gestern in Folge einer an ihn ergangenen Einladung im Tempel zu Allofen ge. predigt. Pest, 16. April. Heute ist Herr Mor. Blaß, rühmlich br, kanut Lurch feine fleißige Julervention zu Gnnsten wohlrhätiger Zwecke, zu Grabe bestallet worden. Er hat da« 72. Lebensjahr erreicht, und ist im späten Greiienaltcr auch als Schrisistcller ausgetreten. Seine ״jüdi-; 314 f<$<a Sprüchwörier" sind auch in weiteren Kreisen bekannt geworben, i Friede semer Asche! W—m. Gran, 15. Avril. Heute ist die Restauration be« Bot» siande« unserer Gemeinde vor sich gegangen. Unter den gegebene» Der.! bäliniffen ist die Wahl neuer Vorsteher für uuser« Gemciuveanzeltgt»-! heilen von uiiauSsprechlicher Bedeutung. Die administrative Tüchtigkeit allein reicht bei »ns nicht hin; die hiesigen Vorsteher müffen auch de. säbigt sein, über Schul» und EultnSfragen eia sachkundige« und selbst, ständiges Uklheil abzuzebeu. Möge es unseren Gemeindevorstehern ge»! Unzen, Vernachlässigtes uachzuholen und Mangelhasle« zu vcrbrffer». i Von den Herren Philipp Popper. Ignaz Löwy sonior und H. j Walisisch läßt sich wirklich eine zeitgemäße für unsere Gemeinde ge« j deihliche AmiSwirksainkelt erwarten.! Nagy-Karoly, Mitte Apeil. Wohl haben Sit gleich beim ן ersten Erscheinen de- ״Ben Ehanaiija" die Gründung eines isr. Lebrer. Witwen- und WaisensondeS angeregt, aber dieser Plan konnte aus meh» I rcrrn Gründen nicht zu Stande koniuic»; erstens wollen sich die Ge« t iukiiidcn zur Rcalisirmig dieses Plane» nicht verstehen» weil viele meist! unverheiralelc Lehrer Kaden, viele!»»nittelbar nichlS beitragen wollen, und viele endlich ihre Schule aus Sand bauen, die beute besteht , mor» gen wie ein morsches Gebäude zilsainmenstürzt. Zweiten«: Viele Lehrer ledigen Standes kül»1»crn sich sehr wenig um da» Schicksal ihrer ver» heiratete» Eollegen. diese» mit Nolh und NahruilgSsorgeil Kämpfenden kann cS nicht in Len S>»n koniliic», für ihre Feancu und Kinder nach ihrem Tode durch Abgabe cuicr jährlichen Summe zu sorgen; und drit« icnS weil c» überbaiip, zu einer geiiicinsaincn Verständizuiiz und zu einem VcrclinguiigSmiitel nicht koinmc» konnte. Und so wurde die Sache fallen gelassen und lcuicr erinnert sich an den Lehrer und seine Zukunst, nur dieser allein. wenn er in trüben Slundrn die Scinigen nm sich erblickt, »ach mühevoll;ugebrachlen Schnliuindeii »m Kreise sttiier Fa» milit an deren Zitkiinfl teuft, lind überlegt. daß mit seinem letzte» Athemzug sein Erwerb schwindet »nd seine Frau und Kiudrr dem Wobttbäligkclisslun der Gemcindeglieder anhcimsallcn und mir Noth und Elend zu kämpfen haben werden. Viele Jahre hindurch quält mich und viele meiner Anusgeuosscu dieser marternde Gedanke. und doch denkt feiner, wie nahe die Abhilfe dieser Sorge liegt, tvena nur cinflußreichr Personen an die Spitze treten und die isr. Gemeinden Hand an- Werk legen wollten. Der Plan ist solgrnder: 1) ES soll ein Eomilü zur Bildung cinrS Lehrer-Pcusio». Wilwen- und WaiscnsoiidrS zlisaiiinieiltrcten. die nöihigra Statuten au«׳ arbeiten, die Eonzcssion der Negiceung riiihole». mit allen isr. Gemein» den Ungarns in Rapport treten, Liese über die Art uud Weise diese« FoiideS ausklärcn »nd ibnen die Noihwendigkeit und die Detail« diese« FondcS auSkinaudersetzen. 2) Jede Gemeinde tn Ungarn, wo eine Schule besteht, soll die nöihizen Maßregeln treffen, daß jede «.Schulkind, jede Woche, z. B. Scuntag Früh 1 kr. sage Einen Kreuzer ö. W. in dir Schule dringe; was doch jede« Kind, ob arm oder reich, thnn kann. und Niemanden schwer fällt. 3) Der Kemeindevorstand hat die Anordnung zn treffen. daß entweder der duigirenoe oder jeder Elaffcnlehrer diese Kreuzer einzuhe» den, jede Wache dem Schuldirektor oder Kassier cinzuhäiidigea uud jeder darüber Buch zu führen hat. 4) Jeder Klassenlehrer muß so viele Kreuzer wöchrnilich ,Mri*״ ״n, al« rr Schüler in seiner Elaffc hat; seblru nnige. sh-t " der teireffciide Lebrer zu rrscßcu; denn ist er ledigen Stande«, darf er einige Kreuzer wöchentlich nicht scheue», um für das Wohl seiner Eollrze» zu scrgen. ist er Familienvater, sorgt er für sich selbst.

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