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Ben Chananja · 1863-04-22 · 17 (22.4.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
17 (22.4.1863)
Date
1863-04-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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311 die geschwornka Feinde der Juden. Sie ließen auch kein Mittel unversucht, den Tempelbau zu Hintertreiben, und be« wirkten durch Bestechungen und Verdächtigungen, daß selbst die persischen Beamten dem Bau viele Schwierigkeiten in den Weg legten. Gewiß mußte Serubabel diese Feindschaft verauSgesehen haben, aber er dachte: Ich furchte Gott, wer kann mir schaden! Ist Gott in i t unS, wer kann gegen!1116 sein. Gott verleiht Kraft und Stärke, iin Guten auSzuharren, er verleiht Muth und Furchtlosigkeit gegen die Ränke und Umtriebe unserer Widersacher, Unverzagtheit und Schrcekenlosigkeit gegen ihre Tücke und bösen Anschläge, dann aber ist die Wutb und BoSkieit derer, die wider unS sind, und unS verfolgen, ohnmächtig und schwach, sie können unS von Allem verdrängen, nur nicht von Gott. Wir werden mit Gottes Hilfe siegen, daS Gute wird vollbracht werden. Mit Serubabel, der bei den Chaldäern auch Scheschbazer hieß, kebrten 42,360 Männer in die Heimat zurück. Viele, welche anfangs diese Rückkehr für eine Unmöglichkeit, für eine phantastische Träumerei gehalten, und sich mit den Babi'Ioniern ganz amalgamirt hatten, schlosien sich nunmehr, da Äabvlonien erobert war, und Cirns die Erlanbniß zur Rückkebr gegeben hatte, dem Zuge SerubabelS an. Neben serubabel trat an die Spitze der Heimkehrenden Ichoschna oder Ieschua, Sobn deS Jebozadek, dessen Vater der Hohepriester Seraja, nach der Zerstörung Jerusalems ׳ liiiigerichtet worden war; da vor dein (5ril die Hohepriesterivürde erblich war, so waren an diesem Jehoschua fromme Hoffnungen geknüpft, außer ihnen sind noch 10 Männer liamhast gemacht, welche sich für diese Rückkehr besonders inlereffirten, und in den Vordergrund traten. Unter den Heimkehrenden befanden sich -4289 Priester, welche aber water zn dem Priestcrdicnste nicht zugelaffen wurden, weil sie ihr GcschlechtSregister nicht Vorbringen konnten, dagegen nur 361 Leviten. Korrespondenz. Ausland. Frankfurt, 6. April. Da- RabbioalSdrama. dem gewiss, Eorresponbrntkn in der Zeitung de- JudenthiimS ei« trauriges Ende prcgnosiizirl hatten, hat doch zur allgemeinen Zusriedciihelt der hiesigen Gemeinde ein freudige- Ende genommen, »nd iiachdcm der Gemeinde- Ausschuß und Vorstand auf Verlangen de» Vorstandes in Breslau: Geiger von feiner Zulage zu eulbindea, nicht eingcgangen ist, wirb nuumebr G. im August ieuicn neue» Wirtungslrcis antreten. Die hobr.cudeu und ansieijeuteu Artitet in der jüdischen Presse, tre mitunter tuuui lünstliib hrrvorzernsknen Proteste einiger Nullilätcu eine Tragwette gaben, über die jeder mit den hiesigen Verhältnissen Dertraute. lachen mußte. tonnten uur zum Zwecke haben. mit dem Gespenst der Zwietracht u»d Spallungra die Aspirantrn zum hirfigeu Rabbinar zu verscheuchen, »va» nur zum Glücke nicht gelungen ist. Wie wollen bier« mii leincSwcgS al« Ankläger gegen cinr gefallene Größe auflrrten und 312 auch da» unwürdige Verfahren mittelst grhäßigra aufregenden Fingblättern, die man durch Eolportage selbst in der Synagoge während de» GotteSdienst-S zu verbreiten suchte, den sriedlichen Gemeindefinn zu brirren und zu stören, nicht mit dem gebührenden Namen kennzeichnen, wir beabsichtigen nur der einseitigen Darstellung und den mannigfachen Verdächtigungen Glauben und Geltung zu benehmen, da aus uicht zu verlennenden Rücksichten von feiner Seit, in d,r Pr,ff, di,scm Trribra eiilgegengelrrten werden kann. Dr. Schmied! wird nächsten Sabbath i» Mannheim eine Probepredigt Hallen. Da diese Gemeinde mehr Gewicht ans rednerisches Talcnt. ׳ls auf seine gediegeueii Kennlliisse, die uns durch i'ein, schrifrsielleeische» Arbeiten bekannt sind, legt, so hängt da- Resultat von dem Beifall einedurch d ׳ früber» Rabbiner Prager an vorzüglichen Prcdigien gewöhnten Publikums ab. Die wenige» noch hier bestehenden Beschräiikiiiigen unserer staatsbürgerliche» Rcchic sollen i» die einjuführendc neue Derfassnug. die im Senalt auSgcarbcikct wird, nicht mehr ausgenommen werden. L'. Breslau, im April. Nkbrr Geigers Wirksauikcil schreibt die hiesige Zcilung: Dr. Geiger verläßt »uninehr desiniliv unsere Stad», um der a» ihn ergaiigriiei, Brrufniig zur Ncbernahme dr- RabbinatS in seiner Valcrstadl Frankfurl a. M.' zu folgrn. Man hatte in den lchirn Woche» die angestrengtesten Versuche gemacht. den trefflichen Mann der hiesigen Gemeinde zu erhallen, und er selbst, gerührt von so viclcn ihm kuiitgegcbenen Bewcijen der Theilnabme und Anbänglichkeit bot Alleau׳, von der nach Frankfurt grgcbcucn Zusage rnlbunde» zu werben. Doch blieb alles vergeblich, und wir brauchen wohl kaum zu sagen, wie allgemein und schmerzlich dieses Ausscheiden beS verehrten Scelcnbttte» von der Geniemdc caipsunden wirv. ES war tut Zakrc 183S, als dir Ausmerksamkcil des vorwärtSstrcbcndcil Tkeilrs der diefigcn jüdischen Gcnicinde sich auf den damals in Wiesbaden angestestten. noch jugeiitüchen, aber durch I1terari׳'che Leistungen bereits rühmlich aiisgezcichiieten Vorkämpser für die religiöse Eiilwicklung seiner GlanbeiiSgenoffen lenkte; und nicht ohne die bärtcsten Kämpfe gelang es dem geisttssritcheu Vcrlretcr des zeitgemäßen Fortschrittes, auf der Grnadtage des richtig erkaiinien historischen Iudcnlhum» den in mancher Hinsicht ungünstigen Boden, den er hier vorsand. fruchtbar »mziigestallen. — Wcr die Vrrbällniffe der hiesigen jüdischen Gemeinde ein Menschenaller zurück aus eigener Erfahrung gekannt hat und sie mit der gegenwärligen in Vergleichung bringt, der wird dir Errungenschaft dieses fast Löjährigcn Zeitraumes, der durch die Wirksamkeit Geigers sein Gepräge erhallen, in der Thal nicht gering anschlagca können. Während früher dir hiesige Gemeinde in der gcistigen Eullur, in Folge ihrer allzu nahrn Berührung mii den um Zahrhiliidcrte zurückgebliebenen GlaubrnSge- »offen in den östlichen Nachbarstaaten, nur mühsam vorrücktr uud in Brzug auf die Gestaltung ihrer kirchlichen Eiueichtuiigeu und der religiösra Zugclldcrziehung vor drn Letzteren einen kaum liennenSwerthen Vorsprung hatte, nimmt dieselbe gegenwärtig in dieltr Hinsicht eine achtungsvolle Stellung unter dr» rrlcuchltlste» Grmcindea DrutschlaodS rin. Dir goltrSdienstlicheu Zustilutioncn mit deutscher Predigt, kunstmäßigem Gesänge und Orgelbegleitung, der systematische ReligiouSuatrreicht und vor Allem die verbreitete bewußte Theilnahme an der Förde« ruug der religiösen Interessen, deren erste Keime durch GeigrrS Wirtsamkcil gehegt uud gepflegt wurden, sie haben hier tiefc Wurzrln grfaßt uud jelbst in weiteren Kreisen zur Nacheiferung anzrtrirben. Einrn nicht minder wohlthätigrn Einfluß batte auch der prrsöntiche Verkehr mit einem Manne, der durch stete Wcchsrlbcziebung zu bedeutenden Repräseutanten der Wissenschast, auch außerhalb jüdischer Krcise Allr. dir in engr Berührung mii ihm kamen, und iusbelondere die jungrn Strebrns» genossen, 1u eine Sphäre anrczendcu, gcistigen Schassenlind Genießen« zu versehen wußte. So viel wir übrigens erfahren konnlea, war nicht

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