Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 17 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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309 310 von ihrem heidnischen Wahne befreit worden? Allein daS Iudenrhum hat nie nach Proseliten gestrebt, eS bat ihnen nie recht getraut, cS will nicht viele, sondern eifrige Au- Hänger seiner Lehre. Der neue Tempel, sowie überhaupt die Gotteshäuser in Israel sollen alle Herren und Geister verei« nigen, gemeinsames Streben und Verlangen nach Gott soll Alle hieher begleiten, indem man hier Gott gemeinschaftlich verehrt, soll daS Band der Glaubensgemeinde gestärkt werden; aber E. sah ein, daß die Samaritaner nie mit den Israeliten msammcnhalten werden, sie sollten also nicht einmal am Bau des Tempels theilnehmen, der der Vcreinignng geweiht ist. Befahl ja Gott, daß nicht einmal Eisen beim Bar! deS AltarS angetvender werde, waö R. Iochanan b. Sakkai also auSlegt: der Altar ist eine Stätte deS FriedenS. daS Eisen ist dem Kriege geweiht, darum habe daS Eisen mit dem Altäre nichts gemein. Ja daS Gotteshaus soll ein festes Band um unsere Herze» schlingen, mit Liebe tollen wir unS da begegnen, mit Liebe sollen wir unS treunen. Wie süblr stch da der Begüterte ansgesordert, den nothleidenden Brüdern und Schwestern, dem HilsSbctürstigen, der Witwe und Waise, dem Nackten und )kranken den Strom der Liebe zutuiveuden, den Huugerigen zu sättigen, den Dur stigen zu laben, den Nakten zu kleiden. Indem wir hier versammelt sind, als Milgläubige, als Mitsreunde, als Mitlcidendc und de» einzigen Golk, als den Vater der Menschen anrnscn, so erinnern wir nnS, daß alle Menschen auch außer diesem Hause Kinder GolkeS sind, wir betrachten die Erke als unsere gemeinsame Mutter, die alle Men׳'ch׳.n autnimmt mit ihren Erwartungen, mit ihren Hoffnungen, mit ihren Aussichten, wir denken an daS Vaterland, an unser gemeittsamt'S Stautttihauö, aber wir streben nur »ach solchen!heilnehmcrn nnserS Glaubens, die geeignet sind und daS Bestreben haben, im Glauben lind in der Liebe mit unS eine Familie zu bilden. Tie Samaritaner kamen aber nicht, um für Gott und im Namen Gottes an dem Bau deS TempelS theilzunehmell, sondern nur aus KlugbeitS- und politischeu Gründen. EirnS, der König von Versien hatte äugeordnet, daß die Inden in ihr Vaterland znrückkehren. denn die Inden hatten die Perser als die Feinde ihrer Zwing- Herrn mit Jubel begrüßt, batten sie in ihren Nnrernehmungen sogar unterstützt, EirnS war den Juden der ersehnte Bote GotteS, der Gesalbte, die Unterstützung und Theilnabme, die sie ihm gewährten, war ihnen ein frommes Werk. Diese so überaus günstige Slimmnng von Hunderttausenden in Feindesland zerstreuten Juden war EirnS nicht gleichgültig. Als die Juden nach der Eroberung Babylons durch EirnS die Erlaubniß erhielten, in ihr Heimatland zurückzukekren, wareu eö auch anderweitige politische Gründe, welche die Bitte der Juden unterstützten, denn Svrien fiel zwar ohne allen Kamps an EirnS, doch mußte eS diesem Eroberer lieb! sein, einen Theil dieses entfernten Landes von dem ihm so j treuen und ergebenen Volke der Inden bewohnen zu lasten;! ferner mußte cS EirnS als höchst wünschenöwerth erscheinen,! daß die Grenze gegen daS zwar noch rnhige, aber darum ׳ nicht minder gefährliche Egvpten von einer verläßlichen und treuen Wache nmgebcn sei. EirnS sah daher auch schnlichst dem Dan deS Tempels, als dem Eentrakpnnkt der Inden, mit Begierde entgegen, und versprach, die Kosten eines Tem« pelS aus tem köuigkichcn Schatze verabfolgen zu lassen. ן Tiewn Umstand wollten die Samaritaner benützen, um drS! Königs politische Rücksichten zn unterstützen, und sich seine Gunst zu erwerben. Den Inden entging diese egoistische unreine Absicht nicht, sie wollten aber nur Theilnehmer, die sür die Sache GotteS erglühten, darum wiesen sie die Sa- , marikaner ab. Diese ganze Ebarakteristik gibt nnS daS 4. J Kapitel drS BuchcS Esra: AIS die Feinoc IehntaS und BensaminS hörten, daß die Ernlanten einen Tempek banen, > dem Herrn, dem Gotte Israels, da traten sie hin zu Seruj babel und zu den Familienhänptern, und sprachen ju ihnen: i Wir wollen mit ench bauen, denn wie ihr, wollen wir * euer» Gott suchen; wir ovferte» ihm schon feit den Zeiten des 1 assirischen )königS Asarbadan, der nnS hieher gebracht hat. . Hieraus erwiderte ihnen Sen,babel, Ieschua >md die übrige» ' Familienhättptcr: ES ginge nicht, daß wir geineinschaftlich ein HauS für »nsern Gott bauen würde», wir (Juden) j zttsammen würden dem Herrn, dem Gott Israels einen j Tempel bauen, rveil eS der König EirnS von Persien unS befol'len. Mi! Weisheit werte das HauS GotteS gebaut, mit dem Strebe», den Willen deS Allerbeiligsten zu erfüllen, ebne Vortbcil, die Weisheit will keinen Vortheil, nur Tngend und was recht und gm ist; Weisheit ist nicht Klugheit, vermöge welcher wir bei unseren Handlungen die nnö möglichst besten Mittel zur Erreichung tcS Zweckes wählen, die! nur an ihren Vortheil sinnt, nnd sich der sichersten Wege dahin zu hemeistern sucht. Weisheit ist Gottesfurcht, die sich nach Hei« ligkeit deS GcmürheS lehnt, die bei allen ihren Handlungen ' nur Liebe zu Gott athmek. So ist cS aus dem Gebiete deS IudenlhuinS. שריח* ד.־ ילננרי הדיר ist Seele des IntcnthnmS, | cs fordert heilige Zwecke im Namen GotteS, efordert gottgefällige Zwecke, wobei man nicht sich, sondern das Gute! und Bessere im Auge bade. Wie daS Iudcitthnm heilige! Zwecke fordert, fordert cS auch heilige Mittel. Wer nicht im Namen GotteS handelt, der ändert!'eine GesinnungS- und Hand-! lnngSweise nach den Umständen; wie leicht hätten dieSamarita- I ner während deS BattcS, je nach Umstände!:, den Bau hintertrie-? den; wer im Namen GotteS handelt, der bleibt sich zu allen Zcij ten und Orten gleich, denn er will nur daS, waS recht ist in! den Augen GotteS. Die schlechten Folgen der Zurücksetzung I der Samaritaner blieben nicht an-. Diese waren über dieses! beleidigende Benehmen sehr erbittert, und waren von jetzt an