Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 15 (8.4.1863)
- Date
- 1863-04-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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276 276 auch gerne trrp1!i£ltlt, Predigte», dir er etwa veröffentlichen sollte »il't mit deutsche», scudera mit hebräilcheu ttllrra drucken ju taffen im Sinne der Distinktion. welche im ersten Abschnitte de- Trostates Megilla t» lrsen ist. o. E. cragy 5röröS, Am 29. l. M. fanden an ln hiesigen israelitischen Volksschule die halbjährigen Prüfungen statt; dieselben waren von einem zahlreichen Auditorium besucht, o»d fielen zur allge« eirinea Zufriedenheit der Anwesenden au<. Man sprack sich bei dieser «Gelegenheit im Allgemeinen sehr lobend über die Leistungen der Herren kebrer Tyroler und Eisler au-. Herr Tyroler folgt einem Ruf, nach 53. Oparmalh und wird erseht durch den rühmlich bekannten rabbiui» schen Schriftsteller Herrn Iuliu« Spirgler. der zugleich in der Eigen, tchast eine« Rabbiner« gewählt wurde. ES ist unsere- Wissendie erste | Gemeinde Ungarn«, welche da- Rabbiner- und Lebreramt einer Person ן ü!erträgt. Die hiesige Gemeinde besitzt eine schöne Synagogr. ein Herr-! tichc« Schulgcbändc. ein jüdische- Dadhan« und anständige Rabbiner-,! Lehrer, und Domestikal-Wohnungen. j B. 8. Oroß-Kankzsa, 1. April. Unser verehrter Herr Ober. . eabbiner Fasse! hat besonderwegen seiner Dcstrebungrn zur Hebung j tk» Schulwesen» da« goldene Derdienstkreuz erhalten. Uuscrr Schuir be, ] findet sich auch iu dem blühendsten Zustande. und leisten die Lehrer! unter Leitung de- Direktor- Eichbrrg Ausgezeichnete«. Der neue! Vorstand geht mit dem Plane um, eine vollständige Nnteirealschnle zu orgauisireu.! literarische Anzeigen.!הקירח בראשייר Filosofie der mosaischen SchöpsiingSgrschichte von Rabbiner und Prediger Dr. Joses Ignaz Eohuö. Erster allgemeiner rheil. Vorläufig als Mannskrigt gedruckt. Prag 1662. Di.seS dem Dr. Kämpf in Prag gewidmete Schrislchen ist der rrste Versuch de- Herrn VerfasscrS. Mit lobenswerihrr Bescheidenheit apellirt er mit einem sinnigen Gedichte, ״der Anfang" a» die Nachsicht des Leser«. Da« Schrislchen. eine Einleitung zu einen, größer״ Werke, über ein Thema, dadie größte» Denker und Forscher seit lauge deschästigle, über dir Filosofie der Genesis, ist elegant geschrieben und lebhast mit frischen Farben dargestellt. Auch finden sich dann treffliche Deutungen schwieriger Thalmudstellen. Wir find demnach berechligi, vom Herrn Verfasser Gediegene« zu erwarten. Doch können wir dem Wunsche des Herrn Versasser« nicht entsprechen. da« Schrislchen eingehend zu besprechen und zu reeensiren. da dasselbe erst rin Anfang einrS Attsange« ist. und viele Allotria enthält. Al« solche müssen Wir die Polemik lär den Thalmud und dir etwa« geschraubte Symdolisirung der Para» '.!e-geschichtr betrachten. Dr. M. Du schal. Zosnath Paaueach. Darstellung und kritische Belrnchtung der jüdischen Geheimlehr, von Jsak Misse«. 1. Heft. Krakau 1862. Desprocheu vou I. Ster» in H. M. Vüsärhrly. Zu unser» Zeit, in welcher da- Drängen der materiellen Betstrsuisse einer,, die Aufregungen der politischen Neugrstallungen anderer» s.-ill, alle höheren GeistrSkrästr zu absorbiren drohen, muß e« einen besonder« wohlthätigen Eindruck machen, wahrzunehmen, wie bei vielen unserer Glaubeusbrüder. indem sie dir .brennende» Fragen de- Tagesr:.',t beachtend, ihr Talent wir ihre Zeit der Eullivirung der jüdi, scheu Wisscuschaf, weihen. da« Wort de« Propheten iu Erfüllung zu L!h:n scheiut: ü« werden Tage komme» und r« herrscht nicht Hunger noch Vrod, nicht Durst nach Wasser, sonder» nur da« Lrrkaugr», da« göttliche Wort zu verstehen Die Gelehrte» unsere« Stamme« Hab«, aber auch selten nach dem handgreifliche» Nutze» ihrer Arbeit gefragt, die angrborne Liebe zur Wissenschaft beseelte sie immer und diese Lieb« ist Go"'.sb noch nicht erkaltet. Hat man nno auch de» Haarspalterei,» de« Pilpul« de» Rücken gewendet, mit uw so größerem Eifer brmäch, tigte» sich unsere eminente» Geister der kritische» Forschung, um de« Alten. Neberkommenen sich wissrnschastlich zu bemeifler». und auf allen Gebieten werden die tiefen Schachten durchforscht, am da« Gold von den Schlacken zu sondern und zu reinige». Don diesem Gesichtspnukte au« wird r« wohl Jeder dem Derfaffer obbenannlcr Schrift Dank wissen, daß er sich die Aufgabe stellte, in einer Reihe vou Heften, wir er sag«, die jüdische Gebeimlehrr objcktiv darzustcllrn und wissenschaftlich zu erläutern. Hiermit wäre aber auch von RechlSwegrn nichtmehr über da« Werk zu sagen, indem die Beurlhkiluiig. wir der Versasser diese Aufgabe löset, erst nach Voll«»- dnng drr ganzen Arbeit grschrhrn könnt«; aber der Verfasser beeilt sich schon in diesem 1. Hefte (Dorerinnernng) dir Ursachen und Quellen ihrer (der Kabala) Entstehung, ihre Dlüthcnzei« ,c. 1t. hervorzubeben und »achznweisen. so fei e« denn auch >!»« erlaubt. unserr Gedanken, wir sie sich uns bei Durchlefnng dr- Buche« ausdrängteu. nieder,uschrciben, was wohl jedem Leser, wenn er auch kein Kritiker von Profession ist, sreifteht. Vor Allen, ist esehr auffallend. wir man bei diesem Thema die Werke vou Frank (En enduln) und Jcöl (Midrasch hasohar) ignoriren kann. Bei einer objektiven Darstellung der Kabbala find diese Arbeiitii um so uuenlbchrlichcr, da es sich in Lerfelbcn gerade um den Schwerpunkt der ll1ltrrsuch»»g handelt, da Prof. Frank die Kabbala als ein fremdes, dem positiven Offenbaruiig-glauben gefährliche« Filolosem darstrllt, wogegen Dr. Joöl protestirt, und dirselbr al« eine im Bo, den de- Monothei-n״,- wurzelnd, traditionelle Lehre anfsaßk. (Siehe Joül I. c. S. 130' f. 1111 366 ס ff.) Beirr aber stimmen, nach dem Bor« gang KleiikerS (lieber den Ursprung der Emunativn-lehre L. 76) darin überein, daß dieselbe weder von, Alera»dri»i-u111noch vom Gnostizic. MUS abstamme, nnd deren Grüntr find vom Versasser weder erwähnt noch widerlegt worden. Was aber noch Mehr befremdet, ist, daß der Verfasser bei seiner silosofiichen Befähigung io unwiffeiischastlich zu Werke geh», nnd. indem er von de» Lehren drr jüngsten Schule spricht, auf die Gnosis der alte» G.heiiiilehre überspringt, obne alte nnd neue Kabbala auch nur den allgemeinsten Uiuriffen nach zu sondern. chnr ans de» Unterschied d»- selben auch nur mit einrin Worte aufnirrksam zu wache». Der Verfasser führt R. Jonathan Eibenschütz an. de» bi«?jrtzt io kabbalistischer Hinsicht uur ber Uinstaud berühmt machlr. daß gegen iho, als der große Krirg gegen die Sabathäer schon zu Ende war. ein» Art kleiner Krirg noch fortgesetzt wurde; diesen führt er un«. al« de» Verfasser eine« filososische» Werke« vor. welche« ein LehrgebSode drr kabbalistischen Metaphifik nnd Theologie aussttlleo soll, genau betrachtet aber nur einen schwache» Syukreti-muvon der neuero Kabbala »ab den abgtdlaßitin PeripatrliSmu« liefert, wie er in mehreren kabbalistische, W.rke» minornw gentium un« oft emgegeutrit«. dir zumeist ohne klares Bewußtsein vou den inner» Prinzipien. von Beite» eine bloße formale Bekanntschaft verrathen. und derart die Terminologie de« Organon iu die jüdische Gehrimlehre einschmuggeltea. ohne auch nur z, ahnen, wieweit die Richtungen Beider auseinaudrr liege»; überhaupt aber, wie wenig die Kad. darauf Ausprnch wacht, durch abgerundete Sillogismeu z» ihreo Schlußsätzen zu gelangen, wie sie vielmehr dir wichligste» wetaphisischr» Fragen umgeht, indem flr dir höchst, Wahrheit nur al« ertaflsche Offenbarungeu in intuitiver Unmittelbarkeit zu» Bewußtsein zu dringen sich bestrebt. E« ist daher ri» Zrrthum^ wen.