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Ben Chananja · 1863-04-08 · 15 (8.4.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
15 (8.4.1863)
Date
1863-04-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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269 270 der Aufforderung Willig'- entsprochen, wäre ihm dienicht von anderen Seiten widerrathen worden. Die Einleitung der Sonnenfelsischen Schutzschrift ist im Juni 1840 in Jost'S Annalen erschienen. (Forlskpunz folg«.) Die Üflrofoflic in Dm nrn6ifrij־jnDifdjcn *Stufen. Do» Dr. A. Scbmitdl, Rabbi»» zn Pcoßnip. AuS dein halb thörichten, halb vermessenen Streben, den Vorhang zu lüften, mit dem die erhabene Hand der Vorsehung die Zukunft vor dem menschlichen Auge verhüllt hat, ist auch die trügerische Kunst entstanden, auder Stcllang der Gestirne zukünftige Dinge, besonderdaö Schicksal der Menschen, der Individuen sowohl, alauch ganzer Völker > nnd Staaten vorherzusagen , ES wäre überflüssig, hier zu untersuchen, wo daS Va- ' terland der Astrologie zu finden sei, ob in Egypten, wie . Einige, ob in Chaldäa oder Babylon, wie Andere behaupl ten. Die Astrologie ist eine KoSmopolitin, ihre Spuren sind allenthalben, in allen Ländern der Welt, anzutreffen. Sowie der Glaube an Gott schon in der ersten Morgcnrüthe dev Geschichte nnd unter allen Himmelsstrichen der ׳ bewohnten Welt nnS entgegentritt, nur hier reiner und ungetrübter, dort unklarer nnd mehr mit Jrrtbum vermengt;! so ist auch die Verehrnug der Sterile, riese fruchtbare Mut« ter so vieler Arien von Aberglauben, schon in den ältesten , Perioden der Geschichte, wenn auch unter den verschiedensten! Gestalten, hier als Sternanbetung (Astrolatrre), dort als J Sterndeiltlliig (Astrologie) anzntrrffen. Denn, sowie der erste i Blick deö zur Intelligenz erwachenden Kindesich in dir! Hohe richtet, um den sternbcsäeten Himmel mit an Ehrfurcht 'י grenzender Bewunderung anznstannen, völlig so geschah die-! auch von dem noch in unentwickelter Kindheit stehendeu Men-! schengeschlechtr. Hier sank dasselbe vor diesen bewunderten Sterne» in den Staub nieder und hob anbetend die Arme zu ihnen empor, wie zu den ewigen Machthabern, Schöpfern; und Erhaltern de- Universums (SabäiSmuS); dort erhob eS sich eine Stufe höher, erkannte einen Gott über den ׳ Sternen, doch diese aldie erhabenen und vielvermögenden , Mittler zwischen Mensch nnd Gott"); wieder dort galten sie als die unsichtbaren Linien und Lettern im SchicksalSbnche, deren Geheimschrift die Eingeweihten zu verstehen Vorgaben;; und endlich wieder dort erkannte man sie wohl aleinfluß, loS ans damenschliche Geschick, doch aus höheren, reinern i und edlern Stoffen geformt, als der Mensch, allebende , und mit übermenschlicher Intelligenz begabte Wesen 3), deren ' unaufhörliche Kreisbewegung keine phisikalische ist (von Ern« tralkraft wußten die Alten nicht-), sondern «ine volnntär«, hervorgehend auS brr den Sternen innewohnenden Sehnsucht, ihr geistig Vorgesetzte- Ziel zu erreichen 4). Wie da- Kind überhaupt, so war auch die Menschheit in ihrer Kindheit vor Allem Egoist. Alle Erscheinungen, die sich ihr darboten, bezog sie zunächst auf daeigene Ich — und so war dem ersten Menschen die wunderbar leuchtende Sternenwelt auch nur für ihn da, in der er bloS Bezie- Hungen ans sich und sein Geschick suchte. Die ersten Beobachter de- Himmelbrachten zu ihren Observationen nicht bloS daö Auge nnd daS Winkelmaß mit. die poetisch erregte Fantasie und daS ahnungsvolle Gcmüth waren ebenso stark bethciligt dabei, als der rechnende Verstand, und so erschien ihnen der Himmel gleichsam alein großeansgerollteS Duch^). in welchem Gott mit dianiantener Sternschrist die Geschichte der Völker und einzelner Mensche» für alle Jahr« tausende der Ziikiinst niedergeschrieben. — Dazu kam noch die im Altcrthumc zwar nicht ganz unbestrittene'^, aber doch vorherrschende Meinung, daß die Erde daS ruhende Eentrum der Weltallbilde, so daß daganze Heer der Sterne nur da sei der Erde und ihrer Bewohncr wegen. Wozu sollen nun diese Myriaden leuchtender Punkte, wenn sic nicht eben die Typen oder Urbilder der auf Erden befindlichen Wesen ü׳,d? ״ES gibt ״nun keine Pflanze, die nicht oben ihren Stern hätte" — ge,chwrige beim, daß eS keinen Menschen und kein Volk gibt, für die im Himmel nicht ein Stern wäre. Und wirklich hatle dakopernkkanische System, durch das die Erde znin bloßen Punkt im großen Weltsystem herabsank, der Astrologie den Todesstoß versetzt. Auch hatte man wohl frühzeitig schon ein bestunniteS ätiologisches Verhältniß zwischen gewissen himmlischrii Phänomcnen und gewissen terrcstrischeu Vorgängen wahrgenommen. Man brauchte wohl nicht lange, um die Heilkraft der Sonne zu erkcimeii, ״die liebliche Sounc trägt Heilung auf ihren Flügeln", imd ebenso ist wohl auch die bedeutende Nolle, die die wechselndeu Mondphasen in den Kraukengeschichten der Menschen spielen, schon zeitlich erkannt worden. Die Sterne, sagt man sich nun, die aus daS physische Lebe» VeS Menschen so mächtig influiren, warum sollte» sie nicht ebenso daS moralische und psychologische Leben keö Menscheu, seine Eigenschaften und Schicksale, sowie sein ganzes Handein und Wandeln beherrschen? Die älteste Arzneikunde scheint mit dem Studium der Astrologie auf daS Engste verbunden gewesen zu sei». In Egypten beruhte die Prognostik größtentheilS aus der Lehre von der Eonstellation. Prolcniäi.S sah noch astrologische la« sein, welche unter dem Namen ״ärztliche Wegweiser" bekannt waren. In dem dem Galen fälschlich zngeschriebrnrn Werke ,;ULtkemntica seientiae xrognvsUcL etc." werden vvrzüg-

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