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Ben Chananja · 1863-04-01 · 14 (1.4.1863) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
14 (1.4.1863)
Date
1863-04-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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25 r 252 andere- »$0ב, alS den ovS ertheiltea Weisungen und Vorschriftcu pünktlich Folge za leisten, und daS haben wir denn auch redlich und jederzeit gethau. Die damalige städtische Behörde beauftragte den Stadt« richter Herrn Jos. Graefel mit Leitung der Angelegenheit der isr. Cultnögemeinde, und wird man denselben keineswegs einer Uiberstürzung in dieser Amtshandlung beschuldigen könneu, wenn man erfährt, daß fast volle 9 Monate seit dem erwähnten Gesuche deS ehemaligen Vorstandes bis zur Neuwähl deS jetzt fungirendrn administrativen Körpers verstrichen sind, indem dieser erst am 1. September 1861 in sein Amt eingesetzt worden ist. Zur näheren Kennzeichnung deS dabei von der Aufsichtsbehörde eingehaltenen vorsichtigen VersahrenS, genügt eS zu erinnern, daß eine Commission von 50 , Personen zum Zwecke der Ausarbeitung deS WahlmoduS und zwar von dem damaligen Vorstande im Vereine mit VertrauenSmännern gewählt worden ist. Als diese Commissivn ihre Arbeit vollendet, und dem löbl. städtischen Magistrate überreicht hatte, fand eS der genannte Herr Stadtrichter, wahrscheinlich um jedem künftigen Einwande der Einseitigkeit im Vorgänge vorzubeugen, für gut, am 8 Feber 1861 dieses von der erwählten Commission anögearbeitete! Wahlstatut dem damaligen Vorstande mit dem Aufträge zu j übergeben, daß derselbe seine Meinung darüber aussprechen,! etwaige Modificationen daran anbringen, oder auch rin | ganz abweichendes in Vorschlag bringen solle. Der damalige! Vorstand rief nun mit Bewilligung deö mehrmals erwähnten | Stadtrichters noch ein Comitü von 80 Personen zusammen, | das nun seine abweichende Meinung in einem eigenen Ela-! borate der löbl. städtl. Behörde überreichte. Erst Mitte des > Sommers konnte endlich zu de» Urwahlen geschritten werden, an welchen sich der damalige Vorstand nicht nur durch! Ermikliruug von zehn Mitgliedern in das WahlleitungS- > komitö, sondern in jeder Weise bethriligte, und welche von | Anfang bis Ende von dem Oberrabiner der Gemeinde j beaufsichtiget und geleitet worden ist. Trotz der langen Verschleppung der Angelegenheit hat sich daS allgemeine Jntresse der Gemeindemitglieder für dieselbe nicht vermindert, und wenn der Vorstand am 10. I Dezemb. 1860. von einem allgemeinen Wunsche der Gemeinde i nach Neugestaltung sprechen konnte, so wurde derselbe durch I die Detheilignng am Wahlakte keineswegs Lügen gestraft,! indem trotz deS ungünstig gewählten Zeitpunktes deS Hoch- | sommers, trotzdem daß viele Mitglieder theilS in Geschäften,! IheilS in den Bädern abwesend waren, von 1200 Wählern nahe an 600 ihre Stimmzettel abgaben.! Wir wollen Ew. Crcellenz nicht durch Anführung der j Cinzelnhklten des Wahlaktes selbst oder der weiteren unter den Augen der Aufsichtsbehörde geschehenen Vorgänge bei! Neugestaltung der Gemeiude-Admlnistrattoa ermüden. Dieselben sind in den Archiven der städtischen Behörde aofbebewahrt, und werden stets Zeugniß abgeben für die Uopartheilichkeit, Vorsicht und Gerechtigkeit, mit welcher bei diesem für unS Pester Israeliten unvergeßlichen Werke deS gemeindlichen Fortschrittes von beiden Seiten vorgegaogen worden ist. Unvergeßlich für unS Pester Israeliten, weil mit dem 1. Sept. 1861. an welchem Tage die Gemeinde- Verwaltung ihr Amt angetreten, eine neue Aera in der Geschichte dieser Gemeinde angebrochen zu sein schien. Wie von einem großen Gedanken, dem Gedanken der Hebung deS sittlich socialen Zustandes der hiesigen Israeliten beseelt, regten sich hundert Kräfte, die früher geschlummert, rüsteten sich von allen Seiten die Besten dieser Gemeinde, Hand anzulegen an daü Werk der Verbesserung und Vervollkommung unseres GemeindcwesenS. ES ist allbekannt, in welch zerütteren, ja geradezu verwahrlosten Verhältnissen, sowohl der materielle als geistige Zustand unserer Anstalten angetroffen ward, und welche unermüdliche Arbeit eS die neuen Verwaltungsorgane kostete, den Schutt wegznräumen und an seiner Stelle neue Gebäude der Ordnung und Zweckmäßigkeit auszusühren. Getragen und gestützt von der nnzweideutigsten Sympathie unserer Glaubensgenossen in und anßer dieser Stadt, in und außer dem Vaterlande; gepriesen von der in dieser Beziehung einmüthigen konfessionellen Journalistik, und aiifgemuntert durch den Beifall, welchen unser Streben selbst von Seiten der höchsten LandeSbehörden wiederholt geerntet hat, war eS nnS möglich, die Derhaltnisse dieser Cultnögemeinde zu ordnen, die durchaus zerrüttele,1 dem Bankerotte ähnlichen finanziellen Zustände zu heilen, die seit Jahren durch JndifferentiömuS herangewachsene Zerfahrenheit zu beseitigen, und anstatt alles dessen eine Harmonie zwischen den Mitglieder» der Gemeinde, nameullich zwischen den Besuchern der Synagoge und deS TempelS wachzurufen, um welche unsere Gemeinde noch kürzlich von den größten Gemeinden deS In- und Auslandes förmlich beneidet wurde. Ew. Ercellenz! Nach 19 monatlichem Wirken in der angedeuteten Weise und unter den Angen der hohen Be- Hörden erfahren wir zur unserer nicht geringen Bestürzung, daß unsere Wahl sowohl als unsere Administration nngesetzmäßig sei, nud wird zu größerem Nachdrucke dieses hohen behördlichen UrtheileS daS wichtigste Werk einer CnltuSgemeinde, die Auöarbeimng eines Statuten-BorschlageS nicht unS, den aus der Urwahl der Gemeinde hervorgegaugenen Vertretern derselben, überlassen, auch nicht eigentlich einer Kommission von Vertrauensmännern der Negierung im gewöhnlichen Sinne deS Wortes, sondern jenen ehemaligen Vertretern der Gemeinde, die im Jahre 1860 gedrängt von der laut und lauter sich kundgebenden öffeutlichra Mei-

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