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Ben Chananja · 1863-04-01 · 14 (1.4.1863) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
14 (1.4.1863)
Date
1863-04-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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247 248 nicht Ne geringste Ursache, die diesen Vorfall begründen könnte. ES wird der Wahl des gegenwärtigen Ausschusses die Gesetzmaßikeit abgesprochen, einer Wahl, welche auS einer auf eigenen Antrag deS früheren Vorstandes, auf Grund deS durch die städtische Behörde gutgeheißenen WahlmoduS und unter unmittelbarem Einflüsse der städtischen Behörde gesche« heuen Urwahl hervorging. DaS Wirken deS Ausschusses betreffend, ist eS unläugbare Tbatsache, daß der Ausschuß in allen Angelegenheiten der KuItuSgemrinde zweckmäßige Ordinnig und Verbesserungen einsührte; daß die Autorität und der Kredit der P.-ster isr. KliltuSgemcinde uiemalS so hoch standen, als in den verflossenen 19 Monaten. Dadurch hat der Ausschuß die allgemeine Zufriedenheit' und daS ungetheilte Vertrauen der ganzen Gemeinde und ihrer einzelnen Mit. glieder verdient und gewonnen. Nicht nur im Anöschusse, und in dessen verschiedenen Sektionen herrschte die größte Eintracht; sondern auch außerhalb deS Ausschusses in der ganzen Gemeinde zeigten die verschiedenen Partbeicn, Orthodoren nud Tempelbesncher, in ihren Forderungen vollkom men befriedigt, gegen den Vorstand nird Ausschuß der KultuS-Gemeinde daS größte Vertrauen, und legten dem AuSschusse nicht daS geringste Hinderniß in den Weg. Solchergestalt wurden die KultnS- DiltungS- und WohlthätigkcitS- Anstalten der KulrnSgemeindc durch die eingesührte Ordnung, dir strenge Kontrolle und die heilsamen Verbesserungen in den blühendsten Zustand versetzt. Da aber der Ausschuß, anstatt der sehnkichst erwarteren hohen Genchmigung der im Lause seines Wirkcnö unterbreiteten Statuten, auS dem verlesenen gnädigen Erlasse zu seinem großen Bedauern erfahren muß, daß seine Wahl nicht für gesetzmäßig erklärt werden kann, und daß die Revision, respektive die neue Ausarbeitung der Statuten dem ganzen ׳.m Jahre 1860 in Wirksamkeit gewesenen, abgetretenen Vorstände und Ausschüsse übertragen wirdso huldigt er zwar mit Ehrfurcht nud Gehorsam diesem hohen Erlasse, hält aber, in Erwägung, daß der Ausschuß hierdurch seine Aucoritäl gelockert und sich jeder Grundlage beraubt sieht, um in der Leitung der Gemeindeangclegcnheiten mit sicherem Erfolge Vorgehen zu können; und in der nicht ungegründeten Besorgniß, daß nicht nur die Einkommensquellen der Gemeinde gänzlich versiegen, sondern auch die sich schon zeigenden Fälle von Widerstand und Trotz gegen den Vorstand in allgemeinen Ungehorsam und in Unordnung auSarten könnten, sein gegenwärtiges Verbleiben im Amte für eine Unmöglichkeit, und auf die gestellte Motion, daß der AuS« schuß unter den gegenwärtigen Verhältnissen sein Amt niederlege, stehen alle anwesenden Mitglieder deS Ausschusses auf. und nehmen die Motion einstimmig au. Der Herr Präses erklärt, daß er. obschon er während der ganzen Zeit der Wirksamkeit deS Ausschusses nicht votirt hat. bei dieser wichtigen Gelegenheit, als Beweis seines vollen EinverständnisseS, sein Votum mit dem deS Ausschusses vereinige. ES wird beschlossen, daß die Abdankung deS Ausschusses dem städtischen Herrn Oberbürgermeister durch den Herrn PräseS mitgetheilt werde. ES wurde ferner für nöthig befunden, daß die Abdankung in einer nnterthänigen Eingabe au Se. Erzellenz deS Herrn Statthalters Grafen Pulffy näher zu mokiviren sei. Die betreffende Eingabe wird noch während der Sitzung verlesen, einstimmig angenommen, und von allen anwesenden Mitgliedern eigenhändig unterfertigt. Der Herr Präses wird ersucht, die Eingabe in Begleitung der Herren Leo» Pollak, Josef Valatiu und Karl Hürsch Sr. Erzellenz zu überreichen. Die legalisirte Kopie der Eingabe wird dem Protokolle beigeschlossen. Um aber, bis die Behörde oder hohe Regierung in Betreff der neuen Repräsentan; der KultuSgemcinde Anstalten getroffen haben wird, in den Angelegenheiten derselben keine Vernachlässigung oder Stockung hervorzurusen, wählt der Ausschuß auS seiner Mitte sechs Mitglieder: die Herren Dr. Ignatz Hirschler, EliaS AbeleS, Dr. David Schwab, Ludwig Dergl, Bernhard Holländer und Sigmund Ertner, und betraut dieselben, die lausenden administrativen Angelegenheiten bis zur Installation einer neuen Gemeinderepräsentanz zu leiten und zu überwachen, und als provisorische Kommission ihren Kräften gemäß mit allem Fleiße und aller Umsicht dahin zu streben, daß von den ämtlichen Gegenständen der Gemeinde jede Vernachiässigung, Unordnung und Stockung fern gehalten werde. Mehrere Allsschußmitglieder trugen darauf an, daß der Ausschuß, dessen Wirksamkeit hiemit nolhwendig aufhöre, eS für seine Pflicht halte, dem Präses, Herrn Dr. Ignatz Hirschler, für die unerschütterliche Energie, mit wel« cher er die Institute und Institutionen der Gemeinde vor ihrem Verfall gesichert und zu neuem Leben geweckt; für jenen Eifer, mit dem er sein Amt alS Vorsteher 19 Mo« mite hindurch nicht nur zum Heile dieser Geineinde, sondern auch der ganzen ungarischen Judenheit mit Aufopferung sei. neS PrivatinteresseS bekleidet hat, seinen Dank auszusprechen und diesen Ausdruck seiner Gesinnnng inö Protokoll aufzunehmen. damit dieser Mann, der im Besitze deS allgemeinen VcrlrauenS der Gemeinde für dieselbe gewirkt und ihren Dank wahrhaft verdient hat. kommenden Geschlechtern als glänzendes Vorbild voranleuchte. Diese Motion wurde mit nicht enden wollendem 611(£1״," mit großer und allgemeiner Begeisterung und Rührung angenommen und einstimmig angeordnet. dieselbe zu Protokoll zn nehmen. Herr Präses richtete hierauf tiefgerührt Worte deS Abschieds an den Ausschuß, in denen er seinen Dank für die freundschaftliche Gesinnung und für die Beweise doS allgemeinen DertrauenS ausspricht, welche der Ausschuß bei jeder und auch bei dieser Gelegenheit gegen seine Persou an den Tag legte

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