Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 14 (1.4.1863)
- Date
- 1863-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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24t \ L- Daher rührt, wa« größlrntheil« ihr Verdienst ist, dir berühmt« israelitische Denefizenz, deren Jahrbücher, bestände ihr Hauptverdienst nicht eben in der Verschwiegenheit, enthüllen würden. wrlche unendlichen Schätze des erhabenen, erfinderischen und unerschöpflichen WohllhätigkeitSsinne« da- Herz deisraelitischen Weibes ,inschließt, davon dem Urbilde jener unnennbaren Gastfreiheit und Menschenliebe he-siammt, deren Thüren zu jeder Zeit offen standen, die Jrdem hals, für jeden fich ver» wendete. Nm einen so wohl verdienten Ruhm zu erhalten, solchen glorreichen Traditionen treu zu bleiben, muß in dem Herzen die religiöse Gesinnung. die einzige Einstößcrin wahrer Menschenliebe, gepflegt werden. Darniherzigkeit, welch schönes Wort! Sie erleichtert jede Roth mit der Person, wie mit Dingen, mit dem Worte, wie mit der Tbat. mit Trostworten, wir mit Belehrungen. und läßt fich nicht zu jeiikm falten Almosengebrn herabwürdigrn. daein berühmter Autor ״den Stolz der Neichen" nennt, Ladurch Berechnung und Ehrgeiz ringegrbcn, durch Eckel und Belästigung erpreßt, durch NLlhizung und Scham ausgclrz« In der sechsten Ablhcilnug zeigt der Redner aus Grundlage d<S 26. Verses, wir die AuSbildiing und vornehmlich die intellektuelle de» Fraucnzimiiierzu der Zeit, in der sein Tert verfaßt wurde, eine voraii-gesetzte Thatsache war, und setzt auseinander, worin vorzüglich diese Ausbildung bestände״ sei und zieht, wie schon erwähnt, eine Parastele zwischen der damalige» und der modernen Erziehung der Töchter, indem er sagt: ״Wen» i» den biblischen Zeiten, die einsacher und ernster, als dir »nserigcn waren, die Ausbildung des Frauenzimmer« nicht zu der Berfciiieriittg von heutzutage gelangt war, so wird doch wo bl Jedermann eiiigestchen, daß stc der Stellung, welche es in der Familie und dem Bolle rinnebmr» sollte, angemessen war. Wußte eine Frau nicht in verschiedeucn Sprachen Worte ohne Sinn herzustolteru. so verstand üe rS um so besser, sich in ihrer Landessprache auSzudrücken. Lesen wir dcch in der Schrift von so Manchen, die ihre Herzen in erhabenen und dichterischen Ausdrücken ergossen. Gestatteten geografische Lage. Politik »nd religiöse Noibwendigkeit. welche das israelitische Volk oon den übrigen Völkern schieden. eS nicht, daß sie mit auswärtigen Ereignissen vertränt wurde, so waren ihr gewiß die denkwürdigen Begebenheiten ihres Stammes bekannt, wodurch sie zu der Vaterlandsliebe nud dem rcli giösen Eifer gelangte, von welchem, wie die Bibel erzählt, so manche Frau die herrlichsten Beweise lieferte. Sie besang, mit dem Instrumente begleitend, das Lob Gottes: sie vcreinigte Ton- »nv Dichtkunst mit dem Tanze, um die Großthaten der .Könige und der Helden zu feiern. — Familie. Nationalität nnd Religion waren die Augelpunkte, um welche sich dir Ausbildung deisraelitischen Frauenzimmerdrehte." Ja diesem Srune fährt auch die siebente Ablheiinng fort, in welcher aber der zweite Theil de« angeführten Verse« hrrvorgehoben wird. ,Dawackere Weib gibt die Reinheit der Gefinnnngen in der aufrichtigen Herzensgute auch durch die Sprache kund und ihre Zunge macht fich da« Wohlwollen znm Gesetzt" (ibid). — Sie besänftigt jede ausgcbrochene Gährung in der Familie, oder beugt vor. daß sie nicht zum Ausbruche komme. Und so ehrt n»d betet sie Jeder als seinen Schutzengel an: ,ihre Söhne preisen sie glückselig, ihr Mann überhäuft sie mit Lob" (V. 28). Dieser bescheidene Lohn ist raber, nach dem sie einzig und allein strebt, nud st, kümmert fich wenig nm da- Lob. da« ihren Tugeudeu in Len Thoren reichlich gezollt wird, und die ihren Gatten, auf den sie einen wohlthätigeo Einfluß übeu. Achtung und An. sehe» verschaffen (B. 25)." In der achten Abtheilunz. der der 30. Verzn Grunde liegt, führt der Redner da« wackere Weib al« treue Anhängeriu ihr»« Glau, den« vor. ,Unter allen Tugenden. mit welchen wir sie geschmückt sehen, ift e« Gottesfurcht ^allein, deren sie sich rühmt. Dem Vn« החהלל gibt er seine eigentliche resterive Bedeutung, wa« er auch in einer Anmer- 242 I kung durch da« emphatische היא molivir«. Diese Stelle wacht er als» 1 parallel zu Irr. S, 23. Gottesfurcht wird bi-weisea mit Erkenntoiß, Seite» identifijirt. Dawacker, Weid ist gotte-fürchtig. d. h. gläubig, fromm, wohlgrfltte». Sie verabscheuet jede Sünde, ist eine treue Beobachterin sowohl der geoffcnbarten, ak« der tradirten Vorschriften der Religicn. — Denn wo der Glaub, fehlt, da ist auch kein Wohlwolle», ' kein Trost, krine Hoffnung. Ein unzlänbige«, skeptische« Weib (Schreckli'che« Monstenm!) hat da- Herz kalt, ist gcfühllo« und liebt nur fich. — Befiehlt aber der wackeren Frau da- Gewiffru die pünktlichr Befol. ' gung drr ReligionSgrbräuche an, so macht e« ihr gewiß ihre Sorgfalt , für Las Wohl ibrcr Familie zur hciligro Pflicht, darauf zu schen, daß! inncrhclb derselbe» Religiösilät und GotteSdienfl gepflegt und grübt! werde: Len» »nr diese sind c«, die eine häusliche Verbindung befeflige»! lönnrn. wrlche sonst in eine bloße fich leicht auflösende Gemeinschaft drr Jnlcrrssr» anSarte» köiintr. Wrlchrm Kummer. welchra Täut'chunge» i jetzt sich nicht eine Mutter au-, die ihre .Kinder nicht zur Frömmigkeit! anhäli! Undank und Vcrlaffenheil würdrn die schrecklichen Folgen dieser! strafbaren Vernachlässigung sein." Hieran reibet fich nu» die iieuuir und letzte Abtheilung, welche mit den Worten beginnt: ״Obwohl der Dichter deffrn ausdrücklich nicht erwähnt, muß wobt die wackere Frau der Erziehung ihrer .Kinder ihr Hauptaugenmerk zuwcndru. Vei dem Einfluß, dem Vertrauen and der Sorgfalt, wclchr wir sie in ihrer Faniilir brfitzru srhcn, können uamög» lich bloß die iiiatcriclle» Vedürfiiissr derselbe» ihre ganze Sorgfalt ia Anspruch nrbme». Hier erwähnt der Vcrfaffcr rincr uutrr dem Titel : ״L!1 dunna isrelita•‘ von ihm cdirteu Schrift, in welcher auSrinanbrrgesetzt wird, daß dir israelitischrn Frauen an drr vornehmlich rrligiösrn Erziehung der Kinder seinen geringen Anlheil iichmen nud fügt hier j hinzu. daß wir Moses ׳'eine letzte Ansprache, in welcher rr empfahl! d u Kindern das Gesetz und dir väterliche Grschichtc rinzuschärsrn, auch! an die Frauen eichte» jchen. f Deuter. 29. 10 >c. >c) Vor dem babiloui-! schen Eril, fährt der Verfasser fort, fintrn wir uutrr dcu Israelit«» ■ ke»?e Spur von öffentlichen Schulen, von len Ellern astein rrhulteu J die Kinder ihre religiöse und moralische Erziehung, und da- Gesetz macht j ihnen dieseauch zur Pflicht. In dieser Erziehung war auch die inte-! Icliuelle »ittbegrissen. denn wo der Verstand nicht auSgcbildet wird, kan» j keine Ausbildung de- Herzens sei». Zu diesem Amte waren aber *ie | Mütter, vorzüglich bei Kiiidcr» vo» zartrm Alter und bri den Töchter»,! besondergeeignet. Nach dem Lobe, welcheder Vcrfaffcr den biblische« > u»d überhaupt dcu isracliiischcn Frauen der Vorzeit speudet, schließt er niit den Worten: Züchtige Gattinnen und muflerhafir Mütter pflanzte» icne reinen und heiligen Sitten von Geschlecht zu Geschlecht fort, wrlche die israelitischen Familien inniglich glückselig machten und ihneo zu« Lohne einen unvergänglichen Dorzuz, einen wohlverdienten Einfluß per« schafften, welche den ephemeren Triumphen der Modr. den lrichtra aber vkizängtichen Eroberungen der Eitelkeit vorzuzieheo find, und zeue ehrenvolle Liebe, die dir Jugend fröhlicher, da- Altrr würdevoller macht. Sie sammelten also die Frucht ihrer Hände nud ihre Thaien selbst lob. teu sie in den Thoren (V. 3t). Selbst diese uavoslfländige uud daher unvollkommene Uebrr» srtzung zeugt von der Meisterschaft, zu welcher e« die Homiletik de« Herrn Professor« della Torr, gebracht hat. Sie behandelt ihr Thema mit Gründlichkeit, mit Scharffina und weiß jedem A1»-brucke, jede« Worte eine Deutung zu geben, die dieselben zur Eompletirung de« Ganze» nnenibehrlich machen. Diese Rede ist ab.-r ganz und gar nicht da«, wawir hier zu Lande eine Trauung-rede nriine». Sie ist eine mehr a» die ganze, uud zwar gewählte Zuhörerschaft, al« an da-Drantpaar gerichtete Ansprache, woraus aber auch diesefür seinen neuea Staad drr Lehre genug gewinnen kaua. Herr bell, Tore« äußert dies,« auch i» der «» eine Tochter gerichtete» Einleitung, paß er wohl gewüu׳'cht hatte, a»