Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 14 (1.4.1863)
- Date
- 1863-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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239 240 Vermählung seloer Tochter g,Hallen» Rete veröffentlicht. Sie war nicht für de» Büchermarkt bestimm», denn der Drrfaffer ließ von ihr einen Abdruck von bloß 150 Eremplaren veranstalten, die er versau»,»'^ sie verdient e« aber, auch in weitern Kreisen bekannt zu werden. Wir wollen zur Würdigung derselben nur so viel sagen, daß sie in ihrer Disposition, gediegenen klassischen Spracht und Ausführung den übrigen von demselben Versaffer bisher erschienen Schriften gleichkommt. Herr della Torre wählte zum Terte seiner Rede die 22 Verse am Ende der ,Sprüche* und führte nach den dort gezeichneten Umrissen da- Bild des tugendhaften oder wacker» Weibe« au-, wie sie als Gat« tin, Mutter, Haushälterin im Hause und außer demselben ist, waltet und fleh benimmt. Obwohl iu Einem Rahmen gefaßt, ist das Bild zur besseren llebersicht in Ablhnlungrn gethcilt. in welche.! der Redner, wir möchten sagen als Staffage. Bemerkungen und RaiscunementS einstreut, die wegen ihres eregelischen, selbst national « historischen WcrtheS auf Zuhörer und Leser jeden Standes anregend wirken. — Da eder Raum »ich« gestattet. hier eine llebcrsetznng der ganzen Rede zu liefern, so wosten wir ,S versuchen, einzelne Stellen daraus in gedrängter Kürze und in möglichst wort, und stniigclrcuer Uebersctzung wiederzugeben. Vorerst!edoch wollen wir beinerken. Laß der Verfasser mit der angegedenen Haiiptiendcnz noch zwei Ncbentendcnzen verbindet; er will nämlich tarlhu», daß da» Weib bei Len alten Israeliten einer höheren Achtung, als bei den übrigen orienlalischen Völkern genoß; dann oberauch eine Parallele zwischen der damaligen und der iiiodcrne» Heranbildung deisraelitische» Frauenzimmerziehen. In der ersten Abtheilung. welcher (Prcv. 31) die Verse 10 und 30 als Grundlage dienen, sagt der Verfasser: ״Die alphabetische Ordniing. welche der Dichter für dieses einfache und schöne Lob des wackcrn Weibe-, oder vielmehr der guten Ehefrau gewählt, und der kurze Raum von 22 Versen, i» welchem er dasselbe zusanimengesaßt hat, beweise» zur Evidenz, daß er damit ein Manuel in enkomiastischer Form von Len Pflichten der Gatli» licseru wollte, dessen Inhalt durch ein in der Schritt oft angewandtes »ineuionisches Hilfsmittel de», Gedächtnisse leicht eingeprägt werden kan». So »»vollkommen aber diese- Bild eben ' dieser Form und Kürze wegen dem Anscheiue nach auch sein mag, so bleibt e» immerhin ein schätzbares Denkmal von der praktischen Weisbeit der alten Hebräer und ihrer Mcinniig von dem Wcrthe und der Bestimmung des WeibcS. Es widerlegt auch siegreich die Dchauptiing. daß das Weib bei den alten Israclitc» in keinem höher» Ansehen, als bei den übrige» orientalischen Völkern gestanden, daß rS zugleich Sklarin. verachtet, erniedrigt in den eigenen Augen, wie vor Andern gewesen sei; daß an ihm bloß körperliche Schönheit geschätzt, von ihm! keine andern Tugenden und Fähigkeiten, als Gehorsam und Unterwer-! funz gefordert wurden. Die sentenziöse Einleitung und der Schluß des ' Terteweisen eine solche Vergleichung ausdrücklich zurück. — Der erste der angesübrteu zwei Verse spricht zugleich die Lehre für den Mann au». Laß der Besitz eines tugendhaften Weibes der kostbarste Schatz sei, den er erlangen kann, und tadelt nebenbei Diejenigen, die bei der Wahl einer Gattin mehr aus materielle Dortheile, als ans Tugenden sehen, j Nicht minder enlbäl« der zweite Ver« die Ermahnung an die Frau. I daß sie der Pflege der Tugenden mehr Sorgfalt. als der des Körpericheuke, da nur jene eS sind, die ihr unvergängliche«, allgemeine« und, wie der Tert sag» .Lob in den Thoren verschaffen.* Die zweite Abtbeilung knüpft er au die erste und betont hierin da« Wort: ימצא »Wer findet ein wahrhaft «ugenhaste« Weib?* So wie Perlen und Gold sich nicht von selbst den Leuten unter die Füße wer« sen, sondern mir Mühe an« der Tiefe geholt werden müssen, so muß rin Weid nach dem Sinne de« Dichter« emsig gesucht und einmal ge« fulldeo, wir der Augapfel gewahrt werden. Dl» Antwort» meint der Versaffer. gibt sich von selbst. .Wer r« sucht. oder besser: Wer r« zu suchen versteh«.* — Nach dieser Einleitung setzt nun der Dichter an»« einander, worin bei Leo Alten die Tugenden und Pflichten der Gattin öefiandrn haben, von welchen manche in der Natur wurzeln und keine» Veränderungen unterworfen find, andere wieder nach Zeit- und Ort«- Verhältnissen sich ändern und gestalten. Alle diese Fingerzeige find aber nicht ohne Werth, da sie die Prinzipien liefern, au« den sich die Pflich» len der israelitischen Gattin einigermaßen tednzirrn lassen.* .DaS schönste Lob, beginnt die dritte Abtheilung, da« einer Tattin gespendet werden kann, ist. daß .de« Manne« Herz in sie vertraut* (V. 11). Versteht sie e«. ihm ei» unbegrenztes Dertranen einznflößev; führt sie jede Gelegenheit herbei, um ihn darin zu bestärken, n»d ver. meidet sie Alle-, was dasselbe erschüttern könnte; dann ״wird ihr der Lohn niemals fehlen"; der Ansdruck ^ש, meiut der Verfasser sei hier eine Anspielung ans die Kämpfe de« Lebens. — Diese- Denehmen gegen ihren Mann muß die Gattin durch alle Wechselsällr de« Leben-, ja selbst dann beobachten, ״wen» er die ihr schuldige Treue und Achtung verletzen sollte nnd >'o. ergänzt der folgende Der«: ״erweiset fle ihm Gute- und »immer Schlechtes*, ja Gutefür Schlechtes, ״alle Tage ihres Lebens* (B. 12). ES folgt nun in der vierten Abtheilung die Schilderung der Ehefrau als Haushälterin. ״Die Bestimmung de-Weibein der bürgerlichcn Gesellschaft ist die ihm von der Natur und Schrift zugewiesenr innere Verwaltung derienigen Dinge, welche die eheliche Gemeinschaft betreffen. Die Familie ist der Schauplatz, auf dem ihr eine gewiß nicht geringe und »»lcrgeordnete Nolle im Leben zugelbeilt ist. Unser Ano nymuS — so nennt er den unbekannten Bcrsaffer des אשת היל — widmet auch deshalb die Hälfte seine- ElogiumS, um die wackere Fra» im Innern des ehelichen HauftS Larzustellen, daß sie mit rüstiger »nd kluger Hand, mit Emsigkeit, Umsicht und Sparsamkeit verwaltet und überwacht. Daß ermit nicht bloß ein Weib aus den nieder» Ständen gemeint sei, beweise» dir Verse 22. 23. auch 26.. nicht »ur ein solches, das nicht- AiitercS, als Spule »nd Rocken zu handhaben versteht, zeigt der 26. V. und daß sic derartige Beschäftigungen nicht etwa ermüde» oder herabsctzcn der Vers 25. — Das wackere Weib ist nicht filzig, nicht geizig, sonder» verständig haushälterisch. Wie der Kaufmann seine Waarcu aus ferne,׳ Gegenden holt, um eine» grwinnreichcn Nutzen zu erzielen, so versieht sie ihre Familie zur Zeit mir den »öthigen Detürsnisscn. sV. 14). Sic will nicht Schätze bansen, sondern die Ihrigen mit dem versehen, was beitragen kann, um sie geachtet und glücklich zu machen, und damit der Gatte seinen Obliegenheiten und BcschLftigungrn ruhig nachgehen und sich auch bei öffentlichen Angelegenheiteu bethciligen könne. fD. 23).* Mit dieser Betrachtung fährt auch die fünfte Abtheilung fort: ,.Daß dawackere Weib nicht, von Geiz nnd Habgier angetrieben, nach Reichthümern hascht, und daß ihr geschäftige« Streben bloß dahin gerichtet ist. um ihrer Familie einen ehrenhaften Wohlstand, eine vergnügte und gesicherte Zukunft zu bereiten, um ״des späten Tage« lachen zu können* (V. 25). beweiset ihre bereitwillige Pietät gegen Arme. ״Sie reicht dir Hand dem Dürftigen*; sD. 20) sie wartet nicht, bi« . er die seinigc aushält, oder bettelnd an ihre Thür klopft; fie streckt di, Hand nicht bloß darum au«, um ihm einen Heller, eine Drodkrummr. die Mancher vielleicht au- Unlust wegwars, zu reichen, sondern auch, »m ihn zn erhalten, wenn er alt, zu pflegen, wenn er krank ist; ihn zu stützen, wenn er wankt und aufzurichten. wenn er gefallen ist. E« bietet sich kein schönerer Beweis von der Achtung, in welcher da- Weib' bei den Hebräern gestanden als der. daß man fie vornehmlich al« Doststreckeriu der Mildthäiigkeit wollte. Wem ein solche« edle«, heilig,« Amt anvertraut wird, muß gewiß in hohem Ansehen bei dem, der e« anvrr» trau», stehen. Und La« israelitische Weib übte dies, Mildthätigkeit z» jeder Zeit mit Innigkeit, Einsicht und dem liebevollsten Wohlwollen.