Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 12 (18.3.1863)
- Date
- 1863-03-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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IL. 197 IL Beer an den Nedaktenr des Ben Ghananjo. Hochgeehrter Herr Oberrabbiner! Ich beehr, mich. Ihnen anziizeigrn. daß ich Ihrer Aufforderung S. 554 de« ,Den Chananja" (2. Jhrg.) sofort zu genügen gesucht habe. Der Dia. lonu« Drannig ist. wir ich giande, jetzt Superintendent in Zwickau: wenigsten« hat dieser dieselben Vornamen, wie jener humane Prediger in Oschatz. Ich schrieb daher am 5. d. M. an ihn, und theilte ihm in Ihrem Namen den verbindlichen Dank mit. und fügte auch Ihre Se. gensworte hinzu. Di« jetzt bin ich jedoch ohne Antwort; sollte eine befriedigende Antwort kommen, werde ich Ihne», weitere Mittheilung machen. Ich wundere mich übrigen«, daß man damals in Sachsen von jener Predigt nicht« erfuhr. Wir kamen Sie, gcehrlister Herr Obrrrabbiner zu derselben')? — Jetzt sind sächsische Superintendenten schwerlich so human und aufgeklärt, wie damals. wo Müller Kultusminister und Amnion Oberbosprediger war; selbst viele früheren Rationalisten baden umgesaltelt und sind mit Sack und Pack zu den ״Tenfelgläubigeii" über, gegangen! 6« klagte mir selbst ei» bejahrter prvlestanlischer Theolog, der noch zur rationalistische» Schule gehört. Laß sein Sobn. «eistlicher in einer Pioviuzialstadt. ib» einen argen Ketzer scheltet! — Auf Ihre Venrlhciluiig meine0 Leben« Abraham« bin ich sehr begierig. Zu den Bemerknugen de« Herr» Dr«. Zipfer in Nr. 12 de« ״'•ö. Eh." babe ich rimgr (Srljiitfriimjci! abg.faßr. die ich nebst den beigcfügteo Zusätzen in da« nächste Heft Ihre« geschätzten ״B. vH." aufznnehmcu bitte. Zugleich cmpfangcn Ew. Hochwürtcu den Pränumcrationsdelraz zwo 1860 und die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung, womit ich zeichne. Dresden, 11. Dezember 1859. Ihr ergebenster Dr. Beer. Korrespondenz. Ausland. 8.L. Paris, im März. Statt de« Wochenblattes ״La Veritö israö* lito“, das vor einigen Monaten zu rrscheine» aushörte, haben wir ein neues Journal erhalten, da«, wie es scheint, als Fortsetzung desselben zu betrachten ist. Es wird von Herrn Rabbiner Isaak Levy redigir» und erscheint in Verdun monatlich zweimal. Wie das ״VvritS" bringt auch das neue Journal eine Aellagc. welche speziell der israelitischen Ju» gend gewidmet ich — Die ״chrcli. isr.‘‘ entnehmen dem ersten Berichte der ״poluischen Alliance aller Religionen" folgendk Daten: Unter den Gründern befinden fick drei Juden, Wemer, Herniß und Rabbinovitz. Die Mitglieder des Dercliis sind entweder Gründer oder Ihätige Mitglieder. Dem Vereine sind schon mehrrre bedeutende Werke übergebe» worden, die. sobald die nöthigen Geldmittel vorhanden sind, veröffentlicht werden. Unter diesen befindet fich eine ״Geschichte der Juden in Polen seit ihrer Einwanderung io diese« Land bis aus unsere Tage." von einem korrespondlrendea Mitgliede de« Vereins. Herr» Lublinrr. Advokaten zu Brüssel. — Deo hiesigen i!r. Wohllhäligkciisiiistiluleu sind, nach Ausweis der Journale, im Monate Feber 1950 Franks gespendet worden. — Eiu hiesiger Baoquier. Herr ') Durch Röhr« Magazin. Auffallenderweise hat Dr. F.. der dir züdischeu Zustände in Sachsen in Beers Biografie so ausführlich bespricht, aus diele merkwürdige Predigt keine Rücksicht genommen. Aed. 198 Eduard Kohn, 8h,f de« Hause« ״Elmon Emden u. Somp." wnrde vom italienischen Könige zum Ritter dr« Mauritiu«׳ uud Lazaru«.Or» den« ernannt. — Die Administration de« Gefängnisse« zu Nime« Hai Anstalt getroffen, daß den israelitischen Gefangenen in den Peßachtage» Mazzot und andere gesetzlich erlaubte Speisen verabreicht werde». Kassel, 7. März. Zur Theilnahme an dem Leicheubegängnisr de« Oberbürgermeister« Hartwig war von Seitea de« Stadtrathe« selbst» verständlich auch die jüdische Geistlichkeit eingeladea und e« war dem» gemäß iu da« Programm gesetzt, daß die Geistlichen aller GlaubraL» bekenntniffe dem Sarge voranschreiteu würden. Der Landrabbiner De. Adler scheint jedoch iu Hinblick ans eine unter Haffeupfliig erfolgte Re» gieruiigSvcrsügung Unailiiehmlichkeiten oder Störungen besorgt zu habe», wenn er der Einladung ohne WeitcreS Folge leiste. Durch »ene Versä» gung soll nämlich, au« Anlaß des LeicheiibegLugniffcde« Bürgern«!» stcrS Henkel im Herbst 1853. der jüdischen Geistlichkeit verboten werde» sein, in AiiitStrachk an christliche» Leichenbcstattungeii Theil zu nehme». Herr Adler wandte sich daher an die Proviiizialrcgicrung hiersclbst und bat um Ziirückzichung jcncS Erlasse», oder um Gestatlung, au dem Lei» chcnbegängnisse de« Oberbürgermeisters Theil nehmen zu dürfen. Die Regierung setzte sich mit dem Eonfistorinm in Verbindung und crtheitte unter dem 4. d. M. den Bescheid, ״daß, sofern Herr Adler nicht vor dem Sarge, neben »nd »nter den Geistlichen der christliche» Kirche hergehe, in seiner Bclhcjlignng an dem Lcichenznge eine Zuwiderhandlung gegen den RegierniigSbcschlnß vom 10. November 1853 nicht gefniide» werte." Das Eensistorium sprach sich unterm 5. März solgcndcrmaße» au«: ״laß die Stelle nnmitlelbar vor dem Sarge bei LcichrnbegLug« niffen für das bei der Beerdigung snugircnde geisiliche Amt bestimmt sei und daher gcistliche Beamten von »ichtchristtichem Ackenntniß au die gedachte Stelle nicht zngelasscu wrrtcn könne», während, wenn der Laud» rabbine dem fraglichen Begräbnisse in seinerAmtStracht an irgend einer audern Stelle des LrichcnzngeS beiwohne» wolle, hiergegen Seite»« de« Eonsistoriums ei» Bedenken nicht bestehe." Hiernach durste Herr Dr. Adler ״uiiiiiitielbar vor dem Sarge" nicht gehe». Daß diese Stesse vo» den bei der Beerdigung snngircndcn Geistlichen eiiigeiionimen wird, ist ein christlicher Brauch, gegen den gewiß Niemand etwas eiiijuwende» hat. Daß aber Herr Adler ״neben ״uv miter" den sonstigen Geistlichen nicht gehen sollte, schclnl uns weder christlich noch vernünftig zu sein. Indessen konnte er sich auch dies gefallen lasse». Er hätte seinen Platz unmittelbar vor den christlichen Geistlichen nehmen dürfen: e« wäre dies den vorgrdachlcn Beschlüssen nicht entgegen und dem Programm des StatlrathS noch immer enlsprcchcnd gewesen. Dach hat sich Herr Adler bescheiden zu sollen geglaubt, au einer anderen Stelle in bürgrr» licher Kleidung dem Traucrzuge des verehrten Heimgegangenen fich an» zuschließeo. 3. 6. Breslau, 15. März. Den zumeist gute» Vorträge» zufolge ersrcttcn sich die im Vereine zur Verbreitung der Wiffeuschas» zeitweise abgehaltenen VercinSabende einer ziemlich regen Thcilnahmr. So bot »ns gtsteru Herr Dr. M. A. Löwy etwa« höchst Jntereffaute« über ein angebliche« Sendschreiben der Inden de« 17. Jahrhnndekt« a» Papst JnncceuliuS den Eisten, iu welchem anffalleuLer Weise dir Lehre, de« Judeulhum« denen de« EhristenlhnmS gegenübergestellt werden. I» der geistreichen Einleitung lieferte der Redner zugleich ein fesselnde« Bild der verschiedenen Arten von Diskussionen und BclehrungSversuch» über die Grundsätze de» Glauben«, wie solche seit Constautiu« Zeile» mit mancherlei Variationen gemacht wurden, und theilte dem weseutli» chen Inhalte nach da« au« dem Lateinischen in« Deutsche übersetzte Sendschreiben Len mit gespannter Ausmerksamkeit Zuhöreuden mit. Der Vortrageudr fand fich au« Iristigen. im Vortrag» näher dargelegte» Gründen veranlaßt, dir jüdische Autorschaft duse« Sendschreiben« z» Lesavouirrn nnd dem gelehrten Mouche Teuzel, kaiserl. geheimem Rathe »