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Ben Chananja · 1863-03-04 · 10 (4.3.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
10 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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169 170 ziehung«anstalt. Dem Berichte folgen dir Statuten der Anstalt. Dieselbe befiutet sich jetzt in der Leopoldstadt (große Mohrengaffe Nr. 12) und erfreut sich in Folge der tüchtigen Lehrkräfte, die an derselben wirken, ,ine« großen Besuche«. Wien, Ans. März. Au« einer Quelle, weicher Glauben zu slbtiiktn ich alle» Grund habe, erfahre ich soeben, daß Herr Faffel, Oberrabbiner zu Groß-Kanizsa. da« goldene Verdienstkreuz mit der Krone erhalten wird. l... Böhmen, l. März, Gine Nachricht durcheil« unser Vaterland, die. fall« wahr, von allen Israeliten Böhmen« mir freudigem Herzen begrüßt würde: Der Plgemrin rühmlichst ancilauiitr Professor Dr. W. W.ffely sei mit der Ausarbeitung eines GntlnS-GemeittdeStatlilS für Böhmen von der hohen Negierung betraut worden. Die isr. Lehrer Böhmensehr» besonders mit vertrauensvolle», Blicke einem Glaborate entgege», welches jener würdige Man» liefert, der den Lehrern früher nahe stand, und deren Slellnng demselben gewiß nicht fremd ist. Bleibt dem böhm. isr. Lehrer BielcS zu wünschen, so dürste» rrcmmmk Wünsche, wie Beriniudernng der Schulstunde» von täglich 7 auf (i, kurze Osternnv Neujahrssrrien, destnitive Anstellung »ach etwa trrizchniähriger Probezeit und Gntwurs eines Lehrplanes für alle böhinischeii Lchnle», »ne dann einer Grfüllnng harre», wenn durch ci»e Vorlage von Obe» denselben Ginganz in die Gemeinde geschafft würde. G. <S. Fttttskirchcii, LL. Feber. Die Nestanratio» der hilf. isr. Ge- ,»tindcvorstchung ha! Sonntag, de» 13. d. M. unter der taltvollcn liberalen Ltilung des lönigl. SiadthailptmanncS Kober in solenner Weite staltgtsuudc». Die Wahl teS er»e» Vorstehers fiel aus den allgemci» geachteten Herr» Joses Nothmüllcr, deffc» ausgezeichnete Gtgcnschafie» iiiit Ziiverstcht hoffen laste», daß unsere Gemcittdcangelcgtiihcilrn ein neuer Lebcnshanch durchtringc» werde. Dlina-^öldvnr, 27. Feber. Gestern am 7. Adar Nachmittagwurde in unscrci» Tempel ei» TranergotleSditiist für. de» sei. Matoer Rabbiner, Herrn Salonion ttllinan», abgehalten. Dee Herr Nabbmer Fischer hielt eine gediegene Trauerrede. Von unseren Gc1»eittdcvcrhälinissen kan» ich miltbeileii. daß es | Ccm »mstchligc» Vorsteher »nseeer Genicinde. Herrn Jakob Strauß ju». j gelnngen ist. die seit Jakr.n hier üblich gewesene Gabclla (Brieselgeld) adzuschaffe» und dafür eine »ach VcrmögrnSvcehäliuistc» revartirle (5111 ־ lnSsttiicr ciiijusührc». Diese Giurichinng, welche seit dem 1. Jänner I. I. eristirt, ist hauptsächlich geeignet, vielen llnicrjchleisen vorzubeuge», weshalb sie auch bei dein größten Theile der Geuieiiidkmitglikder Anklang fand; nur ist zu bedanern, daß auch zwei verheiratete Lehrer, die ohnedies in keinen glänzenden Verhältnissen leben, von dem ebrs. GultuSvorstande besteuert wurden, währenddein die GultnSbeamIen säniintlich nnbrstcurrt geblieben. — Schließlich habe ich noch zu erwah- » in, daß eint Gonimifficn unter dem Vorsitze des Herrn Rabbiners hier lagt, welche zeitgemäße Genitinde-Stalllttn auSarbeilet. und dürsten selbe, sobald sie die behördliche Sanktion erhalten haben, sogleich in« Leben trete». Jona« Klauber. Groß-Kanijfa, im F.ber. In der hiesigen Buchdruckerei desindet sich rin Brochürchen »uter der Presse, betitelt: לברי הברית eine Abhandlung über die BrschneitungS-Gcrcmonic ui ungarischer Sprache. G« dürste dieseda« erste rabbinisch-rituelle Werk sein, da« io unserer ungarischen Landessprache versaßt ist. Der Verfasser ist Herr Albert Stern, BrzirkSrabbiner zu Leogyel Tothi. Literarische Anzeigen. Briefe von Heinrich Heine an seinen Freund Mose« Moser. Leipzig, Otto Wigand 1862. Besprochen von Dr. Kayserling*). An literarischen Arbeiten beschäsiigte Heine um diese Zeit untre anderen der Rabbi von Dacharach, seine unsterblichen Lieder waren in Aller Händen, der Dichterkranz ihm ohne Widerspruch zirgestauden; da» gegen erhoben sich von vielen Seiten Stimmen, die die Dichterflamm» in ihm erloschen glaubten. Gr selbst verzweifelte nicht an sich, und wa« er im Gedichte au-sprach, daß, wenn die letzten Namen genannt wür« de», man aiieb den seinen »cuue, das äußerte er häufig seiuem Freunde gegenüber, eben weil ich ei» großer Mann bin. oder wenigsten« eiu Mann, oder wenn t» auch dies nicht zugcbro willst, rin ganzer Mensch, so sonnte ich in Hamburg nicht gesallen. Und rin andere« Mal: «Ich weiß »ich«, ob man Recht hat. mich al« ein erloschene« Licht zu de» trachte», ich weiß nur, daß ich nichts schreiben will, so lange meine Kopfncrven mir Schnierzen machen, ich fühle mehr als je den Gott in mir n»d mehr als je die Bcrachlnnz gegen den großen Hansen" — der Rabbi von Bacharach batte damals seine ganze Seele eingenommen; alle seine Kräfte batte er daran ge׳etzt, um ein Meisterwerk zu liefern — ckam leider nur das Bruchstück eine-Meisterwerle-. Ohne Zweifel ist dieses Werl die Folge srincS llmzangeS mit Junz, Ga»S, Moser und aiitcrcn, dir »in jene Zeit die Wissenschaft des JudcnlhuniS »cn anznbaue» begannen. Die Zeitschrift, welche der Verein. an deren Spitze diese Männer standen, unter Nedatlion de« Tr. Zunz hcrau-gab, sollte den Mittelpunkt bilden, i» dem sich alle verwaiittkii Kräfte ziisammensanken. Heine verspricht iii einem Aufsatze, ten großen JuLenschmcrz ausznsprrchen. sobald sein Kopsschmer; e« leidet. — Nicht ohne Studium ging er an die Arbeit. Alißcitcm treibe ich viel Ghronikenstudinm, schreibt er seinen, Frenntr, und ganz besonder die historia judnira. Letztere wegen Berühenug mit dem Rabbi und vielleicht auch wegen inneren BeküesnisseS (Gs war die Zeit seiner Taufe!) Ganz eigene Gefühle bewege» mick, wen» ich jene traurig.» Annalen Lnrchblättere: eine Fülle ter Belehrung und de- Schmerze-, der Geist der jüdischen Geschichte offenbart sich mir immer mehr mit mehr. mit diese geistige Rüstung wird mir gewiß in der Folge sehr zu stallen kommen. A» mciiiei» Rabbi habe ich erst ein Trittel geschrieben, »iciiie Schmerzen haben mich ans schlimnie Weise darin nnterbrechen, und Gott weiß, ob ich ihn bald und gut vollende. Bei dieser Gelegenheit merkte ich auch, daß mir da- Talent de« GezählenS ganz fehlt; vielleicht Ihue ich mir auch Unrecht und eist bloS die Sprödigkeit de« Stoffe«. Die Paschafrier ist mir gelungen. ich bi» Die für dir Mittheilung der Agode (Haggada) Dank schuldig und bitte Dich »och außerdem, mir da« Gehe Lach,na Anja und die kleine Legende Maasse be Rabbi Leser — wörtlich übersetzt zukeminc» zu lassen. Auch die Psalmen im Nachtzebete: «Zehntausend Gewaffnelk stehen vor Salcmou'S Bette" mir wörtlich übersetzt z» schicken. Vielleicht gebe ick dem Rabbi einige Druckbogen Jllustra- Honen ans eiiglilchr Weise al« Zugabe, unh zwar originaler Jdeeoer» tracle über Juden und ihre Geschichte. — Benjamin von Tudrla, der jetzt aus meinem Tuche berumreut. läßt Dich herzlich grüßen. Gr wünscht. Laß ihn Zunz mal bearbeite und mit Uebersetzung herau-zebe. Die lledersetzuiig und Bearbeitung vom französischen Dr. Witte, dir ich vor mir habe, ist unter aller Kiitik schlecht, nicht« al« Schulkaabenwitz. lieber die Frankfurter Juden war mir der Schutt sehr nützlich; ich habe beide Quartbäutr ganz turchgelesrn und weiß nicht, ob ich wich ') S. vor. Jhrg. Nr. 4«. S. 380.

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