Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 10 (4.3.1863)
- Date
- 1863-03-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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llebersktzlingro. w,nn auch all» grammatischtu Bildung und dcr lrriko» graphischen Hilfsmittel beraubt. doch in der traditionell aufbewabrteu Sprachkenntniß dr« Volkeeint rrichbaltige CutUt!um Verständniß trr heiligen Schrift,n vorfandrn. di, ihn,״ j,»r wiffcnschaftlichrn De« kirlfe ersetzt,. Dieist auch der wahre Gesichtspunkt. von drin die Kritik bei Brurthtiluiig der alten Bibelübersetzungen anszugehcn hat-, e« wäre kbenso falsch, ,inen streng wiffenschaftlicheu Maßstab an Liese schriftlicheu Dolumrritr Le« AlterthumS zu lege». als wenn wir bei bei, Bibelscrschungen der nenrrn Zeit dir Tradition allein als Grund- I.ige wählen und aleinzig berechtigte Richtschnur nehinr» wollten. Jede tiefer beiden Nichtnngen hat ihre Lichtaber auch ihre Schattenteile», »nd ist auch hier LaS Richtige in der Mitte, d. h. in der durch lritilche Wahl getroffenen Verbindung beider zu finden. Was die nrnern Bibelübersetzungen gegen die alten zuvor haben. ,» der »üchlcrnr Geist, der alle ihre Arbeiten durchwehet, die kunstgeicchie, regelmäßige Ueberiragiing, die sich von jeden, ihrer Schritte genau Ncchenfchas, abzugebcn weiß, beites in als Resultat hniitcrljähriger ,Forschungen auf dem Felde der Wiffcnschail zu betrachten. Die alten llebersetziiiigrii stehen trotz der tausendjährige» '.luSbeniling noch immer als iiiicrschörstiche Flindgiube» da. fic sind rin nugchcnre» Bergwerk, ans dessen geheiiiien Gängen der Forschcrblick Grkcnntmß dealten BolksgeisteS an das Tageslicht;n fördrrli weiß: 11,ik eine,!, Worte. eS ü»e geschtchtlichr Denkmäler von den Bvrstcllniigcn jener allerthnnilichen ,teile». DieS macht eS daher auch leicht rrilärlich, wenn wii so viele Äernhiungspiintle zwischen dem Thalmnd. der scuiem Wesen nach ganz leaditioiiell ״nd rbenfallS ein solches Bergwerl des Altcrthnuies ist. u»d r.n griechischen Bibelnbersetzungen finden, die. wenn amb von hcllenistischer Bildung getragen, sich ebenso wenig dem tradiltoiiellen Geiste zu entziehen vermochten. Wir werden im Berlansc dieser Abhandlung tchcn. w>c oft Beide, Tlialnind und Hellenismus in den biblischen Stellen leidst dort einen gleiche» Weg gegaiigeu, wo dieser Weg i» der Bibelstcllc gar nicht gelegen, wie ferner beide sich gleichsam;» ergänzen suchten, »iid was der ISinr als Lücke gelassen. der Andere ansznsnllc» gestrebt. Ans den griechische» Bibclübersetznugeu. deren es vier von eben!e vielen vcn'chiedeiicn Verfassern, als: Thcodotio». LhiiiachnS. Seviuagiiiia »nt Agnila gegeben, hebe» wir als ganz besonders die zwei letzi.rn hervor. Der Septuaginta, auch die alerandrinische Ucbcrsctzung geuanni. soll der zweite Artikel dieser Abhandlung gewidmet sein, beute »ollen wir uns mit Annita befassen. Agnila» in Le» thalmiidischen Urliinden auch ״Akilas" genannt, stammte von der 2»!el PontuS her, seilie Vaterstadt hieß Suiove und er lebte gegen Mitte oder Ausang des zweiten Jahrhunderts. Gr soll »ach dem Midrasch (Tanchnina zu P. Miichpalim) ein Schtvestersehn, »ach GpiphamuS hingegen ein Schwiegersohn des Kaisers Hadrian gewesen sei». Als letzterer zur Zeit des R. Iosna Icrnsalcin wieder ausbaue» lasse» wollte, betraute er Agnila mit dieser Seiidniig. Hier lernte er die jütischen Gelehrten, als R. Gticscr. R. Joiua »nd R. Atiba kennen und ist auch wanrschkinlich i» dicser Bekannlichast der Grund seiner nachmaligen Bekehrung zu Merkwürdig ist rin in dieser Beziehung zwischen lei» römischen Herrscher ״t-.d seinrin zum Zudemhumr sich h»»1c,gc״deu Berwandteu a'-gehaltenes Gespräch. Agnila, so erzählt der Midrasch, wagte nicht, irinrii Guischluß dem Kaiser zu offenbaren, er »ahm zu folgender List le,:׳c Zustucht. Zch .״öchlr gcrnr, äußertr rr gegen je,neu Oheim, Geschälte bctrribcu und zu diesem Behuse Reisen mache», um zugleich die Litten der Vmter kr.>ne» zu lernen; rr rirb'tetr hieraus die Frage an Hadrian, ihm zu raihrn, in welche Gcschäste rr sich einzulaffrn habr. -sdaulc A-tikrl, '.autelt dir Antwort, dir gesunken sind und fast zu Boden llkgri.. weil fie endlich nch «rhedru und dir Profil bringen werde«. Agnila rtvftr die. aus nach Palästina, studiere da das Gesetz und dekehrte fich zum Zudenthnme. Gr kam ganz verändert ״ach Hans,. Woher dieses schlecht, AuSsebeo. fragte Hadria«, warst du etwa in dein«» Geschä'ten unglücklich? Das zwar nicht, rrwidrrtr Agnila. aber ich diu zum Judrnthume übrrg,gangen »nd habe mich drr Beschneidung ״ntrrs zogen. Wer hat dir di, Grlaubniß dazu ,tlh,ilt? fragt, zornig drr Kaiser. Du irlbrr, sagte der jüdische Prosrlyt, La du mir gerathrn» mich jenem Arlikrl zuzuwrudcn. der grsuiikru ist und darnikdrr liegt; ich de« reiste io viele Länder und habe kein Volk so gebeugt und erniedrigt gefundrn. al« die Indrn, die aber nach dem »»«riiglichcn An-spruche ihrer Profstrn tiiist fich auch erheben wcidru. Die Ncber setzung Aquilas sammrltr OrigrneS in srineni HeraplaS. d:e aber leider vcrlor.׳« gegangen. Bekannt find blcS Bruchstücke, die thcilS ältere Kirchenvater ansührrn, »lirilS der Beiiediklincr Bernh. de Montfauron ans den HeraplaS grsammrl», thcilS der Midrasch und der jernsalcmitische Tbalmud aufbrwalrr t. Hirr wolle» wir mehrere Beispirlr ansührcn, um daraus den Geist drr aquiläischeu Nedersetznnq kennen zu lernen-, die mit einem ' bczeichnelen sind Stelle» aus dein Thalmnd.! wobei cS auSdiücklich heißt, daß Agnila so übersetzte.; DaS charakteristische drr aqniläischr» Uebcrsrtzimg brstrh» darin. ן daß fic. wen» auch nicht im tcudcnziösrn, so doch im polrmischen Geiste ׳ abgesaßt z» sein scheint. In AqnilaS Zeit fällt die Absassnng der Gvan«; gelten. das Ghristentbum begann hervorzntreten. Bekenner desselben suchten etc Schnitt» des alten Testamentes zur Begründung der neuen | Lehre z» beniitze». Diesen, Streben entgeacnziiwirken. scheint sich Agnila > mit seiner gricchischcn llcbcrsctznng zur Hanplausgabe gemacht zn haben. Ans einer solchcn Polemik schein» die llebcrsctznng des Worte-; עלה־ <Ics. 7, 11) hcrvorgegaiigeii zu sein. Der GvangcÜst (Mail,. 1. LTj brriiTt sich aus diese Sielte, wobei il,m walirschriiilich die griechische ) Ncber»etznng - Iungsra» vcrgcschwebt haben mochte. Aqinla j ubcrsetzi cs aber mit »י»«-״,?-Mädchen.! (Schluß folgt ) Korrespondenz. Ausland. I BrcSlau, 2!) Jänner.') Z» den bcibci, jüngstcu Vcrsamm! lungeu des jüdisch - wiffcnschaftlichrn BrreiueS sprachen die Herren S.! Oelsnrr und De. B'mdcrger. Grstercr beachte eine historische Skizze de« Heer» Dr. L. OclSnrr in Frankfurt a. M. zum Bortragr. welche die Vcrhällniffe der jüdischen Bevölkerung Schlesiens im Mittelalter br« handelte. Au di.׳ Schild.-rnog der traurigen Heimatlosigkeit', wie sie bi« in die neueste Zeit da- Los der Jude», namentlich in Deutschland ge« wesen, schloß fich eine llare Darstellung der historischrn Momente, die zur Herbeiführung dieser Calamiläl mitgewirkt, und wurden brsonder« auch jenr Verhältnisse beleuchtct. durch welche die Inden ohne ihr Berschulden zu drr ihnen so cs: vorgcworfencn Beschäftigung mit dem Wucher dingedrängt wu,dcn. Hilrauf folgte eine auf sorgsällige« Quellenstudium derukende Darstellung der schlesisch-jüdischen Zustände bis zum Gnde des sünfzehnlen Jahrhunderts. — Drr Vertrag des Herrn Dr. Bambrrgrr brschasliglc sich mit den Auschauiingeu und Urtheilru griechtschrr und römischer Autoren über Juden »nt Iutentbum. Den Grund der, sehr virlen Schrtsistkllern Lea AlterihumS rigenrn vrrkchrtru Aasichten über den MokaiSmus und seine Bekenner suchte der Redner einzig und allein in der völligen Verkennung der so eigen gearreleu monotheistische» Religion aus. zu deren Beurthrilung dem Polytheismus jeder Maßstab fehlte. Die -richlichea Gitatr aus Gicero. Tacitu«, Iuveual und andern, gewährten einen intcreffantrn Gindlick in die da« Altertbum dcheerschtudt Anschauungsweise. deren Spnreii leider noch bi« in dir 1 *) Zufällig vcrspätrr Red.