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Ben Chananja · 1863-03-04 · 10 (4.3.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
10 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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101 162 nicht weniger gethan. Denn nnter Männern der Wahrheit können dergleichen Bedenklichkeiten gar nicht statlfindrn. ES vermehrt meine Achtung nnd Freundschaft gegen ihn, da ich solche gute Gesinnungen bei ihm wahrnehme. Machen Sie dein würdigen Freunde meine Empfehlung. Daß ich ihm nicht wieder geschrieben, ist meine Schuld nicht, ich habe selbst von dem Hanse, daS mir den Auftrag gemacht, von jenen« Tage und «velker feine Nachricht erhalten. Bon den fünf Büchern der Thora wirb, von Leipzig anS die erste Ablieferung, bestehend in Genesis, wohl schon dort angekommen sein. Ich krwarte von Ihnen 2hre offenherzige Beurtheilung, »vie Ihnen daS erste Buch Mosiö gefallen «vird. ״Ich fasse mich kurz mögen vieler Beschäftigung und bin zu jeder Zeit für Ihr Wohlergehen. MoseS von Dessau. Mit Hilfe GotteS. Berlin, l2. Nissan, 240. In dein Jahre!783 gab Avigdor Levi seine hebräische Sprachlehre uuier dem Titel: דבר בזב, in 4. heraus. Eine Erklärung, die er in der Borrede über den BerS deö Psalmö 62, 13: Doch Gnade, Herr! steht auch bei dir! Jedem lohnest du nach seinem Werke, gab, «nachte Mendelssohn so verdrießlich, daß Avigdor glaubte, seine Freundschaft gegen ihn sei in Feindschaft übergegangen und er stichle sich in eine««« Briese zu verlheitigen. Mendelssohn antlvorlete «hin: ״Ihr Schreiben hat «««ich in Berivundernng gesetzt. So «veil ist eS niemals gekoinmen, daß ich ek»va, Gott behüte, Haß oder auch nur Unsrcnndschasl gegen Sie geäußert oder eulpsniidktt Halle. EllvaS kaltsinniger bin ich ge«vorden, dieses gestehe ich, nachdem ich geivahr «vvrden bin, «vie sehr verschieden mir sind in unseren Grundsätzen, so daß «vir niemalS recht harmonireu können. Sie sagen nnd drucken Erklärlmgcn der heiligen Schrift, davon Sie selbst wissen, daß sie unwahr sind, und sprechen in mancherlei Dingen «vieder nach dem bessern Wissen. Alleö dieses ist mir zuwider, und wenn ich mir gleich eine Situation denke, in »vclchcr alledieses mit graden und rechtlichen HerzenSpflichten bestehen kann, so habe ich doch auch meinen Grund, warum ich allen Schein vermeide, daß ich eS billige. Genug hiervon! So möchte Gott der Barmherzige und Gnädige «««eine Sünde vergeben, wenn je in meinem Leben ein feindlicher Gedanke entstanden. DicS ist nicht ,nein Gebrauch gegen den Geringsten der Menschen, u«n wie viel weniger gegen einen Gesetz- und Goneölehre ausübenden Mann wie Eie k.“ Später schrieb er ihn«: ״Ihr «vertheS Schreiben vom 24. Schebal hat mir viel Dergnügen verursacht, und «venn ich je verdrießlich gelvesen, so hat mich ein solches Schreiben zusriedenstellen können", und die Freundschaft zwischen den z,vei Gelehrten war wiederum hergestellt, nnd dauerte, ohne Unterbrechung bis zn«n Tode Mendelssohnfort. Sein frühzeitiges Ende war für Avigdor Levi ein großer und tiefgefühlter Schlag. In seinem Schmerz suchte er seinem kummervollen beklommenen Herzen durch einen poetischen Erguß Lust zu «nachen. Er entlvarf die Biografie seines vere«vigtea Freundes in hebräischen Versen. Diese Blume deö Ruhm-, gestreut ans die theure Asche MendelösohttS, ist noch voo Niemand erwähnt worden. Sie steht gedruckt im ersten Heft deS ״Jggroth Ha׳Rcmad", daS er 1794 in Wien bei Au« ton Schmied berauögab. Z«vri Jahre nachher schrieb Avigdor sein filosofischeS Lehrgedicht Ehotham Tochnith nebst zahlreichen Anmer« klingen, betitelt: פתזה הוחם תבגית, die einen Beweis von seiner Gelehrsamkeit und seinen« aufgeklärten Sinne liefern. ES «vurde 1797 in Wien bei Anton Schmid. gedruckt. Bei«! gefügt ist das zlveite Heft der Mendelsohnischen Eorrespon« ' den;, sowie auch andere seine Uebcrsetzung deS Pentateuchs I betreffende Briese. In diesem;,veilen Hefte befindet sich auch I der Brief, den der gelehrte Samuel Ha^rstad. im N«...».. i der jüdischen Gemeinde in Dresden au Mendelssohn schrieb,! uni seine Hilfe für die Inden in Sachsen zu envirken. AnS! diesem Briefe geht hervor, daß man Mendelssohn bat, sich! bei den, damaligen sächsischen Gesandten zu Berlin, dem Freiherrn von Fritzsche, der ihn so hochschätzte, zu vcrwcu«! den, »vao Mendelssohn «vahrschcinlich auch lhat, «vie Sidori,! Geschichte der Inden in Sachsen, Seite 98, berichtet. Dieser! hochgestellte Mann und der ZkabinetSrath von Ferber, an! den sich Mendelssohn brieflich wandte, belvirkten die Zurück«! ziehnng der AnSschaffnngSordre mehrerer Hunderte armer j Juten ans der Nesidcnzstadt Dresden.! Avigdor Levi auS Glogar« lebte noch j809 als erblin- | derer Greis in Prag. Er hatte zur Ehre Mendelssohns noch eine Lanze mit dem Rabbiner Eleazar FlekcleS gebrochen, und dessen Ucbersctzung gegen diesen berühmten Fanatiker in Schutz genonnnen. Seine Verehrung für Mendelssohn hörte erst mit seinem Tode auf. Von öcr Nichtigkeit ürr griechischen.MMer-! setznngen zur Erkenntnis Des ‘ und der Tradition. Bau De- M. Zipfer. Rabbiner. Der Unterschied zwischen den alten uud .!tuen Nebrrsrtzuugrn der Bibel besteht darin, daß während in neuerer Zeit die Neberlieseruug al» lebendige Quelle bereitversiegt ist, we-halb auch jeder Bibelübrr»! scher sich au«schlicßlich an die kunstzerechtcu Regeln der Grammatik , und der Lerilcgraphie zu halte» genöihigt siche, dir Deefaffer der allen 56

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