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Ben Chananja · 1863-02-24 · 9 (24.2.1863) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
9 (24.2.1863)
Date
1863-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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161 162 warnte er vor ftfcrai Zusatz und jeder Minderung und sagte: (Dent. 4.2) ,Ihr scllt nicht« hinzuthua zu der Sache, welche ich euch gebiete, und sollt nicht« mindern daran.- Denn dies,« hätte da« Ansehen de« Gesetz,« gefährdet und den Glauben von einem nicht göttlichen Ursprünge de«- srlben begünstigt. Jedoch befugte er die Weisen jede« Zeitalter«, zur Tr» Haltung der göttlichen Gesetze ״Zäun," zn machen. Auch gestattete er ihnen ferner, nach Umständen die Aushebung einiger Gebote und Der׳ bote, keineSwtg« ober für ewige Zeiten. Man siebt nun. sagt Schi» nober, daß die Observanzen sich meist auf Bibel »nd Propheten stütze»; wenn nun die mündliche Lehre auch schriftlich aus »n« grsommen wäre, wie würden die Weisen zeitgeaiäß, Deränterungen rornedmr» dürfen? Und gesetzt, daß fi, die« thäten. so würde sich da« Volt schwerlich de» qurmen, etwa« anznerkennen. wa« eS nicht schwarz ans weiß hat. Darum wurde die Dibelertlärung mündlich überliesert, damit die Spätern, nach 13 ausgestellten Regeln, Schlüffe ziehen und Aenderungen machen dür, scn. und da« Volk aus die Aussprüche der Schriftgelehrten angewiesen sei.* Hier ist also EkiorinS Ansicht in einem Werke, das 3> Jahre älter ist. al« das Guief ha-Schaweh. ausgesprochen, ja. Sckinobcr ging noch weiter als Ehorin, indem dieser dem Beth-Din mir die Macht einräuuitr, Obscrranzen zu schaffe» , während jener auch Halachoth in seinen Mri» »uiigskreis zog. — Dir Meinung ,heilten jedoch beide, daß N. Iehuda Ha-Naßi die Mischnah, sowie R. Asche den Tlialmnd geschrieben habe, was ich jedoch (mit Beziehung auf Rascki und Tbagi«) rnischietcn in Abrede stelle. Ich behaupte, daß keiner von Beiten etwas geschrieben habe. Wenn jedoch Thorin später behaupte» wollte, daß Synoden selbst an biblische Gebote Hand anlegcn dürfe». so will ich i!t dieser Mei« »uiig mit ihm nicht >»» das Recht der Erstgeburt streite»׳, simiu cimjue! Hierin stimmen murrt Aiistchlen nicht überein. Mögen die Progreffipe» und Toiiservalivcii ihrer Wege ziehe»; ich aber glaube, die Wahrheit uur in der Mitte zu finde»׳. Nachbemerkung der Nedaktkon. 8« wäre uns sehr willkommen. von nnserm gelehrten Freunde knzzatto oder von rineni andern gelehrten Mitarbeiter Näheres über den i angcsührten Autor und dessen Werk zn vernehme». In der Geschickte i der Theorie.» über die Beflimuiniig der Traditio» wird auch Mendels» | iohn zu erwähnen sein, welcher bei Abfassung seines Jcrnsalei» (1783) j Ccm Tbalmudstudiuin längst enlsrenidei war. nm die Quelle» bestagen zu können. Seine silosonsch Pädagog »sch e Ansicht von der Bestim- »iniig der Tradition spricht er iu folgenLc» Worte» au«: ״Ich habe nunmehr zum Grundriffc des alten ursprünglichen JttdenthiiuiS, wie ich mir solche« verstelle, die Außeiilinie» eulwcrse»: Lehrbegriffe und Ge» setze, Gcsinnuiige» und Handlunge». Jene waren nicht an Worte und Zeichen gebundeii. die für alle Menschen und Zeiten, unter allen Nalioneu und Sprachen. Sitten, Lebensarten und Verhältnissen immer dir» selben bleiben, uns immer dieselben steifen Formen darbiete» sollen, in j welche wir unserr Begriffe nicht rinz'vängcn können, ohne sie zu ver» stüiniiieln. Sie wurden dein lebendigen, geistigen Unterrichte anvrrtraut. der mit allen Vekäuderungc» der Zeilen und Umstände gleichen Schritt ׳ Hallen, und »ach dem Betürsuiff», nach der Fähigkeit und Faffungskrast de- Lehrlings abgrändert und gemodelt werden kann. Die Veranlassung ( ju diesem väterlichen Unterrichte fand man in dem geschriebenen Gesetzbuche und in de» Tereuionialhandlungen. die der Bekenner de« Inden» ihum« unaushörlich -u beobachten hatte. Es war anfangs ausdrücklich verboten, über dir Gesetz, mehr zu schreiben, als Gott der Nation durch Mose« hat verzeichnen!aff,». ״Wamündlich überliefert wordeusagen die Raddincn ״ist dir nicht erlaubt, niederzuschreibeu.- Mil vielem Wi« drrwiilen entschlossen sich die Häupter der Svnagoge in den solgeuLeu Zeiten zu der oothwendig gewordeueu Erlaubniß. über die Gesetze schreiden zu dürfen. Sir uannlen diese Erlaubniß eine Zerstörung de- Grsetze« und sagten mit dem Psalmist,»: ״T« ist eine Zeit, da ma, »« de« Ewigen Wille» da« Gesetz zerstören muß." So sollte e« aber, der ursprüngliche» Verfassung nach, nicht sein. Da« Eerrmoniaigesrtz selbst ist eine lebendige, Geist und Herz erweckende Art von Schrift, die br» lrutungSvoll ist. nnd ohne Unterlaß zu Detrachtnugen erweckt, und zum mündlich,» Unterrichte Anlaß und Gelegenheit gibt. Da« der Schüler vom Morgen bi« Abend «hat und thun sab, war ein Fingerzeig auf religiös, Lehren und Gesinnungeu, trieb ihn an, seinem Lehrer zu folgen, ihn zu beobachten, alle seine Handlungen zu bemerken, den Unterricht zu holen, dessen er durch seine Anlagen fähig war, und sich durch sein Betragen würdig gemacht hatte (Gesammelte Schriften 3. 324).- Korrespondenz Ausland. Parks, Mitte Feber. Am 27. v. M. fand dir srierlichr Einweihnng deS au« einer Pyramide von weißem Marmor bestchenden DenknialS Saniuel Eahn's statt, dem die französischen Juden die französische Ucbersetzung und ldoniinentirung der ganzen h. Schrift verdanken, und der die ״Archive- JsracliteSgegründet hat. Das Wort führten bei dieser Gelegenheit: Rabbiner Eharlevilke. I. EzynSki und Isidor Eahen. Der erste Redner schilderte die liierärischen Derdieuste des Voklentelen. (עיי de» ״Archive«- ist die Rede abgedruckt; statt Richard Samuel soll c« wohl Richard Simon beißen). Der zweite Redner, ein Pole christlicher Religion und Mitarbeiter der ״Archiv,«", hob besonders bervor, daß die ״ArchiveS" mit dazu beigrtragen haben, eine bleibende Venöbiiuiig zwischen Ehristen und Juden zu bcwerkstelligen. Der dritte Redner, Svlin des Vollendete» »nd gegenwärtig Redakteur der ״Archives" dankte de» Anwesenden für ihrr Tbeilnahine. Ans Amerika, Ende Jänner. Der General-Major Grant, Eommandant der föderirtcn Armee, die in Tenessö» operirt, hat unterm 17. Dezember v. I. rin Aussckaffiiugs-Dekret gegen die Inden in Kentucky und Tcuneffvu uulcrzeicknct. Und wiewohl der General-Major sein Dekret bald nach deffeu Erscheinen widerrief, so hat sich die öffentliche Meinung dennoch nicht sogleich beruhiget. Einer Deputation. welche in dieser Angelegenheit dem Präsidenten Abraham Lincoln Vorstcllniigen machte, sagte letzterer unter Ander,», daß er selbst von Juden ab stamme. In den GesichtSzügen des Präsideiilen soll auch wirklich der jüdische Typus nicht zu verkennen sein. (Ha-Maggid). bolombo (Vereinigte Staaten von Nordamerika). Die Herren Heymann u. Touip., deren industrielle« Etablissement sriucr Natnr nach auch am Rosch Ha-Schana und Jom Kippur nicht feiern konnte, haben den Ertrag dieser Tage. 3000 Gulden, der hiesigen Synagoge zugewendet. (Jsr.) T Bukarest, Milte Feber. Wiewohl Ihr Bericht mit dem der ״Archive»- übereinstimmte. so stimmte derselbe mit der Wirk« lichkeit der hiesigen Personen und Zustande nicht ganz überein. Neben dem Herrn Popper haben sich nämlich auch die Hciren Flügel nnd Filoscfic Dr. Fel« bedeutende Verdienste um die Gründung de« hicsigru Eulturverein« erworben. Die Versammlungen desselben finden Sonntag und Donnerstag Abends statt. Die Donlierstag-Dersammlungea sind zur Diskuffion offener Fragen und zu musikalisch-deklamatorischen Genüsse» bestimmt. Ju letzterer Beziehung sind wir dem Assekuranz-Beamte« Herrn Pollak aus llugarn für dessen ausgezeichnete« Tlavirrspiel, sowie unsere»! vielversprechende» jungen Leamatischen Künstler. Herr» Stern, tür deffeu echt künstlerische Deklamation zu vielem Danke verpflichtet. An Sonntagabenden werden längere zusammrnhängeudr Vor» träge gehalten. Eine ungemetn hervorragend, Stellung nimmt hier der

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