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Ben Chananja · 1863-02-11 · 7 (11.2.1863) · page 6

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
7 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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111 112 «Hi hält, und klagt, indem er fich sein Haupthaar auSreiß», mit den Worten'): Wehe mir, daß ich mein Hau« zerstört, meine Tochter zur Waise gemacht habe; mein Körper ist gebrochen, welchen ich nicht eher wieder aukrichten werde, biich mein Hau« aufgebaut habe. Lo rrrsponden). Ausland. Paris, Ende Jänner. Die französischen Juden verloren dieser Tage einen ihrer größten Rabbiner: Der gelehrte und bescheidene Mayer Lambert, Oberrabiner zu Metz, starb nach einer langen Krankheit am 16. d. M. Der Dersiorbene verbot in seinem letzten Willen eine jede Rede und anderweitige Feierlichkeit. Eine große Menge folgte dem von den sechs Eöhneu des Verblichenen getragenen Sarge. Die Nachbargemcinden waren durch zahlreiche Deputationen vertreten, (vuiv. isr.) Stocfholm, Jänner. Der jüngst hierorts verstorbene Del Blanko. Israeli«, hat seinen Glaubensgenossen 20,000 Thaler hintertaffen. Außerdem vermachte er den jüdischen Arbeitern seiner Fabrik lO.OOO Thaler mit der Bedingung, daß ״sobald die Juden in Schwede» die gänzliche Emanzipation erreichen werden, die Christen diese Stiftungen ebcnsallS genießen sollen." (■Archiv, isr.) Trier, Ende Jänner. Eben sind erschienen die ״Statuten der Leopold Goltschmidt'schcn Stiftung zu Gunsten verdienstvoller Lehrer, respeltive deren Witwen und Waisen. Mainz 1863." Es ist eine sehr erfreuliche Erscheinung, daß in neuester Zeit von edlen Männern Israels woblihälize Stiftungen gegründet werden, und zwar, daß diese Männer bei ibrcm Leben schon solche in Wirksamkeit trete» lassen und somit die Verwaltung derselben noch eine Reihe von Jahren übernehmen. Diese« ist bei der in Mainz bestehenden Stillung des Herrn Leopold Goldschmidt der Fall, und wünschen wir dem freigebigen und gebildeten Liisler das Glück, noch viele Jahre die Verwaltung leiten zu können. Wir theilen Einiges aus der trefflichen Vorrede zu diesen Statuten mit: ״In unserer an WchlthätigkciiSsiun reichen Provinz fehlt eS nicht au UnterstützmigSquelleu für unbildungSsähige Arme, wohl aber fehlt es an Stiftungen, welche den redlichen, jedoch kärglich belohnten Fleiß ,u seinem schweren Bernfc ermuntern. Solch eine drückende Stellung haben vor Allem die Lehrer in den Landgemeinden. Seite 4 der Vorrede gibt der Stifter als Grund an, warum er seine Stiftung nur aus israelitische Lehrer beschränkt, weil die israelitischen Lehrer weder vom Staate noch von den Civilbehörden irgend eine Rrmuncration beziehe», und Laß biheute ei» israelitischer Lehrer, selbst der tüchtigste, nicht eine Anstellung in öffentlichen Schulen zu erlangen vermag. ״Sollte diese doppelte RechtSungleichhcit im Lause der Zeit aushörea, so ist c« mein Wille, daß die betreffende Bestimmung aufgehoben und die Derthciluiig der Stipendien ohne Rücksicht aus da« religiöse Dekenntniß auSgesührt werde." Auw ferner mögen dir israelitischen Stifter dem Herrn Goldschmidt nachahmeu. daß sie in solchen Ländern, wo wir noch von Allem au-geschloffea find, nicht zu philantropisch scheinen sollen. Da haben ״) Bergt. Talm. bab. Deracholh. 3 a, »0 H heißt, daß Gott täglich die oben anqeführteu Worte au-spricht: daß der Copte hier von Jom Kippur spricht, mag wieder eine Eonfusion mit Berachoth 7 a sem. Sollt» Jemand dem Copten מנענע mit Haare a uSrrißea übersetzt Habens wir vorerst noch für un« zu sorgen. Ueberhaupt kann man den Jude» de« Mangel« an Toleranz nirgend anklagen. Der Jude ist dankbar. Oderrabb. I. Kahn. Inland. P. Wien, Anfang Feber. Wie Ihnen bekannt, wurde von Seite der Prager Rabbiner, die leider nur zu spät erkannten, daß sie die Irregeleiteten waren, und daß ihre Autorität nur dazu benutzt wer» den sollte, um eine der einen oder anderen Person unangenehme Eoneurrenz aus dem in monopolistischer Weise fich angcmaßten Gebiete rab« binischrr Funktionen im Keime zu ersticken, eine Eingabe beim Präfldium der hohen Statthaltcrei überreicht. In derselben soll nicht« Gr» ringrres verlangt worden sein, als das Zugeständniß einer Macht, vermöge welcher in Cultu-angelegenheiten nicht« ohne Zustimmung de« RabbinatS vorgenommen, daher weder ein Bau, noch ein Umbau einer Synagoge ohne ihre Einwilligung begonnen, noch ein Prediger oder Rabbiner an einer der Prager Synagoge» angestellt werden soll, rn dessen Anstellung sie nicht eoiiscntirtcn. Wie eS verlautet, hat das Statt- Halterei-Präsidium in seinem Bescheide dem Prager Nabbinate die Con« zession gemacht, daß in allen, in reinen CultuSangelegenheiten zu trcssenden Maßregeln und Einrichtungen zuvörderst das Gutachten de« Rabbin'atS ringeholt werden soll, ohne aber die Verwirklichung derselben von ihrer Einwillung abhängig zu machen. Eine Entscheidung, mit der gewiß jeder vernünftig und billig denkende Israelit sich einverstanden erklären wird, bei der die Autonomie der Gcmcnidc in gleicher Weise, wie das Ansehen des Rabbiners gewahrt, und die AmtSthätigkcit desselben aus seinen eigentlichen und ursprünglichen Berus, auf den de« Lehrers und WarncrS beschränkt wird. Doch auch damit will sich, wie man hört, die Repräsentanz der EnltuSgcmeinde zu Prag nicht zusriedenstcllen und eine Acndcr.ung des Statthallcrc׳-Erlaßes beim Staat-« Ministerium hcrbcizusühren suchen. Prag, 5. Feber. Dir hcrabwürdigcnde Behandlung, welche sich Ihr 6-Correspondent in Nr. 5 d. Bl. gegen Herrn Adler erlaubt, muß die Indignation Aller erregen, die den Angegriffenen kenne» und mit den Derhältniffcn vertraut sind. Herr Michael Adler ist Reli« gionSlchrcr der gcsammtcn jütischen Gymnasial» und Ncalschuljngend in Prag. Sie können Wohl mit aller Gewißheit vorauSsctzen, daß die Repräsentanz der Prager Gemeinde Herrn A diesen wichtigen Posten nicht anvcrtraut hat, ohne von seinem gediegenen Charakter und von seiner Befähigung die festeste lkebrrzeitguiig erlangt zu haben. Diese Uebcrzrugung!heilt mit der Repräsentanz die ganze Gemeinde. Dieser ״gewisse" aber zugleich sehr gewiffenhaste Adler war allerdings früher Rabbiner zu Pisck. und zwar zur vollen Zufriedenheit seiner Gemeinde. Er verließ seine kleine Gemeinde, weil er e« vorzog, in die Herzen so zahlreicher jüdischer Kinder und Jünglinge die Saaten der Religion, de« Glaubens und der Sittlichkeit zu st-euen. Ueber den Antrag de« Herrn A. bei der Berathung des CultuSgemeindr-Sntwurf,« ist Ihr 6» Corresponden» ohne Grund in Zorn gerathen, da Herr ReligionSlehrer A. seinen di, Commission zur Prüfung von Rabbinen betreffenden Antrag nur so lange effektuirt wissen wollte, al« kein Seminar besteht. Daher lautet der 8- 00. der CuliuSordnung: ״Candidaten, welche i» einem in» oder ausländischen Seminar ihre Befähigung erlang« haben, brauchen sich der im 8- 6V vorgtschritdenea Prüfung nicht zu unter» Ernst Wehli. Präses der isr. CultuSrevräsentaaz. R Prag, Ente Jänner. Synagoga Moiseliana triam• phans! Auf da« Begehren de« Rabbinate« um Sistirung de« Adap» tirungsbane« der Meiselsynagoge antwortete da« hiesige Magistrat uu» trrm 31. Dezmber v. I.. Z. 74.27S. wi, folgt.

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