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Ben Chananja · 1863-02-11 · 7 (11.2.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
7 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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109 110 der Noth von wem immer ertheilte Taufe ist wohl recht-giltig, wenn auch unerlaubt ertheiU"*)? 3ede Zeit hal ihren Eisenmenger. Literarischer Ausflug von Adolf Neubauer. Ich habe in einigen Nummern dieser Blätter zu zeigen versucht, von welcher Wichtigkeit die jüdisch-arabischen Terte für die jndische Literatur sind; ich hoffe Gelegenheit zu haben, auf denselben Ge« genstand ziirückzukommen. Diesmal sei es mir gegönnt, darzuthun, von welchem Nutzen arabischmuselmä unische Werke.für alle Zweige jüdischen Wissens sind. Dir jüdische Fckososie ist aus arabische Vorar« beiten gestützt, und viele Ausdrücke, die uns im Originale oder in hebräischer Ucbersetzung vorliegen, müssen aus ihre arabische Quelle zurückgr» führt werden, um den Sinn derselben genau erfassen zu können. Für derartige Studien wird Mnnk's Ouiä o des Egarös unentbehrlich, denn außer dem Originaltcrte sind auch die Hinweisungen m den schätz« baren Noten dieses Werkes, wo die Quellen dieser Ausdrücke zu finden sind. Za sehr oft hat Munk eS dem Leser so bequem gemacht, indes er ganze Stellen aus de» arabischen Filosofen gegeben hat. — Für Grammatik und Lcricographie sind die wichtigsten Werke, sowohl des ein- und zwcibuchstabigen WurzelsystemS. als auch des neuen jetzt gangbaren drcibuchstabigcn in arabischer Sprache geschrieben, und ohne Kcnntniß der grammatischen Ausdrücke der muselmännischen Schulen s a st unverständlich '). Bon der hebräischen Poesie brauche ich es nicht erst zu erwähnen, denn die Form der Bcrse ist ja ganz dem arabischen nachgeahmt. und die meisten Bilder sind den Arabern entlehnt. Der Mischna-Commcntar MaimonidcS besonder« auf Seraim kann ohne dem arab. Original gar nicht gehandhabt werden. — Und wie viele Facta und Data in der jüdischen Geschichte sind nicht durch arabische Schrisist.llcr entdeckt oder fcstgcstcllt worden. So hat Munk ,. Bin seinen sehr gelehrten Memoiren über R. Jona Jbn—Djaiiah durch einige Bcrse aus Ibn-Haukal das Zeitalter des Samuel ha—Nagid er- Mitteln können. Einer der älteste» arabischen Historiker, Massudi. hat da« Dokument über das wahrhafte Bestehen eines jüdischen Chasaren» reiches ausbcwahrt; nur durch ihn konnte man die Chasarenbriefe. in mehreren Ausgaben des CuSri gedruckt, für echt annchmen. Leider ist dessen großes Werk Achlar ez-Zeman (Die Ereignisse der Zeit), worauf er sich in seinem andern Werke Murud sch ez—dzeheb (dir goldenen Wiesen) beruft, verloren; letztere« wurde von der geschickten Hand degelehrten Orientalisten Dr. Derenburg in Parinach mehreren Manuskripten genau bergrstellt, und ein großer Theil de« ersten Bande« ist auch von demselben jrauzösisch übersetzt, leider war e« diesem Gelehrten nicht möglich, diese mühsame und verdienstvolle Arbeit zn vollenden, und die Uebersetznng wird nach dem Terte Derenburg'« von Herrn Pavet de Conrteille und Barbier de Meynard fortgesetzt. Der zweite Band ist beinahe vollendet und letzterer gelehrte Orientalist halt» dir Gefälligkeit.mir den Probebogen mitzutheilen, an« welchem ich ge« »reu nach dem Arabischen die Stefle übersetze. ') Unsere Leser werden e« dem sehr gelehrten und humanen Herrn Einsender, einem Katholiken. Dank wissen, daß er fl» mit den angeführten Doktrinen bekannt gemacht hat. Ned. ') Vergleiche Notic« 8ur la lexicogr. hebraique. Jour. Aaiatique. Sept Octobre 1862 pag. 219 et pass. Massudi erzählt (Seite 388), daß ein koptischer Ehr'st in einer Versammlung bei dem Prinzen Jbn-Tülün Disputationen über die ver» schicdrnen Religionen hatte; unter Anderm soll auch ein Jude, der Arzt de« Ibn.Tülün, zugegen gewesen sein. Der Jude bat den Prinzen um Erlaub« niß, da« Wort nehmen zu dürfen, und al« er diese erhielt, schickte er sich an, dem Coplen Fragen zu stellen. Dieser aber fragte den Juden: Wer bist du und zu welcher Nation gehörst du? Alihm die Antwort erlheilt wurde, ״ich bin ein Jude" so süzte der Copte hinzu: da« iß ein Magier. Man richtete an ihn die Frage: Wie ist die« möglich, da dieser Manu doch Jude Ist? Die Juden, antwortete er. heiraten ihre eigenen Töchter tu manchen Umständen. E« ist nämlich ihren Satzungen gemäß gestattet, ihre Nichte zu heiraten, zugleich aber liegt ihnen eine Pflicht ob. die Frau de« verstorbenen Bruderzu heiraten." Wenn nun diese Schwägerin keine andere als ibrr eigene Tochter ist, so liegt gar kein Hinderuiß im Wege, diese zu heirate»'). Die« ist eine» ihrer Geheim» niffe, welchesie nur unter sich wissen. Nun gibt e« wohl eine schänd« licherr Th.1t unter den Magiern? Der jüdische Arzt wiediese Beschul» bigung zurück, indem er behauptete, daß solches nie bei Inden vorkow» men könne. Zbu—Tülün ließ Erkundigungen eiiizichen, und vernahm, daß dieser Arzt seine eigene Tochter geheiratet hätte, da sie die Witwe seine« Bruder« war. Der Copte wandte sich an Ibn—Tülün, und fuhr fort: O Prinz, diese Leute (indem er auf den Juden deutete) behaupten, daß Gott den Menschen nach seinem Ebcnbilde geschaffen hat. Einer ihrer Propheten') (der Copte nannte ihn) sagte in seinem Buche: daß Gott ihm eines Tageerschienen, und man bemerkte an ihm einen weißen Bart und weiße- Haupthaar. Gott soll Folgende« gesagt haben: ich bin da- Feuer, welche« verbrennt, das Fieber, welche« verzehrt; ich züchtige die Kinder wegen der Sünde der BLter. Nach der Erzählung der Thora haben die Töchter LotS ihren Vater berauscht, und wurden blutschänderische Mütter. MoseS hat zweimal die Mission Gotte« von sich gewiesen, so daß er sich den Zorn Gotte« dadurch zngezogen hatte. Aron hat mit eigenen Hände» dagoldene Kalb gemach«, welchedie Zuden anbcteten * * * 4). Die Wunder, die MoseS vor Pharao gemacht, wur» Len sogleich von den Zauberern nachgeahmt. Und wasagen sie aste« nicht über da- Schlachten de« Viehes, und wir sie glauben, sich Gott mittelst Fleisch und Blut zu nähern (d. h. durch da« Opfern und Blut» sprengen). Sie erheben sich über den Verstand nnd verdammen» ohne Beweise zu geben, den freien Gebrauch der Vernunft. Sie behaupten» daß ihr Gesetz keiner Veränderung nnterliege; fie erklären die Worte der Propheten, wenn sie etwas gegen Mose« sind, für unzulässig, obzwar doch, der Vernunft gemäß, kein Unterschied sei zwischen Mose« und dessen Nachfolgern, sobald ihre Mission durch wahrhafte Beweis, genug bestätigt ist. Aber wa« dahöchste de« Unglauben« bei ihnen ist, wa« sich nach ihrer Behauptung am Jom Kippur, welcher am 10. Tischri statt hatte, zuträgt; fie sagen, daß an diesem Tage der klein, Herr (י(אלרב אלצניר welcher von ihnen Methatron geuanut wird, sich ans» ') Der Copte wird doch wohl von den Au-nahm-gesetzen der Levirat«,he gehört haben; selbst Samaritaner und Caralt,n. die sich, und besonder« di» erster» sehr strenge an den Wortlaut der Bibel hak» ten, müssen hierin eine Ausnahme machen. *) Wahrscheinlich Daniel gemeint; die andern Steflen find confas an« exodas XXIV., 17; XX, 6 und vielleicht Jsaia« XXX. 4) Diese Stelle mag Juda Halrvi gekannt haben, weswegen er auf dies» Punkte so im Detail in seinem Cusari zu sprechen kommt׳ Bergt. Cusari I.. 97: II. 26 und andere Stellen. Massudi« Werk, waren in Spanien sehr gut gekaont.

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