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Ben Chananja · 1863-02-11 · 7 (11.2.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
7 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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113 114 »Dir Herren Oberjuriste» Rapoport und Freund find hierstellig >ud pr. Decemb. l. I, Z. 72.121 bittlich geworden, womit vom Ma» gistrate der ,u der Meisel-Synagoge staltsindende Umbau eingestellt werde, weil dieser Bau von dem Vorstände besagter Synagoge oboe Einwilligung de« Eigenlbümer«, nämlich der Prager Judengemeindr »nd gegen das vom religiösen Standpunkte eingelegte Veto der Herren Obrrjuristen geführt wird. — Mit diesem oben angeführten Begehren werden die Herren Obrrjuristen in der Gänze abgewiesrn. weil zu dem fraglichen AdaptiruugSbau der Vorstand der Meisel-Synagoge den vorgeschriebenen politischen BanconscnS von der Statthalterci unterm 31. August 1862 erhalten, — zu diesem Bau die einvernominene Prager isr. EulluSgrmeinde-Nepräseiita», ihre Zustimmung erthcil« hat. somit im vorliegenden Falle den bestehenden gesetzlichen Bauvorschriften in allen Richtungen entsprochen wurde, übrigens dem Magistrate kein Gesetz bekannt ist, welches die Prager Herren Obrrjuristen berechtigen würde, bei SvnagogSbanlichkcitcn entweder ihr Placetum crtheilcn, oder ein wirksames Veto einlrgen zu können." Seit diesem Bescheide ist nun Astes wieder ruhig geworden, an dem AdaplirungSbau wird steißig gearbeitet und so viel sich schon jetzt entnehmen laßt, wird die Mciselsynagoge sich zu einem imposanten und großartigen Vethause gestalten, welches Leu Bedürfnissen vieler Andächtigen. die in den engen Räumen des bestehenden Tempels vrrgebcnS ihre Befriedigung suchen, vollkommen entsprechen, der Prager EnltuSgemeinde zur wahre» Zierde nnd der ebenso energischen als höchst achtbaren Repräsentanz der Prager EultuSgemeindc, welche dem Unlernehmen allen nur möglichen Vorschub leistet, zum Ruhm gereichen. Die Theilnahme für das ttnicrnehmen wird mit jedem Tage lebhafter, je mehr man sieht. wie der Vorstand der Mciselsynagoge weder Lurch die Stimme einer Unheil verkündenden Eaffandra. noch durch Hohn und Spott sich abschrecken läßt. LaS sich gesteckte löbliche Ziel zu erreichen. Vor allem ist er bestrebt, einen Prediger zu gewinnen, der durch Wissen, Eharakter, Rednertalent nnd feine gcsesiige Ma» liieren Achtung und Ruf genießt, und er ist ans dem besten Wege zu einer solchen Aquisition. Für dessen ehrenvolle, »uabhängige Enstrnz wird genügend gesorgt werden. Wird der künftige Prediger nur »erstehcn, sich die Achtung der Gemeinde zu erwerben, daun wird er sich einen schönen Wirkungskreis schaffen, indem er nicht nur als Verkündrr des GottcSwcrleS, sondern nach vielen anderen Richtungen hin ersprießlich und scgcnreich wirken köunen wird. Hier sucht das Publikum seine» Mann, der geeignete braucht sich nur finden zu lassen, der Theilnähme seiner Gemeinde ist er sicher! R Pest, im Februar. Die israelitische Lehrerbildungsanstalt hat nun das dritte Jahr ihresegen reichen Wirken« zu rückgelegt. Uu» vcrwclkliche Verdienste hat sich in die scr Hinficht der strebsame Direktor Herr Lederer erworben, welche in den von Zeit zu Zeit eingelaufenen Dank» abreffen der Gemeinden zu LovaSbcrüny, Szillas, Kövügü-Eör-, Nagy» Düm, Enyeug, Toti« gewürdigt werden. Gegenwärtig zählt die Anstalt SO Zöglinge. Die Unterrichtssprache ist fast ausschließlich ungarisch. Dir durch Herrn Dr. Meiscl angeregte Suppenaustalt kommt den Canr didaten sehr zu Gute. W. Preßb'rrg. 30. Jänner. Hier erzählt man sich seit einigen Tagen, daß edem Pester Oberrabbiner Dr. Meisel gelungen sei, ver« mittelst einer bei der k. Statthalterei ringcreichten Denkschrift durchzu» setzen, daß in Zukunft — wie ich höre, vom 1. März an — alle jü» dische« JkaufmannSläden und Wechselstuben an Sabbaten und Festtagen werden geschlossen bleiben müssen. Wenn sich diese« Gerücht bestätiget, wird die hiesige jüd'sche Gemeinde dem Dr. M. eine Dankadresse über» reichen lassen. Kula, 8. Feber. Laut Protokoll au« der am 25- Jänner 1663 abgehalteneu Sitzung der Repräsenianz der 3kulaer isr. CultuSgemeiude wurde der geehrte Präses de« Pester isr. Geweindevorstande«. Dr. Ignaz Hirschler, einstimmig zom Ehrenmitglied» ernannt. Da« diesbezügliche Dekret lautet: Nr. 29. Ew. Wohlgeboren! Geehrter Herr Präses: ישא ה. סניו אליך וישם לך שלזם Mit diesem da« 3utro«huw Jahrtausende hindurch geleitenden, glückverheißenden SegenSspruchr de» grüßen Ew. Wohlgeboren di »ergebenst gefertigten Repräsealantro dieser Gemeinde. Wie e« Ew. Wohlgeboren zu den befriedigendsten Trged» niffcn Ihrer Bestrebungen zähl!. die brüderliche Eintracht hergestellt za haben, so wünschen wir von aufrichtigem Herzen, daß der Herr Ihre» edlen Bestrebungen sein Antlitz znwrndr״, und diesrlbru mit Erfolg krönen möge, mit dauerndem Frieden. So schmerzlich die unliebsamen Ereignisse von einigen sogar beteutendeu Schwestergemeinten, wo Unei» uigkciten und Zwietracht eine faktische Trennung herberbeisührten, unser für das jüdische Gemeiiidcweseu warm fühlendes Herz berührten, ebenso rrhe» bend und trostreich wirkten auf uns dir in Ihrem Generalberichte aus» gesprochenen Worte ״daß Sie nur in drr Herstellung de« Frieden-, im Wecken und Erhalten wahrer Duldsamkeit »nd Verträglichkeit^ den rechte» Maßstab für den Grad der Aufklärung rinr« GcuicindcvorstandeS erblicken" denn jede Schwestergemcinde unseres Vaterlandes wird, ihre Blicke nach der Mustcrgemcinde richtend, diese« schöne Prinzip zu den ihrigen machen, nnd unser Gemeiudewese» geht, gestützt aus dasselbe, einer schönen Zukunft enlzegt». -- Die gef. Ncpräsentauz gab in ihrer am 25. Jänner 1863 abgchaltcnen Sitz» »g, in Würdigung Ihrer um da« jüdische Gemcindcwlsen crworbeilcn zahlreichen Verdienste, daun JbreS Einschreiten« in Angelegenheit des LandcSschnlfondeS und endlich Ihrer Mitthcilungrn in Betreff der 12 StistnngSplätze für isr. Blinde ihre Aiirrkennnn zu Pro-! tekoll nnd bittet, als geringen Beweis dieser Anerkennung, sowie ihrer | auSgezcichnelstcn Hcchachtun g, ihre chcn dort ausgesprochene Ernennung 1"' ן Jfit U, I. Fevruar 1863. I Die Repräsentanz der isr. EulluSgkMtindt in.tkula. (Folgen die Unterschriften.^; X. Temeüvar. Durch die kön.Oberschulcn-Direetion ist der Di» rcction der hies. isr. Mustcrhauptschule ein Erlaß de« h. kün. nnz. StatthaltcrciratheS zugekommmcn, welcher die Lehrbücher namhaft macht, dir in jüdischen Hauptnnd Elemcntarschnlen zu verwenden gestattet find. Unter diesen befinden sich die fünf vor mehreren Jahren vom h. k. k. Unterrichtsministerium empfchleneu Religionsbücher: NctliiwEmuna, AIine Josef, Or Tora, das Würtemberger ReligionSbuch, der Lwwet vewuna von Peter Beer uud das im Jahre 1858 von dem hoch». Redakteur dieser gesch. Monatschrist heranSgegcbene Lehrbuch der bibl. Geschichte." Zu befremden ist. daß der beiden im vorigen Jabre im k. I. Schulbücherverlagr erschienenen ReligionSbücher, sür alle 4 Elasse» drr Hauptschule bestimmt, gar keine Erwähnung geschieht. Von hebe. Lehrbüchern sind angeordnet: die im Jahr, 1862 in der Wiener Lmtlicheu Verlagshaudlung erschienene .Neue hebr. Lehr» sibel sür isr. Volksschulen." Die früher eingeführt gewesen, hebe. Fibel wird als au« methodisch-didaktischen Gründen außer Gebrauch gesetzt, bezeichnet. ES folgt dann rin hebr. Sprachuud Lesebuch in zwei Ab« thrilunzru für die 1. und 2. Hauptschulklaffr von Redlich und endlich die im Jahre 185S in der benannten Verlag-Handlung »rschienriie» fünf Bücher Mose«. Zu bedauern ist. daß mit den Letzter» nicht eine tat• sprechende Ucbersetzuug verbunden ist; e« wäre dadurch dem Lehrer beim Unterrichte eine Richtschnur an di, Hand gegeben und jeder Willkür vorgebeugt und dem Schüler bei der Wiederholung eine wesentliche Ua» terstütznog gebotheu. Der von der isr. Bibelgesellschaft herau-gegebrne Pentateuch wäre in dieser Beziehung vorzuziehen, wenn der kleine Druck seine Verwendung in der Schule nicht beinahe unmöglich machte.

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