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Ben Chananja · 1863-02-04 · 6 (4.2.1863) · page 6

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
6 (4.2.1863)
Date
1863-02-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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95 96 Zok,»ff, In Wahrheit unb dt« gekränkten Recht«, Ihnen Herr Redaktrnr. di» Mittheilung za machen, daß Ihr Blatt in diesem Punkt» ganz ungenau berichtet ist. Herr Popper hat. wi, viel, Andere, warme« Interesse für den Verein gezeigt, aber er ist weit entfernt, da« ״vorzüg« lichste Verdienst" in demselben gehabt zu haben, noch beanspruchen zn wollen, noch z» können. Erwähnte Notiz ist unterzeichnet: ״Archive» Ißradlitca■; während diese- Dlatt vom gegenwärtigen Jahre ganz anderberichtet; wenn diese-Blatt daher nicht maßgebend war, so dürfte es doch nicht al« Gewährsmann hingestell« werden, r Wollen Sir daher, Herr Redakteur, diese Nachricht baldigst be« ichtigen und zwar im Sinne der Archive» I8ra6litcs, die ganz wahrheil-getreu find') M. Flügel. X Frankfurt, 26. Jänner. Nach einer soeben ringetroffenen Nachricht hat Geiger die Annahme de-Rabbinatdefinitiv abgelehnk, obgleich die Wiederanstellung Steins, wie ihm mitgetheilt wurde, unmöglich ist. Der Grund seiner Ablehnung ist einzig und allein, daß er bee der Liebe und Achtung, die er allseitig in feiner Gemeinde genießt, mit die sich bei der Nachricht feineeventuelle» Abganges auf eine so herzliche Weise kund gab. r« bei seinem Gewissen nicht verantworten löiine, dieselbe ohne irgend eine andere Ursache, als au« Liebe zu seiner Vaterstadt, zu verlassen. - So schmerzlich diese Ablehnung für unsere Gemeinde auch ist, so kam fie doch nicht unerwartet; denw man konnte wohl denken, daß eine Gemeinde wie Breslau. Alleaufbieten wert., sich Geiger zu erhalten. . Um alle andern Suppofitionen abzuschneiden, wiederholen wir nochmals mit aller Bestimmtheit und mit dem besten Wissen, daß die Iustrnkiioneu nicht die entfernteste Ursache seiner Ablehnung waren; denn G. kannte die hiesige Gemeinde zu gut. um nicht zu wissen, daß so sich nur ein Rabbiner Achtung und Vertrauen erworben, die Instrultionen ״das Blatt Papier nicht wcrth sind." Und in der Thal wird hier einem Rabbiner Achtung und Liebe nicht fehlen, wenn er sich den Icilstimmcn mehr in criistem wisse»,chastlichen Streben anschlicßt, statt nur durch langweilige Lieder und Litaneien mit obligaten Orgclklängen die Lpnagogcnbesnchcr zu vertreiben; wenn er in den vorgcsnndcncn Instiluiionen, die ohne rabbinische Mitwirkung ins Leben getreten und kräftig und blühend zum Segen und Heit unserer Generation fvrtwirk:». nicht mi, anmaßender SUbstübcrschätzung einzugreifen sucht, und überhaupt 1üd)t in jeder bürgerlichen Bekleidung die Kutte durchblickeu laßt. --Zu einer Peiillon au de» Gemciudevorstand für die Restitution Stein'S wurden schon vor der Berusung Geiger- Unterschriften gesammelt, der aber nicht mehr Wcnh bcigclcgl wird, als den bekannten LovalitätSadressen, und daher bald wieder zu einer Neuwahl geschritten werden muß. Ob nun dahiesige Rabbina« vor dem griechischen Thron beseht wbrdeu wird, wagen wir nicht zu entscheiden; denn die Gemeinden entlassen nicht so lricht einen in Achtung stehenden Rabbiner. Inland. Ego. Pest, 1. Feber. Es ist seit einige» Tagen rill öffentli, che- Gehrimniß, daß Dr. Meisct, unser Lberrabdiner. bei der hohen Statthalterei ohne vorhergehende Besprechung mi, dem hiesigen Gemrindevorstande, ein Mrmoraudum eingcreicht hat, iu welchem er unter Anderm den Wunsch ausspricht, LanteSrabbiner zu werden, mehr Einstuß bei der Gemriudrvrrwaltuug und Vertretung zu erhalten, und e»dlich auch die Demoralisation der hierortigen Gemeinde, deren gegen- ') Ja den Areh. lar vom 1. Jauner d. I.. S- 24, steht wort- Uch: ,(Test ä 11. David Popper, nGgociant honorable d'ici, qu’appartient, en majeure partie, l’honneur d’avoir pria!’initiative de cette oeuvre picuae.“ Red. wärtige Vertretung nach der Ansicht de« Herrn Dr. M. eben nicht au« den besten Elementen, zusammengesetzt sei, mit grellen Farben schildert. Wir wollen über die ersten zwei Punkte hier nicht rechten, astei» wir nehmen Akt von dem dritten, und fragen, worin denn eigentlich diese Demoralisation besteht? Sind wir demoralifirt, weil die jetzige Gemeindevertretung au« einer freien llrwabl hervorgegangen, ein derrottete« DerwallnngSwesen über den Hausen geworfen und durch ein besserezeitgemäßereersetzt, und mehr Sparsamkeit in gewissen DerwaltnngSzweigen eingeführt hat? find wir demoralifirt, weil beispiel«^ weise die DerwaltungSkosten des israelitischen Spitalrrdurirt wurden, ohngrachtet der Krankenstand im verflossenen Jahre ein größerer war, nnd trotz besserer Verpflegung und Behandlung der Kranken selbst? find wir etwa demoralifirt, weil wir manche Gehalte, wie c« d,e jetzige Zeit der theueren Lebensmittel erfordert, erhöhten, oder konnte der Gr« mrindevorstand auch ferner die Ungerechtigkeit dulden, daß ein Diener mit einem JahreSgehalte von Einhundert Gulden angestellt war? find wir demoralifirt, weil der Gehalt der Schullehrer, die auch jetzt kaum ihr Leben fristen köniien, au-gebrssert wurde, oder weil die Zahl der NnterrichtSstuuden in hebräischer Sprache in unseren Schulen vermehrt wurde? Sind wir etwa deshalb demoralifirt, weil die Gemeindever» tretung Ordnung brachte in . die vielen Stiftungsmaffen. von denen Manche seit vielen Jahren dem ausgesprochenen Wunsche der Lcgataire zum Hohne, in Vergessenheit gerathen waren, oder weil wir Schulden zu zahlen beflisscn sind? sind wir demoralifirt. weil die Gemeindevertretung ein gewisse- CultuS-Normativ nicht in Pausch und Bogen annahm, ein Normativ, dessen Inhalt so geartet ist, als bestünde daden Tempel besnchende Publikum blos aus der Hefe des Volkes? sind wir demoralifirt, weil wir au- Pietät dem Hcrrn Dr. M. einen Beitrag zu seiner Badereise jährlich bewilligen und einen Kanzleidicncr besolden, den er vertragsmäßig auf ergene Kosten erhalten sollte? find wir demoralifirt, weil wir den oft wiederschreiiden Aiiffordernngen des Herrn Dr. M. zu wohlthältge» Spenden stets und reichlich entsprechen? sind wir viclleicht demoralifirt, weil die Gemeindevertretung einem tiefgefühlten Bedüisnifft entsprechend, auch einen Prediger anstelle» will, der fähig ist. homiletische Vorträge in der Landessprache zu halten? find wir demoralifirt, weil die Gemcindeverlrctiliig in die Koscherfleischangelegenheit Ordnung und strenge Aussicht brachte, oder weil die Gemeinde« Vertretung auch den Anforderungen der sogenannten orlhodoren Partei gerecht wird, und sic nicht wie Heloten behandelt? Wir protefliren hiermit feierlich gegen solche Insinuationen, und hoffen und wünschen, daß es der jetzigen Gemcindcverlretuug gelingen wird, die hohe Regierung zu überzeugen. daß fie nur Gute- und Heilsame« anstrcbt, zur Verherrlichung und Veredlung de« JudenthuniS. sowie auch der größte Theil nicht blo« des hiesigen israelitischen Publikums bereit« von der Ukberzcugung durchdriiiigen ist. daß jeder Gemeinde nur zu gratuliren sei, die eine solche Vertretung, wir es die gegenwärtige ist, au ihrer Spitze hat. Pest- 30. Jänner. Herr Hermann Herzfelder, welcher v. W. zu Grabe bestattet wurde, hat folgende Legate gestiftet: 2000 fl. zur Stiftung eine- Bette» im Israeli«,»-Spital; 1000 fl. für da- Kaufnianusspital; 1000 st. zur Bekleidung armer Kinder; 1000 fl. der Ehebra Kavischa; 1000 fl. für zehn verschämte Arme; 1000 fl. für das Altofner Israeliten - Spital; 1000 fl. für dir Thalmud-Thora 500 fl. dem Lricheiiverein; 1000 fl. dem Handwerköverein; 500 fl. für die Armen in Lova-beröny; 20.000 fl. zur Verheiratung armer Ver- Wandler des Testator«: fern:r 200 fl. für israelitische Arme in Pest; 100 fl. zu gleicher Bestimmung in Altoseu; 50 fl. für die Suppenanstal» 100 fl. für die Armen in Mczötur; 100 st. dem Herrn Superintru« deuiea Paul Törok für Arme hrlvctijcher Eonfeffiou; 100 fl. dem Peftrr Rabbiner zur Dertheilung an verschämte Arme.

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