Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 6 (4.2.1863)
- Date
- 1863-02-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 94 ja selber in denlscher Sprache verrichten. In der Regel find fie, so wie dle meisten männlichen Geschlechtes de« Morgen« ja auch vor Nischma« noch nicht im Gotteshaus, anwesend. Mein Versuch ist folgender: Ich lasse ein Gebetstück hebräisch und hierauf die deutsche Ueber» srtzung desselben lesen. Die größeren Stücke theile ich in mehrere, Pas׳ sende kleinere Theile. Ich erkläre hernach den Inhalt und hebe besonderS da« Schöne und Erhabene, da« sich in Manche» befindet, hervor. Hierauf lasse ich dir deulsche Uebersetznng noch einige Mal vorlesen und mache alsdann den Versuch, ob die Schülerinnen beim Lesen dehebräischen Stücke« den Inhalt desselben wissen, ebne nölhig zu haben, in die deulsche Uebersctziing einzusehen. Bei einiger Aufmerksamkeit bewahrte sich dieses schon »ach einigen Wiederholungen. Ich gebe ihnen alsdann auf, da« in der UutcrrichlSstundc so vorgenommene oft z» wie» derhole», lasse aber weder LaS Hebräische, noch das Deutsche auswendig lernen, da solches nur zum mechanischen Hcrsagen führen würde. Neben« bei mache ich fie auch aur einige hebräische Wörter und Phrase», be« sonders auf solche, die öfters Vorkommen, aufmerksam, sowie ich ihnen auch die Uebrrsetzung der erste» Wörter rinrS jeden Stückebeibringt. Es bleibt dem Lcbrer noch Manche« hinzuzusügen überlassen und glaube ich, daß beim Unterrichte in den Schule» diese Methode noch leichter und erspricßli.der >ft. o!S im Privatunterrichte nur mit einigen Kindern; da beim erster» nicht ein Schüler das Stück öfters zu wiederholen nölhig hat, sonder» diese Wiederholung unter den Schülern abwcchselt, wodurch diese auch unterhaltender und belehrender wird. Durch dieses V.rfahrc» werden die meisten oben angeführten Gründe gegen diesen Unterricht beseitigt. Den etwaigen Etuwand. daß auch nach dieser Methode durch das öftere Wiederholen der Gebetstücke beim Unlerrichlc das eigentliche Beten derselben im Gottesdienste ein mechanische» u»d daher andachtloseS werden müsse, halte ich niibegrüiidrt. Im Gegentheile glaube ich, daß bei cinem guten und erhebenden Vertrag der Gebete von Seiten des VorbetcrS und EhorcS, solche von den Schülern mit »och größerer Andacht und Erhebung »lilgcbctel werde», eben weil sie init ihncu so recht vertraut find und sich ganz heimisch in denielben finde» und auch den Inhalt derselben wisse». Stimmt man ja auch beim Hören eine« bekannten Liedes oder Musikstückeso gerne mit ein uud findet hierbei einen viel größeren Genuß, als bei einem unbekannten. — ES kommt aber natürlich auch bei btt tritt Verfahren viel auf die Art und Weise, wie der Lehrer sich hierbei benimmt, an. Wie Eingang« bemerkt, ist beim Verdeutliche» der Gebete vorerst und vorzüglich auf die der Sab» bathe und Feiertage Rücksicht zu »ehmeu, da die für die Wochentage von den Kindern deutsch gebetet werden könne». Dennoch wird c« nach dieser Methode leicht werden, auch diese, besonderdie leichteren, den Schülern verständlich zu machen. Nach welcher Methode aber auch die Gebete verständlich gemacht werden mögen, müssen doch immer vorerst die für Sabbalhe und Feiertage vorgenomme» werden und ist da« ge» wohnliche Beginnen mit Ndon Olam zu beseitigen. Da« Erleichtern der Uebrrsetzung durch Vokabularien, so wie diese Machwerke selbst, halte ich für höchst zweckwidrig, ja verderblich. Ich bitte, vorzüglich die Herren praktischen Lehrer, fick über diesen so wichtigen Gegenstand aus fachgemäße und würdige Wcise in diesem Blatte gefälligst aussprechen zu wollen. üorrespondenz. Ausland. Paris, im Jänner. Ich habe Ihnen mehrere nicht uninteres» sante Notizen über da« Wirken der ״Alliance Israölite Universelle'* mitzuthkilrn, welche ihre Protekoll-au«züge an die anSwärtigen (Somitä? Mitglieder quartaliter einsrudet. Die Thätigkeit de« Vereine« im In» «eresse unserer auswärtigen Glaubensgenossen war in den letzten Mo» naten eine außerordentliche. Einige Fakten werden dieselbe anschaulich machen: Herr Wilhelm Lrjean, der von dem französischen Gouvrrne» m׳nt mit einer Mission nach Abyffinien betraut wurde, edklärte sich dereit, dem Comitü Auskünfte über die Geschichte der dortigen Juden, so wie über deren jetzigen Zustand, zukommen zu lassen. Herr Simon wurde gebeten, bei Geiegeuheit seiner Reise nach Ehina, dem ComitS Mitlheilungeo über die dortigen Juden zu machen. — I» Angelegen» beit der Kölner Israeliten, welche beschuldigt wurden, christliche Kiuder entführt zu haben, wendete sich da« ComitS an Len Crefelder Rabbi Bodenheimer. welcher aber die Intervention de« Comilö«, al« nicht op, portun, für nnnöthig erklärte. In Angclegendeit der Affaire der Sara» toff'schcu Jude» adrcffirte sich da» ComilS indirect an den Ezar selbst, welcher in der That eine neue Untersnchnng anordnrn ließ. Im Intereffr der Juden in Bcngasi, welche von Seite de« sranzösischrn und engli» lischen Vice-ConsulS verschiedenartigen Verfolgungen anSgesetzt find, wurde dir sraiizösisch-italieiiischr, sowie später auch die englische Presse zur Rüge diesehimmelschreienden Unrechte« aufgcfordert. Die israelitische Kinderbeivahraiistalt in Rom, welche durch den Eardinal-Vikar geschlossen wurde, ist durch die Intervention de« Filial» Eomitös zu Ferrara wieder geöffnet worden. In Angelegenheit der von Cardinal Matte! ausgeschafften Juden wurde ein, Intervention von Seite de« KomiiöS beschlossen» Bei Gelegenheit de« sranzösischen Han» drlSvcrirageS mit der Schweiz wurde beschlossen, die Interessen der dortigen Juden »ich, an« den Auge» zu taffen. Auch au materieller Unterstützung nnsrecr hilfsbedürftigen Mit» brüdcr ließ cS das Comitü nicht feilen, so wnrtc unter anderm auf Fürsprache de« Herr» Redakienr« de« B. Eh. den Belgrader Israeliten eine Unterstützung von >00 sr. zucrkannt, wobei zugleich da- Central« Consistorium anfgesordcrt wurde, im Interesse unserer dortigen Brüder, eine Subskription z» eröffnen. Zur Gründung einer Schule in Tcluan votirtc das Comitü vorläufig 500 fl. Außerdem'spendete da« Comitü 100 fl. zur Errichtung de« Halevy Monumentes; auch mehrere Autoren erhieltc» Subventionen zu de» Drncktoste» ihrer, jüdische Interessen be» sprechenden. Werke. DaS Coiuitü besteht gegenwärtig au« den Herren L. I. König«» Wärter. Präsident; Erchange u. Munk, Vize-Präsidenten; Saint Paul, Kassier; Astruc, Sekretär. Möge der Himmel ihrem Wirken seinen ferneren Segen verleihen. B. W. LH F rankfurt am Main, Ende Jänner. Don uuserm ge» lehrten Carmoly sind gegenwärtig drei Wtrke unter der Presse. Bei L. Lehrberger in Nudolheii» erscheint nämlich von C. eine sran« zösische Uebersetzung der Thora; Oholiba, Erzählungen und Skizzen; Sefer ha—Iacha«, biographischen und literärhistorischeu Inhalt«. Die Notizen über die Familie Rappoport sind in letzterem bereit« zu Ende geführt. Die Oholiba beginnt mit »Israel von Brün." vr. Frankfurt am Mai», 1. Feber. Die inliegenden Ansschnitte au« politischen Blättern werken Sie überzeugen, daß in der hiesigen Gemeinde eine dedeutende Agitation gegen dir Berufung De. Geiger« staltgesnnden hat. Dir Eingabe wegen Reakttvirnng Stein'« wurde vom Vorstände mit 12 gegen 3 Stimmen abschlägig beschirden. Oukarest, 20. Jänner. Geehrter Herr Redakteur! In Ihre» Blatte Nr. 2 la« ich «ine Notiz au« Bukarest über den bei un« ge» gründeten Kulturoerrin. in welcher e« heißt: .Dem Herrn David Pop» per gebührt vorzüglich da« Verdienst, diesen Veretn in« Leben gerufen zu haben." Mich auf Herrn Albert Cohn uud Herrn Isidor Eahrn in Pari« und aus den fraglichen Verein berufend, gestatte ich e« wir, im.