Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 5 (28.1.1863)
- Date
- 1863-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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79 80 nicht gerat( dadurch da« Buch den Ktlldern zuwider werde»! Da« me. chanische Uebersetzeu ist und bleibt immerhin eine Qnal für die Binder und mit dieser Arbeit wird ihnen da« Gebet selbst zur Qual.' Herr Levy schreibt mir weiter herüber: ..Meine Knaben übersetzen znm großen Theile alle Gebete, obgleich sie dieselben nie gelernt haben. weil sie grammatikalisch übersetzen.' (Hiervon habe ich mich schon öfter« auf die freudigst überrascheudste Weise überzeugt). Herr L. wiederholt nochmal« seine Ueberzengung. die ans lang, jährige Erfahrung gegründet ist, daß da« Uebersetzen der Gebete mit Mädchen eine fruchtlose Bemühung sei; er habe daher seit Beginn diese« Semester« auch die Mädchen zum Unirrrichte im Hebräischen zu. gelassen, die. wie die Knaben, dasselbe grammatikalisch erlernen müssen. (Dasselbe geschieht in mehreren Schulen meine« Bezirke« mit dem besten Erfolge-, ja ich habe bei den Prüfungen öfter« wahrgenomme», daß die Mädchen hierin die Knaben überragen). Er sieht aber selbst rm. daß diese« Mittel nicht anSreicht, da mir einige wenige Mädchen hierzu angrhalten und so weit gebracht werden könne»; ja viele Knaben kann selbst der beste Lehrer nicht so weit bringen, zumal diese so häufig schon in ihrem 10. Lebensjahre an« der, wenn auch noch so guten jüdischcn Elemenlarschnle genommen werden. 11111 eine höhere zu besuchen, wie solche jetzt schon in allen KreiSstädtchen, auch in Ottweiler. an welcher Herr Levy als Rechenlehrer wirkt, sich befinden. Derselbe schließt sein Schreiben mit folgenden Worten: ..So lange unser Gottesdienst so sertbrsteht, hrlsrn alle Künste nicht«; er bleibt andachtSlo«. Nur Einige, die der Sprache vollkcmme» mächtig sind, können andächtig sein, wenn der Gottesdienst sonst gut eingerichtet ist. Unter diesen Umständen kann der Lebrer nicht« bessere« thnn, als in der Schule recht oft Mil den Kindern deutsch beten und ihnen empfehlen. Morgens, Mittags und Abend« zu Hanse ein kurzes deutsche« Gebet zu verrichten. I» jedem Hanse befindet sich ja ein übersetztes Gebetbuch mit noch anmen ichöuen Gebeten; da ist es ein Leichte«, den Kindern solche Gebete zu bezeichnen, die ihre häusliche Andacht befriedigen." (Schluß folgt.) Korrespondenz. Ausland. Pari», 18. Jänner. Die letzte Nummer der ״Archive« israölites“ bring« einen anssührlichen Nekrolog über den verstorbenen Finaiizminister Michael Goudchaur. Ich entnehme demselben Fol. gente«: M. G. wurde am t8. März 1707 zu Naney geboren. Die sorgfältige Erziehung, die er im elterlichen Hanse genoß, war der sichere Grund seiner späteren Größe, Ruhiger Ernst charaklerifirie ihn sckon in frühester Jugend. Er war unter den Gründern der in Naue» errichteten Primärschule und der Anstalt für Künste uud Gewerbe. Im Jahre 1803 errichtete er in Pari« eia Bankhaus. Er wurde hier bald rühmlichst bekannt, so daß er in kurzer Zeit zum Vieepräfidenteu de« Eentralkonsistorium» gewählt wurde. I» dieser seiner Eigrnschast arbeitete er mit allem Eifer, um einerseits die Emanzipation de« Cultn«, andererseit« die der Arderterklaffe zu bewerkstelligen. Zur Erreichung seine« erstru Zweckes ließ er den gelehrte» Marchand Eunery zum Oberrabbiner ernennen; zur Derwirllichuuz seiner andern nicht minder großartigen Aufgabe machte er die Eonsistorialschuleu den Kindern der ärmeren Elasse zugänglich. An der Julirevolution nab», der 33jährige G. regen Antheil und ba« er auch in derselben mehrere Auszeichnungen erhalten. Nach Wiederherstellung der Ordnung trug mau ihm in Würdigung ferner ausgezeichneten Berdieustr eine Präsellur au. Der bescheideue und kluge Banguier »abm dieselbe aber nicht au. Am 24. Februar 1848 wurde G. Finanzminifier. Ja diesem Amte bewie« er eine riefe», haste Thätigkeit und uneigennützige Ehrenhaftigkeit. Am 24. Oktober 1848 legte er sein Portefeuille nieder und zog sich in die Einsamkeit zurück. Seine» durch Anstrengungen herbeigeführten Leiden setzte der Tod am 17. De. zember v. I. ein Ziel. S. L. Vreslan, 27. Jänner. Heute, al« am Grdächtnißtage de« Stifters, de« königl. Eommerzienrathe« Jona« Fränkel, veröffentlichte da« jüdisch-theologische Seminar seinen ueunte» Jahresbericht. Bou dessen glänzenden Erfolge» zeigen folgende Fakta: Drei Hörer, die Herren Dr. M. Güdemann, Dr. I. Perle«, Dr. M. Rahmer wurden, nachdem sie in einem rigorosen mehrthätigen Eramen ihre rabbinische Reise bekundet hatten, am 0. Jänner feierlich als befähigt zur liebernähme de« Rabbiner׳ und Pretigeramte« entlassen. Alle drei wurden schon von drei ansehnlich,» Gemeinden zu ihren Rabbineni gewählt. Herr Dr. Rosenstein wurde noch im Jänner als Nabbnier »ach Graudeuz berufen. Die Seminarbibliothek hat diese« Jahr einen bedeutenden Zuwachs erhalten. Der am 1. Juli 1891 zu Dresden verstorbene gelehrte Dr. B. Beer hat eine bedeutende theologische Bibliothek zurückgelassen, die ihrem größeren Tbeile nach von dessen Wittwe, Frau Beer, dem Seminar übergeben wurde, und zwar 37 Mauuskripie. 1812 hebräische, 1G95 nichthebräische theologische Werke. Daö Rabbinerseminar zählt 48 Hörer, von denen fünf die philosofische Doktorwürde erlangt haben. Das Lehrerseminar wurde von 6 Hörern besucht. Den Lehman«- scheu Preis errang Herr Peter Bnchholz aus Brest. Dieses Jahr wurde als Preisaufgabe gestellt: ״Die Halacha und Hagada nach Etymologie und Begriff." Die Bibliothek wurde mit den Spenden folgender Herren bereichert: Samuel Jaffe in Posen. Dr. M. Wiener in Hannover. H. Kaliscker i» Tkorn. Dr. Perle«. Außerdem spendete Frau E. Kohn in Kreutzburg mehrere kostbare Werke. Auch andere Zeichen de« Wohlwollens wurden dem Seminar zu!heil. Unter Andern, haben die ans dem flachen Lande wohnenden Israeliten Böhmen« 2 Stipendien » 300 fl. c. W. für zwei am Seniinar studirrnde böhmische RabbinatSkantidaten. so lange im österreichischen Kaiserstaate eine vollständig organifirle Rabbinerschnle nicht bestehet, am 23. Jänner 1862 errichtet. — Die Faiiiilto Samuel Goldberger »nd Seime in Pest hat wie in früheren Jahren für einen am Seminar Studirenden ein jährliches Stipendium von 250 Thalern bestimmt. Dem Berichte geht eine Abhandlung de« Dr. Joel voran, betitelt: ״Berhältniß Albert de« Großen zn MoleS Maimonidcs." Möge das herrliche Institut auch fortan gedeihen und segenreich wirken. S. L. Inland. 8. Wien. 2V. Jänner. Herr Moriz Ritter von Goldschmidt hat zum Andenken an seinen verstorbene» Sohn, der da« Gymnasium besuchte, eine Stiftung von 3000 Gallen ö. W. errichtet, deren Erträg- »iffe jährlich un drei isr. Gymnasialschüler Wiens als Stipendium perabreichl werden sollen. N. Pest, 25. Jänuer. Die niger esf, hnnc tu Romane ca• veto! — E« dürste bald wieder ein Send'cbreibe» erforderlich sein; spitze» Sie also, Herr Nedaeteur. Ihre F.ter. Man spricht hier seit einigen Tagen von einem M.-iiiorandnni, welches, von einem jüdische» Berfaffer hereührend. die hiesige Jndenschaft bei der k. Statthalterei al« ״demoral isi rt" schildert, und hieraus Folgerungen zieht, welche nicht leicht als Panegirik unserer Gemeinderepräsenkanz ausgrfaß» wer« den können. Ich nenne Ihne» den Dersaffee LeS Memorandum« nicht, da sich derselbe im Laufe der gegenwärtige» Woche wohl selbst nenne» uud. um die Ansregung zu beschwichtigen, sein Opus veröffentliche» P. Gcoß-Hanizfa, 23. Jänner. Ans Antrag unsere« verehrten Herrn Präses S. H. Gu tman n hat auch unsere Gemeinde ei»-