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Ben Chananja · 1863-01-28 · 5 (28.1.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
5 (28.1.1863)
Date
1863-01-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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77 78 merkung voranschickt: ״Trotz der günstigen bürgerlichen Zustände der Juden in Italien wird stch der italienische IndaiSmuS nicht auf der Höhe seiner Stellung befinden, und von der gegenwärtigen Gesetzgebung nicht den vollen Nutzen ziehen, so lange sich die italienischen Juden nicht regelmäßig konstituiren, so lange sie nicht zum innern und äußern Fortschritt alle ihre Kräfte vereiuigeu י)." Und sclbll unter den deutschen Inden, für welche das Napoleonische Sanhedrin keine maßgebende Autorität ist, taucht von Zeit zu Zeit der Gedanke au eine Synode auf. Unter den KreiSversammlungen, welche auf Aufforderung der baierischen Negierung 1836zusam»1entraten, riethen mehrere zur Abhaltung periodischer Synoden. Die Rabbinerversammlungen von 1844, 1815, 1846, waren Versuche, einer Synode den Weg anzubahnen. Selbst die Berliner Reformgenossenschaft machte 1846 einen Synodalversuch. Von wissenschaftlich konservativer Seite wurde ebenfalls ein Anlauf zur Coustituiruttg von Versammlungen genommen: Dr. Zachariaö Frankel und die 1846 von ihm projektirte, aber nicht zu Stande gekommene Theologenversammlung! Die othodoren Nabbincn Ungarn'S hielten 1844 eine Versammlung: 1850 und 1862 hatten sie die Absicht, sich wieder zu versammeln!. ES liegt am Tage, daß jede dieser Parteieu den, theilS ausgesprochenen, theils still genährten Wunsch hegt, ihre Versammlungen mindestens im Laufe der Zeit mit synodalem Charakter auSgeftattet zu sehen. Man sollte nun erwarten, daß die jüdische Theologie über den Wirkungskreis und die Autorität einer Synode bereits vollkommen in'S Reine gekommen sein wird. Dieö ist jedoch auch in Deutschland, dem Sitze ״der Großhändler der Gelehrsainkeit", nicht geschehen. Vielmehr steht die wissenschaftliche Untersuchung der Frage noch auf dem Punkte, auf welchen sie Chorin vor 40 Jahren gestellt hat. Seine Theorie verdient also jedenfalls nährr gekannt und geprüft zu werden. Fortsetzung folgt. Erzi e(ju ng u 11 b äch ute. IL Aeber den tlnterricht im Uebersetzen der hebräischen Gebete, besonders in Mädchenschulen. Bon Oberrabbiner I. Kahn io Trier. In einer im Jahre 1843 erschienenen, israelitischen Schulzeitung, die nach ihrein ersten Jahrgänge jugleich mit ihrem Herausgeber, dem Lehrer Moriz Bloch in Simmern (Rheinprcußen) vom öffentlichen Schauplatze verschwunden ist. habe ich in einem ausführlichen Aufsatze die Ansicht ausgesprochen. daß da- Uebersetzen der hebräischen Gebete nicht wörtlich, sondern nur satzweise vorgeuomwen werden soll. weil der eigentliche Zweck diese- Uebersetzen-. nämlich echte- Brr» ständniß der Ge bete d u rch Erklärung hierdurch nur erreicht werden könne; ,in mühsame-, wörtliche- Uebertragen derselbe» hingegen den Zusammenhang auSeinaudkrreißen und die Andacht beim Bete» nolhweudig stören müsse. Diese Methode habe ich seitdem auch in de» vielen Schulen meine- NabbinatSbezirkcmit gutem Erfolge eingesührt. und finden die Lehrer solche auch aleine leichtere und ersprießlichere. Dennoch erklären sich manche meiner besseren und kenntnißreicheren Lehrer auf ihre langjährige Erfahrungen gestützt, gegen da- Uebersetzen der Gebete überhaupt, besonderaber mit den Mädchen, aufolgende» Gründen: 1) Unterziehen sich die meisten Schüler nur mit Widerwillen, niemals aber mit freudigem Herzen diesem Unterrichte, wodurch derselbe noch mehr erschwert wird. 2) Durch die erforderliche öftere Wiederholung der einzelarn Gcbclstücke, und so lange, bis die Schüler solche vollständig übersetzen können, wobei der Lehrer öftermit Strenge verfahren muß. verliere» sie alle Lust und Liebe zu den hebräischen Gebeten. da solche ja nur als Marter lind Quälgeister ihnen erscheinen müssen und können ne durch deren Hcrfagen nicht sonderlich erbaut werden. Ja selbst da- Beten dcselbcn in der deutschen Ucbcrsetzung muß sie ohne Erbauung und Andacht lassen, da sie durch daunerquickliche Verfahren beim Uebertragen dehebräischen TcrtcS ins Deutsche, ihre unmittelbare Wirkung aus Kcmüth nnd Herz eingebüßt haben. 3) Brrgeffru die Schüler, vorzüglich die Mädchen, da sie doch nur selten an der Bibelübersetzung sich bcihciligcn, schon in dem ersten Jahre. nachdem sic die Schule verlassen habe», diese mit Mühe ihnen bcigcbrachte Nebrrsetzung der Gebete lheilweise oder gänzlich, io daß Lehrer und Schüler sich vergeblich abgemüht haben. Einer meiner, in jeder Beziehung ausgezeichneten und allseitig gebildeten und erfahrenen Lehrer, Herr Samuel kevy in Ottweiler, der bereitschon 30 Jahre in genannter Gemeinde als Lehrer und religiüscc Führer wiiki, ichrieb mir neulich über diesen Unterricht Folgende«: ״Die Gründe, warum ich gegen das Uebersetzen der Gebete bin, sind folgende: 1) Ka»n besonderbei den Mädchen, die da« Hebräische nicht grammatikalisch erlernen, da- Uebersetzen doch nur mechanisch betrieben werden, was eine Art Auswendiglernen ist; zum Denken im Hebräifchr» wird es hierbei natürlich nicht gebracht und ist auch nicht darauf adge» sehen. In einer fremden Sprache verständlich zu beten, läßt sich aber nur denken, wenn mau in d er Sprache denken kann. Wird nichi die andächtige Stimmung schon gestört, wenn man beim Hebräischen erst in- Deutsche hinüber denken, wenn man sich sogar bedenken muß, wie da« im Deutschen heißt? 2) Halte ich eschon für ein Ucbel, daß wir kein anderehebräi« sch es Lesebuch, als das Gebetbuch haben. Da-Gebetbuch wird hierdurch profanisirt nud die äliuder werden schon in der Schule an dabloß» Hersagea der Wörter gewöhnt. Wenn nun noch da» Gebetbuch zu» Uebersetzen benutzt wird, und zwar auf eine mechanische Weise, muß Anmerkungen zum Artikel ״Arou Chortu." י) S. oben Nr. 49 v. I. Nr. .2, 3. 4 d. g. I. ') Sulamith 3. 269 ff. *) Jggereth Elaffas S. 13. 24. *1 Decisions doctrinale». Paris 1812. S. 10. *) Das. 46. In den deutschen Uebersetzuoge» und Auszügen fehlt werkwürder Weise dieser Punkt, welcher daher auch bei der Braunschweiger Rabbinerversammlung (1844). die sich dir Pariser Synodaldeschlüffr aueignete, gar nicht zur Sprache kam. *) Archive- Israelit»« 28. 73.

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