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Ben Chananja · 1863-01-21 · 4 (21.1.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
4 (21.1.1863)
Date
1863-01-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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61 62 nicht die geringste Zurücksetzung, wenn er. bevor er Rabbiner wurde, Lehrer war. ") Mamrim 2. 4. ")Irr. Grad. 3, 9., aagef. ». M. Abr. KS, 1. Die Stell« spricht von der Beibehaltung de« Kalender«, nicht von der Gebrtcordoung. Da« Nichtige hat schon Grätz, Geschichte 3. SSL Note SS. .geschichttiche Aotizen. Don Neh. Lande«, l. Eine jüdische Colonie in Bolcchow. In Bolrchow, einer an den Karpathen gelegenen, au 1000 jü» dischen Seelen zählenden Stad», besteht etne deutsche Colonie, dir den Namen .Neu-Babylon" führt. Der Ursprung diese« Namen« wird in einer polnischen Geographie und Geschichte Galizien« also erzählt. ') »Kaiser Joseph, der die Juden für den Feldbau gewinneu wollte, wie« einer Anzahl Juden au« Bolrchow ’) da« in einer hübschen Gegend am Fuße eine« der Karpathcnvorsprünge gelegene Thal mit bedeutenden Grund« stücken zum Wohnplatze an. Diese von Juden bewohnte Colonie wurde .Neu-Babylon" benannt. *) Da aber, erzählt die gedachte Chronik weiter, die Juden arbeitsscheu waren und keinen Eifer für den Feldbau zeigten, so wurden dieselben von dieser Colonie entfernt und deutsche Colonisten hieher berufen." Gegenwärtig ist die Erwerbung von Grundeigenthum in Neu-Babylon den für Galizien bestehenden AuSnahmSgesetzen unterworfen. Trotzdem, daß die Entsernuug der Juden au« Neu- Babylon allgemein der Arbeit«scheu derselben zugeschrieben wird, so können wir doch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die nach dem schnell verstorbenen hochherzige» Monarcheu eingelretene Reaktion, die die Juden so mancher kaum errungenen Rechte') für verlustig erklärte, einen größcrn Antheil an der Entfernung der Juden au- Neu-Babylon, al« deren Arbeitsscheu hatte. H. Anflcdlung der Inden in der Kreisstadt Stry. Stry wurde im I. 1431 erbaut. Die Juden siedelten sich daselbst erst anderthalb Jahrhunderte nach deren Erbauung an, und zwar in Folge de« ihnen vom Polenkönigc Stephan Batory verliehenen Pri« vilegiunis v. 1576, woruach ihnen gestattet wurde, sich in Stry ansässig zu machen und daselbst Handel und Handwerk zu treiben. ') Wir citiren dir Stelle au« dem Gedächtnisse, da un« da« erwähnte Buch in diesem Momente nicht vorlirgt. ') Die Anzahl der zuerst in gedachter Colonie angefledclteu Ju« den wird auf 20 angegeben. ’) Die Benennung Neu-Babylon ist wahrscheinlich eine Auspie« lung auf die Ansäßigkeit der Juden in Babylon, wo sie sich derart ak« llimatisirten, daß sie dasselbe fast höher, al« da« palästioeofische Mutter« taad stellten. ') So wird in einer Geschichte der Stadt Lemberg erzählt, daß unter der Regierung Joses« II. den im Kronlande Galizien wohnenden Juden da« Recht riugeräumt wurde, sich frei io L. aosäßig zu wachen und in den Drrdaud der Judengemeinde zu treten. Kaiser Franz aber widerrief mittelst Hofdecre» vom 29. Mai 1792 die Verordnung Josef« und verbot der Lemberger Gemeinde bei Strafe von 100 Dukaten, eines, einer andern Gemeinde gehörigen Juden, in ihren Derbaud aus« zunthmea. Dieselbe Strafe wurde über dir Gemeindevorsteher au« der Provinz verhäng», dir einem Juden au« ihrer Gemeinde «inen Geleit«« schein nach L. geben würden, damir er dort seinen bleibenden Wohnsitz nehmen oder nur zeitweilig zu einem dortigen Juden in Dienst trete. Don demselben Könige meldet der Hifloriogräph Biel-ki «ine» schönen Charakterzug einem Jude» gegenüber. Al« nämlich Stephan Datory im I. 1578 in Lemberg weilte, forderte ein Jude den Staroß von L.» Namen« Hubert, vor Gericht; allein dieser wollte dem jüdische» Kläger keine Rede stehen, sich aus die bestehenden Gesetze berufend, daß kein Jude da« Recht hat. einen Christen vor Gericht zu belangen Diese Angelegenheit wurde nun vor den König gebracht, worauf derselbe dem Starost sagte, daß sowohl er (der Starost), alauch der Jude kö« nigliche Unterthaneo find; folglich er dem Juden sogleich Rede z» stehen habe. Diese« Urtheil de« König« mißfiel zwar dem polnischen Adel; allein er mußte schweigen, denn Batorv verstand mit kräftiger Hand den Uebermuth desselben zu zügeln. HI. Die Lemberger Juden während der Belagerung der Stadt durch die Schweden im I. 1704. Die Juden hallrn sich in Lemberg unter dem russische» Für» stk« Leo im 13. Jahrhunderte angesiedelt, der ihnen den südlichen Stadlheil mit den Tartaren uud Sarazenen zum Wohnorte anwie«. — In den Bürgerkriegen zwischen dem Könige August und LeszczynSki, in welchem Karl XII. von Schweden Partei für Letzteren nahm und Au« gnst bi« nach Rußland verfolgte, wurde anch Lemberg 1704 von ihm belagert, wobei die dortigen Juden zur Berlheidigung der Stadt durch Verrichtung von KriegSdienstcu bei den Kanonen verwendet wurden. AIS aber die Schweden über die Wälle in die Stadt dringen wollte», leisteten ihnen die wachchaltcnden Bürger, worunter sich auch viele Inden befautcu, tapferen Widerstand; allein sie erlagen der Nebermach«, welche bann schonungslos die sich ihnen Entgegeilsttzenden niedermachte. Auch viele Söhne Israel« starben damals den rühmlichen Tod für'« Valcrlaud, da« man ihnen noch jetzt streitig machen will. Nach Einnähme der Stadt lvurden deren Einwohiier mit 'einer unerschwinglichen Kriegskoiitribulion belastet. Den jüdischen Bewohnern allein wurde eine solche im Betrage von 120.000 Thalern anscrlegt. Al« aber die Ge« meindcvorsicher die Deklaratiou zur Herbeischaffung der KrirgSkonlribu« tion binnen wenigen Tagen zu unterschreiben sich weigerten, wurden sie unter Affistciiz nach dem Rathhause geschleppt, wo sie mit Gewalt za unterschreidcil gezwungen wurden. Al« indeß darauf in der Judengaffe eine Feuersbrunst ausbrach. die den Juten großen Schade» zusügte, so daß sie die in der rrzwun« gencn Erklärung auf den anberaumten Tag festgesetzte Summe nicht herbcischaffen konnten, da ließ der schwedische Feldherr Stenbok vor der Synagoge einen Galgen errichten, woran er einige Gemeindevorsteher mir den Häuten anheften ließ. Diese Grausamkeit erschreckte die Jude» derart, daß sie sogleich Alle-, wa» sie noch au Geld und werthvolle» GerLthschastea besaßen, herbeischafften. *) ‘) Nach den poluischen Gesetzen konnte ein von einem Christen getränkter Jude bei Gericht keine Satiöfaktioo verlangen. mit Au»« nähme unter Assistenz eine« Edelmanne«. Ja den später» Zeiten, aäm« lich unter der Regierung Kasimir« III., al« die Juden in L. an Zahl bedeutend zugeuommen, stand säst vor jedem jüdischen Hause eia Pro» teltiouSschild mit dem Wappen desjenigen Edelmannr«. unter dessen Schutz mau sich gestellt, damit man gegen Injurien von Seite» der Christen grfichert sei. ') Die Geldsumme, welche die Schweden von den Lemberger Jude» au Kriegskontributioo erhoben, soll nach einer schriftlichen An« gäbe blo« 40.000 Thaler betragen haben. Außerdem versprachen noch die Juden 20.000 Thaler au Stenbok. damit er nicht so hart gegen sie verfahre.

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