Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 3 (14.1.1863)
- Date
- 1863-01-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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43 44 filosofischen Fakuliät lehrte ferner Dr. JaffS, an der medizini« schen Dr. Traube. DaS syrische Wörterbuch von Prof. Bernstein wird Prof. Petermaun fortsetzen, und dabei die von der hiesigen kö« niglicheu Bibliothek angekaukten Materialien Bernstein'« benützen. Don Prof. Nediger erscheint nächstens eine zweite Auflage der syrischen Ehre« stomathie. .. Hannover, Ende Dezember. Der Ehef de« hiesigen Dan» qnirrhaujrS Michel Lrhrnrr. Herr « o « man L e h r n t ז , hat vom Kaiser v^n Rußland den Anuenorden am Bande zu tragen erhalten. Die im vorigen Winter veranstalteten Vorlesungen haben wieder begonnen, und finden grosse Theilnahme. Dr. Meyer erklärt Hilchoth Deoth v. Mai« monide»; Dr. Frensdorf Mischnajoth; Dr. Wiener Midrasch; De. Kays erlin g die Psalmen. DaS Projekt einer FortbildungS« schule für Knaben, welche die ReligicnSi'chule verlassen, hat leider keinen Anklang gefunden. Auf den Vorschlag, eine DorbereitungSschule für jüdische Knaben und Mädchen zu gründen, wurde ebenfalls nicht eingegangen. Dagegen hoffe ich. Ihnen recht bald Erfreuliches überden Bau einer Synagoge mitlheilen zu können. Herr Banquier Adolf Meyer bat mit dem Architekten, dem der Bau übertragen werden soll, eine Reise unternomnili,. um besonders die in neuerer Zeit erbauten Synagogen in Augenschein zu nehmen. Die Reise wird sich bis Pest erstrecken. 6. S VrcSlan, Anfangs Jänner. Ein Ungar. Herr Groß ans Szenitz. Hot an dem hiesigen Seminar einen Preis errungen. Die Ausgabe war: ״Etimclcgie und Begriff von Halacha und Haggada." Inland. B. Post, 8. Jänner. Der Eindruck der vorgestern abgehalteneu Generalversamlung war wirklich ein erhebender, überwältigender. Dr, H irschler, unser verehrter Präses, gehört zu den gewiß nicht zahlrei« chen Männern, denen eS von der göttlichen Vorsehung gegönnt ist, Geschichte zu schreiben »nd — zu machen. Sr genießt diese Begünstigung asterdlngS nur im engen Kreise einer jüdischen KultnSgemeinde; aber er legt hier so viel Genialität an den Tag, sein Eifer ist so beharrlich, und — was da« erfreulichste ist — der Erfolg so sichtbar, daß er so» wohl an seiner Wirksamkeit, als an seiner Darstellung derselben eine wahre HerzenSsreude haben kan». Herr Dr. Hirschler hat uns vorge« stern durch die lichtvolle, geistreiche, dabei aber sehr wahrheitsgetreue Schilderung unserer Geschichte de» abgelausenen Jahres wirklich einen Hochgenuß bereiter; e» war ihm aber nur deshalb möglich, die Ge« schichte so vortrefflich zu erzählen, weil er dieselbe — allerdings mit Hilfe tüchtiger Mitarbeiter und der Opserwilligkeit der Gemeinde, — so trefflich zu machen verstand. So bereitwillig ich indeß in den fast allgemeinen Beifall mit einstimme, muß ich mir dennoch die Bemer» kung erlauben, daß an dem gedruckten Bericht, für Lessen Derbrei« lung in den weitesten Kreisen hinlänglich gesorgt ist, auch die Kritik ihre Pflicht zu erfüllen hat. Zuvörderst muß eS auffallen, daß manche in unserer Gemeinde bestehenden Vereine keine Erwähnung gesunden haben. Der Bericht redet von dem noch nicht zu Staude gekom» menen Thalmud« Thora - Verein, und dem von der Statthalterei zu sanetionirenden Thalmudgelehrtenverein (!), und schweigt von dem Hand« werkervereine, ungarischen Vereine, dem Verein für Krankenpflege und Leichenbestallung, und andern wohlthätigen Vereinen, die in voller Wirk« samkeit sind! Zur Schilderung des kaum in seinen leisesten Anfängen vorhandenen Verhältnisse« zwischen unserer Gemeinde und ihren Schwe» stergemeinden >m Vaterlande findet der Bericht Worte genug, keine Silbe aber hat er für Institutionen, die wichtige Bedeutung haben, und mit ansebnlichen Opfer» erbalten werden. Sollte tre Kluft zwi« schen unserer Gemeinte uud diesen mit Stillschweigen übergangenen! Institutionen wirklich eine weitere sei», all die zwischen ersterer und j anderen Gemeinden, so wüßte diesem abnormen Zustande, unbeschadet der autonomen Derwaktung der betreffenden Vereine, sobald al« mög» lich ein Ende gemacht werden, damit eunserem verehrten Präses mög« lich sei. der nächsten Generalversammlung ein voflständige« Bild uu» serewirklich Respekt einflößendeu Gemeindeleben« zu entrosten. Der Thalmndgelehrten-Verein: lucus a non luccndo! Die Herren Thal« mudgelehrten haben einen so niedrig heuchlerischen Punkt in ihre Sta« tuten gesetzt, daß sich jeder wahrhaft orthodore Jude mit Indignation von ihnen wegwenden muß. Statt sich mit ihnen viel zu befassen, sollte der GemeindeauSschnß noch eine mindesten« zweiklaffige Volksschule in einem gemietheien Lokale in's Leben rufe«, um dem auch von rin« ferm verehrten Herrn Präses tief beklagten MiffionSschulbesuch von Seiten jüdischer Kinder mit Erfolg entgegentreten zu können. Sehr oberflächlich hat der Ausschuß die Frage des Predigers in ungarischer Sprache behandelt. Wenn trotz der Bemerkung Dr. Beck'«, daß ei» RabdiuatSkollegium nicht aus vrer Personen bestehen dürfe, noch ein Dajjan uud deutscher AuShilfSpredigrr angestestt werden soll, so mag dies, fall« es zweckmäßig scheint, immerhin geschehen; aber der u»ga« rische Prediger darf damit nicht in Verbindung gebracht werden. Der Vorschlag, daß der RabbinatS-Affeffor als solcher, besonders als Fleisch« iuspektor 800 fl. und für seiue ungarischen Predigten noch 200 fl. de« ziehe, ist trotz der warmen Befürwortung de« Herrn Gerson Spitzer keiner Widerlegung Werth, und sind hierüber in der Generalversamm« lung wirklich sehr gescheidte Worte 'gesprochen worden. Wenn e« dem Ausschüsse ernstlich uur die Anstellung eines ungarischen Predigers zu thun ist. muß er sich um eine» dazu geeigneten jungen Mann Umsehen, bei dessen Anstellung von dem Besitze einer Haltara vorläufig abgesehen werden muß. Da diese Jndulgeuz i» nu« serer Mitte ihre Antezedentien hat, so kann dagegen nicht leicht eine Ein« Wendung erhoben werden. Der ungarische Prediger soll eben nur nu« garisch predigen, so daß an eine — hin und wieder erwähnte — Eol« lifion mit unserm verehrten Herrn Oberrabbiner gar nicht zu denken ist. Mit anderen Funktionen soll ver ungarische Prediger schon deshalb nicht behelligt werden, damit ihm Zeit zu seiner weitern Ausbildung blnbe, und zwar nicht nur zu der theologischen, sondern auch zu der ungarischen in linguistischer und historischer Beziehung. Ich bin wirklich herzlich gerne bereit, jede« Verdienst zu würdi.te» und anzuerkennen. Da wir aber ein jährliches Budget von hunderttausend Gulden haben, so wird man uns de» Wunsch verzeihen, in unserer eigenen Mitte einen Wortführer zu besitzen, der die vaterländischen Zustände genau kennt. Da- Bedürsniß einer ungarischen Predig« ist bei der studirenden Zu» gend und bei zahlreiche» Fauiliien vorhanden. Die Einführung Hai aber bei den ungarischen Juden im buchstäblichen Sinne kulturhistorische Be« deutung. Als geborner Szaboleser kann ich versichern. daß die Inden im Szaboleser und einem Theile des Biharer EomitateS vollständig magyarifirt sind: so oft aber die Religion zu ihnen und ihre» Kindern spricht, thut sie dir« — nicht deutsch, sondern im widerwärtigsten Iar« gon. In SzabolcS und Bihar kann diesem llebelstande nickt abgeholfen werden. Es muß also mindestens denjenigen Glaubensgenossen, die oft nach Pest kommen. — und bereu Zahl ist bedeutend. — Gelegenheit ge« boten werden, sich damit zu befreunden, daß auch die Religion ungarisch zu ihnen spricht. Im Anfänge wird dies d. nordung. Juden zwar freuidartig klingen, hat ihn aber der ungarische Prediger nur einige Mal erbau« und begeistert, wird er eS ganz natürlich finden, daß die Thora in der Sprache zu ihm rede, in welcher er zu Weib und . ind redet. Solchergestalt wird auf die ruhigste und friedlichste Weise Kultur. Eivilisatton. wahre Religiosität gesörderl. Ich muß bekennen, daß ich die Absicht hatte, die Frage der ungarischen Predigt in einem großen ungarischen Blatte zu besprechen. Nach reiflicher kleberlegung fand ich eS jedoch zweckmäßiger, meine Bemerkungen einem für jüdische Kreise bestimmten Blatte anzuver«