Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 3 (14.1.1863)
- Date
- 1863-01-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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41 42 Wille der Agramer Jugend kann wohl dem Altofner Tribunal nicht als Vorbild gedient haben. Die Drohung war also eia origineller Zug! Die Steinwürfe, mit welchen ein Theil der im Synagogenhofe versammelten jüdischen Jugend den heimkehrendeu Chorin begleitete, waren nicht von dem Gerichtshöfe ange« ordnet. Dagegen versammelte sich derselbe am darauffolgenden Tage, um eine Reduktion des GehalteS zu dekretireu, welchen Chorin vertragsgemäß auS der Kaffe seiner Gemeinde zu beziehen hatte. DaS Urtheil wurde nicht nach Arad erpedirt, sondern den Gegnern Chorin'S cingchandigt, welche eS triumphirend mitbrachtcn. Bei der Gchaltüreduction schwebten den von frommen Eifer beseelten Richtern vielleicht gewiffe alte anathemathische Bestimmungen vor; denn wurde auch über Chorin kein Anathema ausgesprochen, so mochte es doch dem improvisirten Consistorium angemessen scheinen, jciu׳ Bestimmungen anzuwcndcn, damit der vermessene Religionöfilosof im Gefühle der bitten, Roth, in welche seine Familie gestürzt wurde, desto bußfertiger gestimmt werde. Der Aradrr Vorstand wies jedoch daö Altnofner Urtheil mit Indignation zurück, und machte dem Altofncr Rabbiner bittere Vorwürfe. Die Angelegenheit wurde von Chorin der k. Statt« Hallerei unterbreitet. Diese kassirte am 24. Juni 1806 daS Urtheil, und vernrthcile den Führer der Gegenpartei Cho« rin'S zur Ersetzung der Prozeßkostcn. Auch sollte derselbe wegen seines Betragens am Bußcsabbate 1804 bestraft werden. Daö Statthaltcrei-Jntimat wurde bei der General, congrcgation am 2. März 1607 publizirt, und die Vollziehnng desselben einer Commission übertragen. Vor dieser erklärte Chorin, daß er seinem Gegner verzeihe, und auf die Ersetzung der Kosten verzichte. Chorin hatte also den Sieg errungen: einen traurigen Sieg! Die öffentliche Meinung in den ungarischen Gemeinden war entschieden gegen ihn, an ein Avancement, daS mußte er sich selbst gestehen, war nicht mehr zu denken. Seine Araber Gegner waren nichts weniger als versöhnt, vielmehr glimmte eS unter der Asche fort. Die Jeschiba hatte sich schon während deS Pro, zesses verloren. Chorin'S greiser Vater, den er 15 Jahre mit unbeschreiblicher Pietät hegte und psiegte, warnte seinen Sohn vor aller und jeder Schriftstellerei, damit ihn keiue neue Unannehmlichkeit treffe. Choriu faßte in der Thal den Entschluß, aller Schriftstellerei zu entsagen. Auch blieb er diesem Entschlüsse einige Jahre treu. AlS aber im Jahre 1815 Kunitzer'S Ben Jochai erschien, konnte er nicht länger an sich halten. Eine sehr ausführliche und eingehende Kritik dieses Werkes, welche er im Sommer 1816 vollendete, war die Frucht seiner wiederausgcnommenenen literärischen Thätigkeit. Als zweiter Tbril dieser ״Schomer ha—Sas" (Thürhüter) betitelten Schrift sollte unter dem Titel ״Toral ha— Kenaoth" (Gesetz des EiserS) eine der Allegorisiruug der thalmudischeo Haggada und der Kabbala gewidmete Abhandlung erscheinen. Beide Arbeiten blieben nugedrnckt. Erst im Jahre 1818 wurde wieder eine Arbeit von Choria veröffent« licht, welche neuerdings einen furchtbaren Sturm gegen ihn hervorrief. Fortsetzung folg». ^umerkurrgt». ') S. d. vor. Nummer. Ueber da«, wa« daselbst von dem alten Streite üder Esturiou gesagt ist. s. M. Noam S. 13» wo zu ersehe» -st, daß der Rabbiner Alerander Meisel in Szerdahely da» Richtige er׳ kannt hat. ') Fürst übersetzt diesen Titel: ..Anssöhuung de» Glauben« mit dem Leben." Diese Uebersetzung ist aber ebenso unrichtig. al« die Anaave. daß d. fragliche Wert in zweiTheile gethcilt sei (Bibl. sud o, 176). *) Jcr. Peß. 6, 1. B a bli das. 66. ft. *) Jore Dea 476, 4. *) Beza 4, 6. 8 (דh. Sofcr II. 2, 49. ') Mischmercth le—Mischmereth: M. Kata 5, ft. Jcbam. 25, ft. *) Hier schwebte» dem Verfasser die Worte des Alf. 8rub. 6. Tos. Jom Tob Pea 3, 6, vor. I» der von R. Lipm. zitirten Stelle B. Bathrn 130. d. tommr da« Wort Mischna nicht vor. Irr. Pea 2, Z. steht dir fragliche Regel am vollständigsten. ״) Äcrtui 8hcmed 3, 66. '״) Ker. 8em. 4. 202. Bethul. B. Jeb. S. 64. ") Dir. Ahar. 65. 6. Soserim 16, 5. Der eigentliche Sinn diese« Spruche« scheint zu sei»: Es ist für den. der über religionSgesetzliche Fragen zu entscheiden hat. überaus günstig. daß die Thora nicht strikte Dezisiouen (״תוכח) enthält, soneern Verschiedenheit der Meinungen zuläßt, wodnrey sich für jede» Urtheil Anhaltspunkte finden lassen. He—8haluz 2, 43 ff. '*) More Nebuch. 1, 61. 62. S. Narboni zu 62. S. 11, ft. "» Sabb. 61. ft. b. B. Ehan. 2. 153 ff. '5) Kusar 3, 73.: ״NcbrigcnS gestehe ich Dir. König vöu Knfar, daß im Talmud Dinge vorkomme». über die ich Dir keine genügende Erklärung geben, noch fic in gehörigen Zusamincnhaiig bringen kann. Dies nahmen dir Schüler aus großer Genauigkeit auf. weil sic Leu Grundsatz hatten, jede Siede der Weife» müsse stndirt werden, daher ihre Gcwissrnhastig, keil, das, was sie von ihre» Lehrrrn gehört, zusammrnzustellen. Sie ginge« ui ihrer Gewissciihasiigkeit >'o weit, daß sie dieselben Worte bei« bebieltcii, ohne sie immer zu verstehe», und sagten: So und so haben wir gehört und überkommcu. Die Lehrer hatten vielleicht eine Bedeu tung hineinge!cgl. die Len Schüler» »ndekannt blieb, und so kam d.Sache aus uns und wir schätzen sie gering, weil wir sie nicht verstehen. Jadeß betrifft dies Alles nicht daS Erlaubte und Unerlaubte; darum achtet man nicht sehr daraus. DaS ganze Werk verliert durch die angegebeueu Dtngr uichtS." Nach Kassel S. 305. '*) Jebam. 49, 6. Sukka 53, 6 Jerusch, angef. in Halach. Gedo!, Gitlio Ende. Kidd- 73, a. Tosaf, Schlgw. האי und Aschen das. Nr. 7.l Rapoport in Ker. 8hem. 6, 250 Abr. Krochmal in Ehaluz t, 68. Anm. 2. Daß Samuel uicht ordinirt wurde, scheint jedoch nur aus dea angeführten Stellen erklärt werden zu können. ף׳ Ehalham Sofft zuiu Orach Ehajjim Nr. 1S7. Die Bidtlstelle: 2 Köa. 6, 17. welche schon von R. Sam. Edel« zu Mer zilla 27, a. angeführt wird. '*) Sukka 53, b.'*) R.g ha—Schaaa 21, b. Nedar. 38, a. ") Kercm Ehernes l. S. 63—72. ha—Mazaref I. Nr. 71. Zir Neewann S. 9. ") Viel böse« Blut machte besonder« die S. 37. b. gebrauchte Ausdruck Mechokek. Üorrespondenz. Ausland. o. Berliu: ln> Jänner. Dr. S te i uth al. der jüdische Privatdoieur au der hiesigen Universität. ist zum außerordcnllicheu Professor ernannt worden. Er vertritt den Lehrstuhl Wilh. v. Humboldt'«. Aa