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Ben Chananja · 1863-01-07 · 2 (7.1.1863) · page 4

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
2 (7.1.1863)
Date
1863-01-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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23 24 die Zusagen, die er daselbst erhielt, lauteten so bestimmt, baß er sich auf bem Titelblatte einer Druckschrift als künf. tigen Rabbiner der Somogv bezeichnete. Die Wahl konnte für den Augenblick nicht vollzogen werden, da die Wähler im ganzen Ccmilakc zerstreut wohnten. Die Rückreise trat Chorin über Groß-Kanizsa an, wo seine DerascbaS allge« meinen Anklang fanden, und sein leutseliges Wesen ihm alle Herzen gewann. An der Spitze der Groß׳Kanizsaer Ge׳ meindc stand zu jener Zeit der reiche und angesehene MoseS Lackenbacher. Derselbe fand an Chorin so viel Wohlgefallen, daß er dessen ^Abreise von Tag zu Tag verschob, und ihn drei Wochen hindurch in seinem Hause bewirthete. Zugleich gab er seinem Gaste wiederholt das Versprechen, die RabbinatSangelegenheit in der Somogy, wo Lackenbacber'S Einfluß maßgebend war, recht bald einer endgiltigen Entscheidung entgegenzuführen. Allein der Gönner wurde bald zum Gegner! Nachdem sich Chorin entfernt hatte, reiste auch Lackenbacher nach Preßburg ab, wo am 6. Mai der Reichstag eröffnet worden war, und wo er mit ׳uehreren Grundbesitzern Geschäfte abzuwickeln hatte. Der königliche Personal, Andreas Semsey, hatte in der EröffnungSrede gesagt: ״Die übermäßige Neuer,rngssucht ist zwar bei öffentlichen Berathungen verderblich; aber daS Festhalten an allen Einrichtungen der Vorfahren, die Verkennung der Umstände und Bedürfnisse der Zeit ist eben so schädlich. Gewohnlich verbirgt die MaSke solcher Beharrlichkeit nur den Mangel an Einsicht in daS, was Zeit und Umstände fordern, oder eine gewisse Trägheit, welche die Arbeit scheut, die von Reformen unzertrennlich ist." Diese Worte wurden aber weder von den geistlichen, noch von den weltlichen Mitgliedern der Etändetasel mit Beifall ausgenommen. Der | Graner Domprobst, Johann Vancsay, forderte den Versonal, der ja selbst Edelmann sei, nachdrücklich auf, darüber zu wachen, daß daö Herkommen in seiner Integrität erhalten werde. Von gleichen konservativen Gesinnungen war man auf dem Schloßberge zu Preßburg beseelt. DaS Lob, welches MoseS Lackenbacher dem Araber Rabbiner spendete, wurde daher von den Häuptern der Preßburger Gemeinde, welche Chorin schon als Neuerer haßten, mit heftigem Unwillen ausgenommen: sie bestimmten ihn, in der Somogy gegen Chorin auszntreten, wodurch dessen Aufnahme daselbst auch wirklich vereitelt wurde. Dies hätte Choriu verschmerzen können. Aber daS Werk, daS er in derselben Zeit veröffentlichte, führte eine Katastrophe für ihn herbei, durch welche seine ämtliche Eristenz schwer bedroht wurde, und die auf sein ganzes Streben und Wirken von entscheidendem Einflusse war. (Forts, f.) Anmerkungen. ') S. vor. Jhrg. Nr. 49. י) S. jedoch Jon. zu 5 M. 33. IS. ti. k'vyloha 300L z 320. *) Äb. Ezra zu 2. M. 7. 18. krvys. das. §. 7. ר Chul. 3, 7. *) Gadas Iota. Der Fisch heißt auch Quappe. Aalraape, Nutte. Nuss. Olk. im Badenser Moserlria «nb Gewellfisa» (Okra. VT. 3, 151). Bei den Rabbinrn: בידביט בלרביטא barbot. So bei Okra. Landau M. L. Chat. 64. a. hat wohl fälschlich barbots. *) Sirjca 11, a Unterzeichnet sind: Mose« Münz. Wolf Rapcport, Samuel Kana. Jakob Bcnet. Michacl Rcchuitz. Samuel Nausnitz. י) So erkläre ich da« im Trrie strhende Grundel. Welche Grundel hier zu verstrhrn sei, ist noch zu erörtern. Der schwarze GobiuS war schoa in alter Zeit ein LirblingSgrricht drr Denetianer; er ist r» noch, und wird besonder« seine große »nd wohlschmeckende Leber geschätzt. Okeu führt die Worte JuvenalS au: No quaeras Mullnra, cum 8it tibi Gobio tjmfum io localis. *) Josef Burgi, Mardechai Zahakou, Sabbathai glchanan Sanguinrti, Sabbathai Elchanan Rrcauati. Samuel Darruch Bnrgi. '1 Pachad Jizchak H. 86. a. '1 Prri Chadasch zum Jore De 83. 26. ") Landau. Wrtrb. 5. 1522. Au : Lcvy' sohn Zool. §. 337, ") Irr. Nedar. 9. 1. S. Dru Chan. 2. 538. 539. '*) (Sin), zu Abot 4. Abschn. Teschnba me.Ahaba 3 Th. Nr. 329 zum Jore Ola. Abschn. 83. Erziehung und 8chule. Lcbrr Mädchrnerzlrhaag.*) Dom Realschnllchrrr I. W. Schütz. Geehrte Freundin! Da ich Ihnen nun, soweit r« mir vorläufig in der Kürze mög« lich war. meine Begrifft über das Wesen der Erziehung auseinandersetzte, will ich Ihnen auch in einem andern wichtigen, vielleicht noch wichtigeren Punkte meine Mcinung nicht vorenthalten. Und diese ist, daß ich alle Anstrengungen, die sich Ellern und Pädagogen sowohl auf theoretischem als ans praktischem Wege in Bezug auf Erziehung geben, für vergeblich halte, so lange es nicht feste lleberzeugung Aller geworden sein wird, daß, soll es eiiimal mit der Jugend und daher mit der ganzen künftigen Generation besser werde», man vor Allem auf die Erziehung I der Mädchen seine größte Aufmerksamkeit zu richten habe. Und die« meine ich in zweifacher Beziehung: 1) Daß sie (die Mädchen) selbst gut erzogen seien. 2) daß sie einst gut erziehen können. Was den 1. Punkt betrifft, brauche ich wich kaum näher zu erklärea, da eschwerlich Je» mandem rinsallen wird, die Berechtigung, gut und sorgfältig erzogen zu werden, den Mädchen minder als drn Knaben zutugrstchrn. Ich will mich Lader bloß über den zweiten Punkt aussprechro. Ich weine nun, daß man deshalb dir Mädchrn (hier ist von schoa reiferen Mädchen die Rede) in dieser so wichtigen Kunst der Erzirhung sorgfältig unterweisen soll,, weit ich behauvteo zu dürfea glaube, daß letzlere. soll sie anders von gutra Folgen begleitet sein, und nicht bloß, wie so viele andere wichtige Jnterrffea der Menschheit, al« Lurusartikcl figuriren, hauptsächlich den Müttern zukomme. Gründe hiefür kann ich Ihnen sowohl au« der Natur, als auch au« den sozialen Drrhältu iffea der Gesellschaft he,leiten. Betrachten wir die Einrichtung der Natur bri den Tbiereu. so srhea wir. daß sie auch schon hier au«, schließlich dem Weibchen dir Sorge für die Jungen auferlegte. Wer hätte nicht schon Gelegenheit gehabt. ,. 2J. die Döget zu bewundern, wie sie ihre Küchlriu erst ätzen, dann essen, sodann Nahrung suchen und endlich stirg,״ lelren? Dir Weibchen sorgen überhaupt so lange für *) Au« den noch ungedrucktea Briefen »über Erziehung der Mäd» chru für gebildete Mütter" vom Herrn Einsender. N rd.

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