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Ben Chananja · 1863-01-01 · 1 (1.1.1863) · page 7

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
1 (1.1.1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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13 14 herrlichem Druck mir schüttelte. Herr, wen habe ich die Ehre? fragt, ich. Wen Sie die Ähre haben, entgegnete der Unbekannte, mich mit freundlich,» Blicken von Unten bis Oben messend, al« wollte er, ein zweiter MeSmer, mit Druck und Blick mich magnetisiren — einen mährischen LandSmaun, der sich innig freut, in Ihnen einen solchen zu begrüßen. Seit diesem Tage blieben wir, ich und Herr Mesmer II., schon auf den RechtStitel unserer mährischen LandSm annschaft hin, unzertrennliche Busenfreunde. Wie gut wären die meisten mährisch-jüdischen Gemeinden daran, wenn ihre Mitglieder, die scit der gestatteten Gewerbesreiheit und Freizügigkeit »ach allen Richtungen der Windrose hin übcrfiedeltcn, einen eben solch vorzüglich entwickelten Heimalhsstnn besäßen, oder doch eine gewisse Pietät für ihre GeburtSgemeiuden bernndeten. Allein r« scheinen die meisten dieser Herren, kaum daß fle den, Weichbild, ihres Geburtsortes den Rücken gekehrt, ganz zn vergessen, daß sie der Stätte, in der die Gräber ihrer Näter ruhen und in der einst ihre eigene Wie» ge. sowie die ihrer Rinder schaukelle, denn doch noch iinmer einige AtthLuglichkeit n»d gewisse Rücksichten schuldig sind. WaS soll denn aus Synagoge, Schule und Armenfond in den derart verlassenen nnd enlvölkerle» Geiiieinden unseres Landes werden? Welch großen Spielraum und welch schönes, segenreiches Feld gäbe eS da für die so oft und mit so vielem Recht gerühmte jüdische Mildthätigkeit! Gibt es keine Mäcciie unter nnS, die sich dieser großen, dankenSwerthen An« gclegenhrit annchmeu wollen? Ich glaube, eS wurden schon von mancher Seite die Gründnng eines BcreinS io Anregung gebracht — indeß es bleibt leider eine nicht wcgzulengneiide. durch unsere ganze Geschichte nachzuweisende Thalsachc, daß die jüdische MilLlhätigkeit, so groß nnd unermüdlich sie auch sein mag. stets im Kleinen ihre Kräfte zersplittert nnd nie auf das große Ganze und Allgemeine ihre Segnnngen und ihren gewiß rühmcnSwertheu Opsermuth auSdehnt. (Sine rühmliche Erwähnung verdienen all;cne, die obschon ia ihrem neuen Wohnorte in den vollen Gemeinde- und Bürgervcrbaiid ausgenommen, dennoch zn allen Lasten ihrer GebnrtSgeineinde freiwillig sich bekennen. Ein Solches können wir fast allen Mitgliedern der Gemeint, Pr—z nachrühmen, die obschon in der Reichshauptstadt wohnbaft und zumeist auch dort ineorporirt, ihrer Stammgemcinde die Lücke, die durch ihren Abgang enistandeu ist, in jeder Weise minder fühlbar zu machen bestrebt find. Ein vorzüglich schöner Zug wurde uns ans der Gemeinde N. erzählt. Dorthin soll nemlich ein Ungenannter regelmäßig in bestimmten Jahresraten einen höchst uahmhasten Beitrag zur Bestreitung der Gcmeindebtdüisuiffr einsenken. Den au den Demeindevorstand grrichleien auonyincn Zuschriften soll stet« dir Bemerkung dcigefügt sein, daß bei außetordentlicheu Borkommnissrn man sich Post restante Wien unter einer angegebene» Chiffre an ihn werden möge. Es soll dies auch bereits zu wiederholten Malen versucht und daraus jedes Mal eia reicher Beitrag zugesendet worden sein. Ich erzähle Ihren Lesern wol nicht- Neues, wenn ich berichte, daß io unserer Landeshauptstadt Brünn von Zeit zu Zeit ein Comitü tage. daS sich dir Ausgabe gestellt, den mährisch-jüdischen LaudeSmaffefond für Bedürsniffe der Gemeinden stüssig zn machen. »Aber warum hat dieses Comirü nicht einen einzigen Rabbiner zu seinen Aeralhungka beizezogen?' Ein hoher RegierungSbeamter, dem sich da« Comilä vorgestellt, soll an dasselbe diese Frage gestellt haben, indem er hinzusügre, daß er einige höchst achtbare Rabbiner tm Lande kenne, die noch überdies mit Lea Wünschen und Dedürsoiffeu der Gemeinden ex officio gar wol vertraut sein dürfen. Indeß eS rnmurt jetzt allenthalben ,in Gespenst umher da« man .jüd. Hierarchie' ueuuel. Hat scho. Jemand da« Gespenst mit eigenen Augen gesehen? Ich zweiflle gar sehr. Astein in Gotte« Namen — wenn nur da« ComirS bald de» Lande schöne Resultate feiner Berathungcn zu zeigen haben wird״ dan» wollen wir ihm seine Gespcnsterfurcht verzeihen. Thatsache ist e«, daß die ganze Anregung zu einem energischea Schritt in der Lande-massr« fond-Aagelegenheit von einem Rabbiner (Sch. in P.) auSgegangen ist. Aber warum versammeln sich nicht auch die Rabbiner ihrerseits? ES gäbe manchen wichtigen, ja sogar höchst wichtigen Punkt der Be» ralhnng. und schon ein bloßer Jdecnau-tairsch wäre für die Rabbiner des Landes von unsäglichem Nutzen. Cs ist die« von dem Schreiber dieser Zeilen scho» anderwärts angeregt worden. aber leider bi« jetzt fruchtlos. Möge vor der Hand die von Dr. E. ausgehende Anregung zu einer Lchrerconfrrcnz glücklicher sein! Raab, Ende Dezember. Die hiesige Gemeinde hat de» Be« schliiß gefaßt, eine Synagoge und ein SchulhauS zu bauen. Sobald der Bauplatz von der Stadtzcmcinde gekauft ist, wird zum Baue ge« schritten werde». Unsere Schule ist in einem sehr blühenden Zustande׳ Unstr Prediger NanSburger füllt sein Platz würdig aus. Unser Schul« direklor Alb. S. Fischer ist zum Leiter der jüd. Kinderbewahranstalt in Wien berufen. Die Achtung seiner Kollegen u. d. ganzen Gemeinde wird Liesen würrigcn und tüchiigcn Schulmann nach seinem nenen Wirkungskreise begleiten. N. F. Z Mako, 1. Jänner. Unser Rabbiner, Herr Sal omon Ull« mann, einer der erste» Thalmntistcn Ungarns, ist so eben zu einem besseren Leben cnlschlummcrt. Sonmaz findet das Leichenbcgängniß statt. Literarische Anzeigen. אמרי ישר Ethisches ״nd Poetisches (hebräisch) von Selig Hirsch Mondschein. Lemberg. S. L. Kugel, Lewis und Comp. 1302 . 8. 102. Die jüdischen Schriftsteller in Galizien, welche unter der dortigen Judcnschast der Culiur und Civilisation Bahn zu brechen suchen, de» dienen sich mit Recht der hebräischen Sprache, da dieselbe die einzige Sprache ist, welche in den Kreisen, aus die eingewirkt werden sost. ge. lesen und verstanden wird. Der Bersasser vorliegender Blätter gehört seit Jahren zu den Vorkämpfern de« Fortschrittes in Galizien, und auch diese Blätter sind ein schönes Zeugniß seiner tüchtigen Gesinnung, seiner an-gebreitetrn Belesenheit und seine« fließeudeu hebräischen Stile«. I» der Vorrede gibt er eine herzzerreißende Schilderung der jüdischer Zustände iu seinem Lande, welche von den pilpulistischeu Rabbinern erhalten, von den chaßidäischen noch verschlimmert werden (Z-18). Hierauf folgt: Sendschreiben au Meir Kasstr, der al« MLee« der Lite« ratur begrüßt wird (14—16), ein Sendschreiben au Dr. Letterl«. die Verkehrtheit der gegenwärtigeu Unterrichtsmethode und den Charaktee der Haggada besprechend (17—41): Sendschreiben an den Bersasser vs> Selig Lauierbach über die Qualifikationen eine« SchrifisteNer« von Be, rus (42-L8); Erkur« über den ShaßidLi«mu» (49—89): der eigent. liche Kernpunkt der gauzra Schrift. Die Korifäea der arabischen Epoche werden zu Hilfe gerufen, nm zur Bekämpfung der Roheit and de« Aberglauben« da« Ihrige beizutrageo. Gleiche Tendenz hat da« folgende Sendschreiben dr« Verfasser« an Iss. Koha in Lemberg (84—10L). Wir wünschen dem wacker» Herrn Dersaffer und seinen GeflaauazSge« uoffea Leu besten Erfolg, und den literärische, Arbeiten derselben die weiteste Verbreitung. Ein Culturverein, von Lemberg au» wir»

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