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Ben Chananja · 1863-01-01 · 1 (1.1.1863) · page 8

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Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
1 (1.1.1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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15 16 Un\>, könnte in ®alijtfn die Esche der Cultur und de» Fortschritte« auf eine sehr wirksame Weise fördern. Dir Trmpelgemeinde in Lemberg ist besonder« berufen, einen solchen Verein zn gründen. אזרח רעק Bemerkungen über die Biografie de« Maimonide«. Don Israel Tauber. RabbinatS-Affessrr in Waagneustadtl (hebräisch^ Prag Wolf Weiß 1862. 8. Vlll. 76. ArmerMaimonidr«! — 3n diesen zwei Worlen ist unser Nrlheil über dir vorliegende Schris» ausgesprochen, welcher Approbationen mehrerer Rabbiner (Horvitz, Weiße, Hildesheimer, Levi. Nascher) vorgedruckt sind. Indessen ist eS doch immer rin günstige« Zeichen der Zeit, dcß ein Jünger der Preßburger Schule fich mit geschichtlichen Forschungen befaßt, deutsche Bücher und Zeitungen liest und zilirt. Auch legt Herr T. recht schone Kenntnisse au den Tag, ohne daß es ihm jedoch gelingen will, alle auf seinen Gegenstand bezügliche Probleme zu lösen. So bekennet er S- 22. 6״ daß er nicht wisse, wo die Gelehrten von לוניל gewohnt haben, die mit MaimoniteS eorrcspondirken; ob in Luncville in kothringe», oder in Lyon in Frankceich. Wir billr» Herrn T.. fich wegen diese« großen geografischen Problems fortan keine Sorgen zu machen. Die Gelehrtk» von לוניל habe» weder in kuneville, noch zu Lyon, so»- denn in kunel (In ville) gewohnt. Höchst originell ist die Angabe des Herr» I., daß Main., von Jerusalem nach Aeg: pten über DamaSk gereist sei (2. 6). lieber da- Ehronologischr in M.'S Lebe» kennt der Persaffer die Quellen nur sehr mangelhast, weshalb er glaubt. M. sei schon 1163 in Aegypten gewesen. M.'S zeilwciligeS SchcinmcSlcmenthum stell» er hartnäckig i» Abrede, wiewel die Tbaisachc unleugbar feststeht. Daß der persische Gocn Amram. der Rcdaklcur einer Gebeteordnnng, in Main; begraben sei. läßt sich Herr T. nicht nehmen (O.a); Der @00« m u ß daselbst d-graben sein, da ja R. McscS Soser, aus Len sich Herr T. berust, dessen Grab in Mainz besucht hat (Eh. Soser! O. Ehajjim Nr. 16). Trotz all dem kündigt der Verfasser auf dem > Titelblatte seines Opus an. daß er dadurch die Kritiker ״verscheucht" j habe! Wir rmpschlcn der Aiismerlsamkeit des Herrn Rabbinals-Nssessors das, was über das Verhältniß des Maimcuidischeu Jad zum Thalmud in diesem Blatte gejagt wurde (B- CH. 1, 145—157. 471. 2. b. 503. 54». 3. 556. 557). Hier ist rin Feld für seine Apologie de« großen Maimonide-! l-ezione di Theologia Morale Israelitica di Samuel Davide j Luzzato Triestino, professoro nell’ istitato rubbinico di Padova, j socio corrispondento dcll’ I. R Istituto venelo et membro straor-; dinario dell’ l. r. Academia di Padova. Padova Bisnchi. 1862. 8. Vlll. 135. Preis: 2 Frank. (Mit dem Bildnisse des Verfasser«.) Indem wir vorliegende« Lehrbuch der theologischen Moral oder der Moraltheologie zur Hand »ahmen, drang fich uns folgende Denierkung aus. Da« Breslauer Seminar verfügt über viel größere materielle Mittel, als da« Institut iu Padua, e« ist daher nalürlich, daß demselben r»ne größere Summe von Lehrkraslen zu Gebote stehen. Gleich» wohl bietet da« Programm de« italienischen Institute« eine größere Mannigfaltigkeit jüdisch.rheelogischrr DiSeiplineu dar. als da« deutsche Seminar. Luzzatto lehrt neben anderen Gegenstände« auch Dogmatik und Moral; De la Trrre trägt neben anderen Lehrobjelten auch Homi» lrtik vor. Dogmatik. Mcraltheologie und Homiletik find am Breslauer Szegedin, Sklbslsrrla, der »r»n»t1,n. Seminar nicht rrrtrrfrn! Der Grund diese« mertwürdigr« Nnterschirdr« scheiu» in einem treisccheu Umstande zu liegen. Da« italienische Institut wurde rcn den Gemeinden gegründet, welche ihre Rabbiner iu dem» selben aiiszubildeu beabsichtigtru; die Vertreter dieser Gemeinde« hatte» daher freie Hand, den Lehrplan nach ihrem besten Wissen und Gewisse« ohne weitere Nebenrüdfichlen zu enlwerfen. Ferner hat in Italien die pilpulistischr Methode niemals in dem Maße geherrscht, al« daß die Pflege tei'elbe» bei Giüitung einer jütisch-theologischen Lehranstalt besonder« hätte in Erwägung gezogen werden sollen, wiedie« in DrcSlau mit Recht geschehen mußte. Endlich ist nicht au« den Augen zu verlirreu, daß die Anstalt in Padua von der Regirrnng sanetionirl werde« sollte, und auch wirtlich sanelionirt wurde, und schon deshalb die eigentliche« thecl. DiSeiplinen in dem Lehrpläne nicht fehlen dürsten׳ Da« vorlie« arnde Buch gibt Kunde, wie die Moraltheologie in Padua gelehrt wird. Die allgemeine Einleitung handelt von dem Naturgesetze oder der nalürlicheu Moral (1—8) und von dem Gesetze der Religio« oder der religiösen Moral, bescuderS der der Religio» Israel« (8 -23). Zum Schluß der Einleitung umschreibt der Verfasser seinen Gegenstand aus folgende Weise: Die Moraliheologie kann sich also nicht mit de« Gesetzen beichäsiigen, welche aus den CultuS Bezug haben; diese gehöre» znr Riluallheolcgie. Die Mcraltheologie hat nur.die göttlichen Gesetze zu behandeln, welche niimitlelbar zu den gesellichajllichru Pflichte« gehören. Die Einleitung zum erste» Thcile sprich« von den allgcineiiien Pflichten (25—43); da« 1. Kapitel von Len allgemeinen negative» Pflichte« (45-84); da« 2. Kapitel von Len allgemein,:» positive» Pflichten (85—01). Der 2. Theil hat die speeiellen Pflichten zum Gr« genstande; 1. Kap. Ehepflichten (03—105); 2. Kap. von den Eltern (107-113); 3. Kap. von den Kindern (114—122); 4. Kap. von de» Geschwistern und andern Verwandten. Ein Anhang über dir Moral- Prinzipien, in welchem jedoch die Filosofcn seil Kaut gar nicht berücksichiiget sind. bildet den Schluß de« Ganzen. Da« Buch wird ohfle Zweifel Nebersetzer finden, und wünsche» wir demselben die wohlvertimte weiteste Bcrbrrllnng. Dem verehrten Verfasser gestalten wir «11« zu empfehle», daß er bei einer abermaligen Revision seines Werke« da« geschichtliche Moiuenk. die verschiedenen Zeiten. Schulen und Richtungen mit im Auge dchalir, und in dieser Rücksicht die Quellen »npartriischrr zu Nathe ziehe. Er wird sich dadurch immer mehr überzeugen, daß da« Verhältniß des Maim. zum Thalmud nicht so beschaffen sei, wie er r« S. 41. aiigibt. Der kundige Leser wird leicht einsehen, weshalb wir n»S hier einer weiteren AuSsührnng diese- Punktes enthalten müsse«. Wir eriuneru nur daran. Laß auch aus dem Gebiete der Ethik die An« schaumigen nicht immer und nicht überall dieselbe» geblieben find; e« ist daher sehr gewagt, in einem wiffenschastlichen Werke diese Thatsache zu ignoriren. Ferner scheint uns, daß auch in Betreff der innere» Vollständigkeit manches zu wüuschen übrig bleibe. So ist z. B. da», wa« über dir Pflichten de« Ehegatten gelehrt wird, für die populäre Sillenlehre ziemlich genügend. Eine Moraltheologie muß auch auf Besprechung der verschiedenen Ehehiudernisse »ud der Ehescheidung riugehen. Diese unmaßgediicheu Bemerkungeu sind weit entfernt, den Werth de« vorliegenden Werkes, dessen Ausstattung nichts zu wünschen übrig läßt, auch nur im geringsten zu schmäler». Birlmebr rmpfehlen wir dasselbe unbedingt, und wünsche« dem Herrn Professor Luzzatto. unserm gelehrte» und verehrte» Freunde, Kraft, AuSeauer und ein vou Sorge« freie« Leben, damit r« ihm auch fortan gegönnt sei, dir jüdisch-theologische Literatur mit seinen gediegene» Arbeiten zu bereichern. Leipzig, Lommlssionr-Verlavon Franz Wn-nrr. Druck von Sigmund Burger in Ezegedi«.

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