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Ben Chananja · 1862-12-19 · 49 (19.12.1862) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
49 (19.12.1862)
Date
1862-12-19
Page
Seite 420 (sequence 4)
Language
German
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fr r;!1' jiv ״1• I!: li־' •S{. J•: i•■׳' 'H |)j!?!*־ h 420 die Stadt Arad, in welcher 1T32 und 1738 die Pest furchtbare Verwüstung angerichtet hatte, zählte zu jener Zeit nur eine unbedeutende Bevölkerung; erst unter Josef II. und noch mehr während der französischen Kriege nahm ihre Bevölkerung rasch zu, und stieg ihr Wohlstand so bedeutend, daß sie 1826 (15. Feber) ihr Privilegium als königliche Freistadt erreichen konnte. Die jüdische Bevölkerung wird von dem nach ämtlichen Erhebungen schreibenden Statistiker Funyes int Jahre 1839 auf 812 Seelen angegeben, die Gesammtbevölkerung betrug damals 15,242 Seelen. So klein aber auch die Araber Gemeinde war, als sie in d. Person Chorin'S ihren ersten Rabbiner anstellte, so war doch die Befriedigung, welche die Gemeindeglieder an dem Uebergange aus dem Jischuwthume in das Kehilla-- thmn fanden, so allgemein, daß sich dieselben bereit finden ließen, ihrem neuen Rabbiner eine kleine Jeschiba zu halten. Chorin lag dem Unterrichte seiner Bachurim und seinem Selbstunterrichte mit unausgesetztem Fleiße ob. Das Studium deö ThalmudS nahm den größten Theil seiner Zeit ein, er beschäftigte sich aber auch mit Bibel, hebräischer Grammatik, den Werken der mittelalterlichen jüdischen Filosofen, dem Sohar und späteren haggadischen Werken. Die Arader Gemeinde rühmte ihren jungen Rabbiner als ausgezeichneten Maggid (Prediger), und die fremden jüdischeu Kauflente, welche den Arader Markt besuchten, stimmten in das Lob ein. So lebte Chorin zufrieden und geehrt seinem Berufe und seinen Studien. Von Zeit zu Zeit sendete er pilpnlistische Novitäten an seinen Lehrer, R. JeremiaS, und an R. Moses Münz in Altofen. Beide antworteten ihm freundschaftlich und ließen sich in pilpulistische Erörterungen mit ihm ein. Im Jahre 1793 hatte er Gelegenheit, sich von Amtswegen an den mährischen Landrabbiner Markus Benedikt zu wenden. Er benützte diese Gelegenheit, demselben ein Manuskript halachischen und pilpnlistischen Inhalts,—über die Ehescheidung durch einen Bevollmächtigten und über die erste Mischna-Ordnung, — zur Beurtheilung vorzulegen. Der Empfänger lobte in seiner Antwort (v. 23. März 1793), welche ich aus dem Originale kopirte, die Arbeit Chorin'6, den er ״einen großen und hervorragenden Rabbiner, das Licht Jsrael's, die rechte Säule" nennt, sich vorbehalteud, dem Epistolografen über manche Spezialitäten später seine Bemerkungen mitzutheilen. Leider wurde aber schon im nächsten Jahre das gute Einvernehmen zwischen Benedikt und Chorin erschüttert. Der Altofner Rabbiner Münz veranlaßte nämlich seinen Arader Freund und Kollegen, zur Vertheidigung der von Benedikt verpönten, von Münz aber in Schutz genommenen Filakterien, — deren Behälter nicht mit einfachem, sondern doppeltem Lederstreisen überzogen ist, — eine ansführliche Epistel an Benedikt zu richten. Diese Epistel ließ der mährische Landcörabbiner unbeantwortet, und je weniger er geneigt war, sich Widerspruch gefallen zu lassen, desto unangenehmer berührte ihn die Arader Opposition. Die Karäer hätten, wäre der Filakterienstreit zu ihrer Kenntniß gelangt, denselben mit einer gewissen Schadensrende begleiten können, da sich die rabbanitische Halacha gerade in Betreff der Filakterien einer reichen Fülle von Traditionen rühmt, unk dennoch von der Tradition im Stiche gelassen wurde. Chorin'S Sendschreiben wurde nicht veröffentlicht; seine Orthodorie wäre aber unangefochten geblieben, wenn er dasselbe auch veröffentlicht hätte. Denn hochorthodore Autoritäten, wie R. Pinhas Hurwitz zu Franks, a. M., R. Hirsch Lewin in Berlin, R. Elias der Gaon zu Wilna und R. Meschullam Tismenitz zn Preßbürg, billigten die von dem mährischen Landesrabbiner so entschieden perhorreszirten philacteria bifolia. Innerhalb der Arader Gemeinde blieb diese Fehde vollständig ignorirt, und der Frieden der Gemeinde ungestört. Dasselbe gilt von einer andern Fehde Chorins, an welcher sich die meisten ungarischen Rabbinen betheiligten, und die eine nähere Betrachtung verdient. Fvitsepiiug folgt. MtmgeschMiche Ksorijme» von Leopold Dukes. 9. Die äußere und innere Sprache der Natur. B. Die titttcrc Sprache der Matur, a) Die Tochterstim me (ד.(בת קול) (Schluß.*) Das Geheimniß ist an uns vorübergezogen, wir haben nur Allbekanntes darin gefunden. Die Münze des Geheimnisses ist außer Cours gesetzt.") Beispiele aller Art nach den verschiedenen Richtungen hin hätten hier noch vorgeführt werden können. Die hier gegebenen Proben dürften hoffentlich hinreichend gewesen (ein, den allgemeinen Umfang der Sache zu zeigen, so wie auch ihren Zusammenhang mit der allgemeinen Kulturgeschichte. Das Bath Kol war stets mit religiösen Begriffen verknüpft geblieben, und ist nie aus dem Gebiete der Eontemplation herauögetreten. Es war nie zu fremden Zwecken mißbraucht worden. Der fromme Glaube hat es nie znm frommen Betrug angewandt. Die vielen Nro 47

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