Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 48 (12.12.1862)
- Date
- 1862-12-12
- Page
- Seite 414 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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414 Dasselbe gilt von S. als Apologeten. Gegen Hartmann in Rostock hatte er leichtes Spiel, und dessen jiidenfeindlichen Angriffe bat er glücklich zurückgcschlagen. Gegen Bruno Bauer'» perfide Polemik (1843) war jedoch seine in der Defensive bleibende Widerlegung zu schwach; hier wäre eine von d. Kirchcngeschichte getragene Offensive am rechten Orte genese». Sonst verfolgte S. die apologetisch-jüdischen Erscheinungen mit aller Aufmerksamkeit. Unterm 4. Dezember 1844 schrieb er an mich: ״Mit großem Interesse habe ich neulich Ihr Sendschreiben an den Dr. 82ölrnc8 in d. allg. Z. d. Jud. gelesen, und drücke ich Ihnen dankbar die Hand dafür." Als Ercgct »nd Btbelnbersctzcr trat S. zuerst >805 ans: in ״Mincha Tehora" od. b. 12 kleinen Prvfeten, zu deren Ucbcrsetznng u. Erklärung er sich mit den übrigen Lehrern d. jüd. Haupt- Freischule zu Dcßan, — Nenmann, Philippsohn. Wolf. — verband- Salomon bearbeitete die Profctcn Haggai und Zacharia׳'). Später gab er in Verbindung mit Mannheimer eine vollständige Deutsche Bibel heraus, die jedoch durch die Znnzische Bibel verdrängt wurde. Hr. Dr. Steinschneider in Berlin wird wol ein vollständiges bibliografisches Verzcichniß der Werke n. Anssätze S.'S bringen. Der Selige hat sich in der Geschichte der Juden einen Ehrenplatz gesichert, und sein Name wird allenthalben, wo sich der Fortschritt Bahn bricht, mit Achtung genannt werden. Anmerkungen. ') Am 13. Apr. 181«. hielt S. als Lehrer in Deßau eine Rede ״über die Wichtigkeit der Häusl. Erz. u. deren Einfluß auf d. Schulunterr. (Sulamith III., 1. 183-201). Im I. 1812 predigte am Neujahrstage über Ps. 90, 12. -) Er nennt sich ans d. Titelblatte: VT־n ש^מה זלמן ליסבלאן הלוי aus Sondersleben. Korrespondenz. Ausland. Berliner Briefe. II. (Fortsetzung). Der Vorstand des Talmndvereinö besteht gegenwärtig aus den Herren Liebermann, Asche und Lachmann nnd 5 Eommissions-Mitgliedern; der Zweck des Talmud- Vereines tst dreifacher Art n. zwar: A) Das Studium des Talmuds selbst (גמרא) und die Beförderung desselben. 13) Die Ausbildung der männlichen Jugend in allen den Lchrgegenständeu, welche für das jüdisch religiöse Leben, wie für das spätere Talmndstndium, nothwendig ist. 6) Die Erfüllung gewisser Lieberpstichtcn gegen lebende und verstorbene VereinSmitglieder. Er bezweckt תלמוד תורה und גמילות חסרים. Der Verein hat auch seine Vorträge und zwar wird an jedein Sabbath Vorm, ein Abschnitt aus dem Pentateuch mit Eomenl. Raschi. u. d. gl. von Dr. Easscl vorgetr. Der Verein betrachtet ferner als eine seine Hauplansgaben für die Erhaltung einer Talmud-Unterrichls-Austalt Sorge zu tragen, in der jüdische Knaben, wenn sie das schulfähige Alter erreicht haben in der hebräischen Sprache von den Anfaugsgrnnden bis Mischna, Talmud und Schulchan Orach uiuerrichrek werden. Daö UiucirichtShoiiorar der Zöglinge, welches allmouatlich pruenmernnclo erbebe» wird. bestunuit der zeitige Vorstand nach Maßangabe der Vercinsmitiel. Als Mitglieder dieses Vereins werden nur unbescholtene Personen jütiichen Glaubens ansgeuomuien. Derselbe hält auch alljährlich am Sliflnugsiage den l Ebeschwan eine Generalversammlnng. Die Thalmnd-Thora-Anstalt stand gleich nach ihrer Bearündnng unter der Leitung des Dr. Unger. gegenwärtig;Rabbiner Fortsetzung in der Beilage, sammt zu Jglan. Nach seinem Abgänge wurde Dr. Friedläncer mit der Leitung desselben vertrant. Die Anstalt besteht ans 5 Klaffe». und es wirke» an derselben außerdem genannten Dr F. 5 ordentliche Lehrer: die Unterrichtsgegcnständc sind von Sidnrlescn bis zum Talmud hinaus. Die Anstalt stellte sich zur Aufgabe, die Jugend vor JndiffercntiSmnS zu schützen, dem Materialismus gegenüber len Lehre» dcö Jndenthums ihr Recht z» verschaffen nnd zu erhalten. Denn während für die verschicdcnen Gebiete dcö Wissens der Staat Sorge trägt, und den etwa wahrznnehmendcn Mängeln abgcholfcn wird, ist der hebräische Unterricht sich selbst überlassen, nnd oft in den Hintergrund gestellt. Daö Vermissen der Kenntniß unserer Lehre, das Vcrständniß unscrcr Literatnr der hcranwachscnden Jugend bewogen den Verein, diese Lücke ansznfnllcn. Das Minimum, welches d. Anstalt als ihr Lehrziel hinstellt, ist: Verständniß sämmtlichcr Bücher d. heil. Schrift ihrem Worte nnd Inhalte nach, einige Übung im Lesen 11. Verstehen der hcbr. Eommcntatorcn. Die Unterrichtszeit ist dreimal in der Woche: 8-10 Stunden. Die Gegenstände, die in der Talmnd-Tora gelehrt werden sind: Sidnrlescn, bibl. Geschichte, Pentateuch mit Raschi - Commentar, Hagiographcn, Grammatik, Mischna n. Gemara. Im Ganzen gcnommen ist die Anstalt so eingerichtet, daß die Jugend nicht nur das Verständniß des Jndenthums erreicht, sondern mit demselben auch zugleich die Liebe zu ihrer väterlichen Lehre. Wir wenden uns nun zur zweitcn Religionsschnle. Diese ist die Neligionöschule der jüdischen Gemeinde überhaupt und steht unter der Direktion des Dr. Rosin. Fünfzig Jahre sind es bereits, daß das Edikt betreffend die bürgerlichen Verhältnißc der Juden in preußischen Staate erlassen wurde (1812). Durch dasselbe wurden die Juden, wie es anödr:cklich heißt, im Intresse der allgemeinen Wohlsari von dein Zwange der Gcneralprivilegien, Schutzbriesc nnd Eonzessioncn erlöst, sic wurden als preußische Staatsbürger erklärt. Schnell reiften die guten Früchte dieses Gesetzes; mit stannenswerther Lebenskraft und Tüchtigkeit ward die dargcbotcne Gelcgcnhcit sich an allem Großen und Bedeutenden im Staate nnd in der Gesellscha,, zn bethetligen ergriffen und benutzt. (Schluß folgt.) W. Warschau, im Nov. Sie wünschen, vcrchrteter Hr. Redaktcrr, etwas über Warschau zn vernehmen, nun, ich kann Ihnen aus eigner Anschauung so manches mitthcilen, das vielleicht v. allgemeinem Interesse fein werfte. Trotzdem daß der Zweck meiner Reise nach Warschau als ein beinahe ganz verfehlter zu betrachten ist, so war doch der Eindruck, wclchen die W. Tenipelgenieindc ans mich machte ein wohlthuender, der nirr lange in lebhafter Frische, in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Hinter den Bergen wohnen nicht blos auch Leute, sondern auch Männer, Männer, welche trotz ihrer Bildung, ihres Reichthnms und ihrer Stellung ein jüdisches Herz im Leibe tragen, ani Jndenthume überhaupt, wie an den Gerneindangelegenbeiten insbesondre die regste thatkräftigstc Thcilnahmc an den Tag legen, nnd das mit nicht gringen Opfern. Ich weise blos ans daö W. jüdische Spctal hm, welches längst weltberühmt, und aus das Waisenhaus, welches jährlich für 80 Waisen 8000 Silbcrrübcl voranSgabt. Das Gotteshaus ist unansehnlich, aber ich war vom Gottesdiciistc ganz erbaut durch dicwürde volle Haltung der Gemeinde, wie von de» weihevollen Reeitationen, in denen der wackre vom Gegenstände dnrchdr. Kantor erzcllirt, und nothwendig die Gemüther zur Andacht stimmt. Da schämt man sich auch nicht Hosch. rabba nnd Simch-Thora die Umgänge init zn machen. Am Vorabende v. Scheu,. Azcreth begab man sich in tuiiu Tempel Hose anfgerichtete Sulla; der ehrwürdige Vorsteher A. Epstein an der Spitze, jedem wurde ein Becher mit Wein gereicht und der Oberkante׳.׳ sprach das Kidnsch. Der SlaatSrath Rosen bittet ist,» Sehelischi abznireien »m D>. Jastrow ein Mi Schcberach machen zu lassen und 20 S. R li-Mewarech zn spenden. Prännmerativns-Ginladung des ״Ben Chananja."