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Ben Chananja · 1862-12-05 · 47 (5.12.1862) · p. Seite 404

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
47 (5.12.1862)
Date
1862-12-05
Page
Seite 404 (sequence 6)
Language
German
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404 Es finket sich in der Bibel der Ausdruck ״ סוד ד׳das Geheimniß Gotte.s" ES findet sich im Talmud der Ansdruck סתרי תורה as) ״Die Geheimnisse der Lehre (Thora)." Dieser Ausdruck war schon zur Zeit der Mischnah ein feststehender und bezeichnete eine abgeschlossene Reihe von Lehren, d. in einem kleinem Kreise durch mündiiche Ueberlieferung fortgepflanzt wurden. Der eigentliche Inhalt der סתרי תורה ist jetzt nicht bekannt. Es ist dies für die Geschichte der Literatur höchst bedauerlich. Diese Unbekanntheit darf als die Hauptursache angesehen werden, daß spater eine große Anzahl von sögenannten Geheimnissen ans den Schauplatz trat. Es wollten dieselben für die alten Geheimnisse gelten. Es haden dieselben jetzt historischen Werth als Denkmale einer hingeschwundenen Zeit, ohne eigentlichen inner» Werth. ay) Alle diese Gehet m n i sse sind erst sehr spät auf den Schauplatz getreten. Es giebt bei den Inden philosophische Geheimn i s s e d. h. gewisse spekulative Anschauungen der arabischphilosophischen Schulen, welche mau mit der Bibel in Verbindung setzte. Es sind dieselben — wäre der Ausdruck erlaubt — ideelle A11 a chronis 11t e 11.4״) Die t heo soph i sch en Geheimnisse gehören einer andern Elasse von 'Anschauungen an. ES sind dieselben älter als die sogenannten p h i l o sop h i sch en G e h e i mni s se. Dieselben sind in der gevnäischeu Periode in gewissen Kreisen für wichtig gehalten worden. Manche talmudische Stelle, besonders gewisse spätere Tractate, galten als Slü- Yen für diese Anschauungen. Der Ausdruck צופים בהיכלות darf hier ansgehoben werden.4') Diese Art Gemeimnisse gehen in daS graue Alterthum zurück. Das biblische סוד ד׳ (daß Geheimniß Gottes) hat wohl mit allen diesen Geheimnissen nichts gemeinschaftlich. Das Geheimniß Gottes in seiner wirklichen Bedcntnng ist jetzt eben so undurchdringlich wie es früher war, und es wird auch immer so bleiben. Die Allegorie galvanisirt — so zu sagen — alte Geschichte, alte Sagen, alte Sprüche. Es ist nur ein augenblickliches Zucken, kein eigentliches Leben. Mehr ist übrigens nicht zu erwarten. Die sogenannten philosophischen Geheimnisse der maurisch-spanischen Periode lassen sich zuletzt ans Allegorie reduziren. Viele Geheimnisse sind verschwunden. Man glaubt sie nicht mehr. Man glaubte sie, so lange als man sie nicht beurtheilen konnte. Leichtgläubigkeit und Mangel an Urrheil haben sich gegenseitig immer gestützt. Man kann die talmudische Phrase darauf auwendeu ״eins hilft die Trägheit des Andern ertragen. 42)" (Forts, folgt.) Anmerkungen. ") Wir benutzen die folgende französische Uebersetzung: La Science nouvelle par Vico. Paris 1844. (Die Einleitung des französ. Uebcrsetzers ist nützlich. Das Buch selbst, daö weder ein InhaltSverzcichniß, noch ein Register hat, ist daher mühsam zu benutzen.) 30) A »Ins GelliuS: attische Nächte XII. §. 11. •") Bcrgl. unsere rabbinische Blumenlefe S. 69, Nro 8. ") Die Alleg oristen (דורשי רשומות) hatten die tolerante Ansicht, daß alle dort genannte Personen des ewigen Lebens thcilhastig werden. Nach ihrer Weise lehnten sic dieses an Bibelstcllcn. (XU: bcr den Ausdruck דורשי רשומות überhaupt vcrgl. unsere Bcmerkung in diesen Blättern v. I. S. 203.) 33) Mcgillal, 3. a. Die Worte lauten 7 שגלהN מי הוא •סתרי לבני אדם ׳") Zu, Talmud, das. ist die hyperbolische Pbrasc gebraucht: ״cs herrschte drei Tage Fi nstcr niß in der Welt." (Nebcr! manche talmudische bpperboli sche Phrasen haben wir eine likcratnrhisto- ' rische Mittheilnng an die Redaktion gesandt!wird nächstens erscheinen.! Red.,) 33) Die Italiener haben ein sehr merkwürdiges Sprichwort, 1 welches lautet: ״Col Vaiigelo si puü diventare eretico.“ (״Mit dem! Evangelium kann man ein Ketzer werden.") Den Protestanten gegenüber, welche nur die Schrift ohne Tradition annchmcn, drückt dieses eigentlich katholische Sprichwort den Gedanken ans, daß man mit der Bibel in der Hand dennoch ein Ketzer sein kann. Es ist diescs genau genommen ein christliches Sprichwort. Es lieg! aber viel darin, was zum Nachdenken veranlassen kan. Es soll anderwärts näher betrachtet werden. •1e) Grammatisch betrachtet ist dieses Wort ein Hauptwort der Haildlittig (שם הפשלה). Es bezeichnet nicht (wie das Wort מר^ום etwa) einen Begriff. Ganz wörtlich übersetzt heißt שכינה ,,das Rn- Heu" d. h. das ‘Jiitlu’11 der göttlichen Herrlichkeit ans etwas. Es wird das Wort (wohnen, rnben) oft in der Bibel von Gott gebraucht. Bon diesem pi^ ist das Wort שכינה gebildet. Das biblische ״ •צבא השמיםDas Heer des Himmels" ist dem talmudischcn Ans druck entsprechend. ") Icr»sch a l m i Awoda Sara (Abschnitt 2 Halachah 7) lescn wir die Worte ״ הגרילו גלה להם רוי תורהsind sic hcrangewachsen, ,heile ihnen die Geheimnisse der Lehre." Dieses רוי תורה hier scheint nur in dem Sinuc von dem später!, סוה gebraucht zu sei». (Vergl. die folgende Note.) 3") Das Wort סור, welches bei den Später,! gebraucht wirb, heißt eigentlich nur das Innerste einer Wissenschaft. In nnserm Schire Schlomv (S. 60 Note 4) haben wir einige Nachweitungen darüber gegeben. ") Einige Wo rte nnter dieser Ueberschrift wollen wir zur Zeit mittheilen. 41) Vcrgl. A ruch Art. אב^ המנוגדת (vergl. auch weiter nuten). ף׳ Jernschalmi כלאים Abschnitt 8.מפני שזה נושא עצלותו של זה וזה נושא עצלותו של זה. ־ ׳ uui) " ״ ׳ י״ . Aus 1 \‘sl. II. In ilnsercn Gemeiudekreisen herrscht unausgesetzte,! rege Tßätigkeit. Der in unserem ersten Schreiben signa- D-8D 9997338999996

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