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Ben Chananja · 1862-12-05 · 47 (5.12.1862) · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
47 (5.12.1862)
Date
1862-12-05
Page
Seite 402 (sequence 4)
Language
German
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402 dem Register, ohne die Stelle im Buche selbst nachzulesen. '2) In diesem Punkte hat also Frankel Recht; in der Hauptsache hat er aber Unrecht. Denn nachdem R. Moses die Ansicht Tam's angeführt hat, bekennet er sich ausdrücklich zu der entgegengesetzten Meinung, nach welcher weder die Ehe, noch der fleischliche Umgang mit Richtjnden pentateuchisch verboten ist'׳'')! Frankel hatte sich wegen des שנחגייו־י so sehr ereifert, daß er die folgenden Zeilen des Semag nicht ruhig lesen konnte. Er batte daraus ersehen, daß R. Moses von religiösem und nationellem Standpunkte über jede fleischl. Vermischung zw. Juden u. Nichts, d. Stab bricht, dabei aber anerkennt, daß d. Gesetz kein hieraus bezügliches Verbotenthalte. Dagegen ist eS für d. deutsche Reform charakteristisch, d. Holdheim hier N. Moses aus Coucy gegen Maimonideö ins Treffen führt, während Mainwnides eS ist, welcher —allerdings im Widerspruche mit Raba — einer gesunden Eregese folgt. ") Holdheim polemisirc gelegentlich gegen Bruno Bauer, welcher die Beschlüsse des Pariser Sanhedrin mit gehässigen Bemerkungen begleitet; in d. Hauptsache hat aber B. Unrecht, denn in d. franzosischeu Beschlüssen stehen wirklich die Worte: ״bien qu’ils ne soient pas susceptibles d’etre revetus des formes religieuses.I;v)“ (Schluß folgt.) Anmerkungen. ^) S. oben Nro 46. '*) Tor. Ha-Kcnaotl, 2. 40, a.: ושלא ר .לשדך ולהתחתן ענלהם כלל כי השורים הם על העריות schuba nu’*9lf)al'a 1,8. י) Nabb. Giitochun. Franks. >844. 5. 70. 77. ז') Das. S. 102. ״) Das. 121. ■) 3m]cs1c11 u'arcn: Mau-r. Hoidheun, Klein, Salomoii. Heß, Sobcr1!!,c׳im, Zvlowic;, Goldmatttt, Ben-Israel, Philippsvu, Schotl. Formstechcr, Frankmrtcr, Hcrrheimcr, Avlcr d. All. und d. jnnq., Hoffmcmil. Hcidcnhdm. Herzfcld. Bodeiihciincr, Hirsch, (Svlcr. Eahn. ") Prolok. S. 70 ff. ") Amoiwitiic d. Rabb. S. 115. Anm. b. '") Ztschr. f. rcl. Zm. 1, 287. ") S. die Nachweise oben Nro 26. S. 221. Anm. 14. '־) S. L. Bl. d. Or. 5, 750. 809. 'יי) Sei,>ac, eil. V61>. 30. V.: □ וחכמי□ הולקי עליו(על ר־ שמעון) ואומרים שאין הכתוב לדבר (צ״ל מרבח אלא בשבעה אומות דווקא כאשר בארנו הילכך הבא על שאר גויות משאר האומות אינו לוקה. Drei Zeilen srüher. vor dem Worte מאתר. scheinen einige Worte zu schien. Die Mitthcilung d. St. nach der Wiener Handschrift wäre uns sehr wilikommen. ") S. o. Nro 26. a. a. O. יי) Der gelehrte Ras. Kirchheim hat den bezügt. Art. im L. Bl. d. Or. 5, 670! mitgcth. Ich besitze die Pariser AuSg. in bebr. und sranz. Sprache, nach welcher ich m. ung. lieber,', gearbeilel habe. ilfotifiiicu von Leopold Dukes. 9. Die äußere und innere Sprache der Natur. B. Dir innere Sprache der Natur, a) Die Tochterfti mme (בת קול)?) l Fortsetzung. *) Geheimni sse in zahlloser Menge ziehen durch die Welt. Die unerklärliche Natur des menschlichen Geistes ist Ursache, daß der in Unwissenheit versenkte Mensch aus sich selbst die Regel des Universums macht. Vico ist der Vater des vorhergehenden Satzes. Er hat denselben an die Spitze der Sentenzen gestellt, welche als Einleitung seines mit Recht berühmten Werkes ״־) dienen. Der Mensch ist von Geheimnissen aller Art umgeben. Er selbst ist daS größte Geheimniß unter allen. Die Grenzen zwischen den absoluten und den relativen Ge- Heimnissen sestzustellen, ist selbst Aufgabe der ernsten Fvrschung, welche ihrerseits von Geschichte, Logik, Erfahrung und Kenntnissen aller Art unterstützt sein muß, wen» nicht alles in ein bloßes Spiel der Fantasie sich verwandeln soll. Die Geheimnisse wechseln ihren Inhalt. Dieses Wechsein macht einen Theil der Geschichte der Wissenschaften aus. Alle Partheien halten sich im Besitze der Wahrheit. Jede Zeit hat ihre Geheimnisse. Eine Zeit löst die einer vorhergehenden. In diesem Sinne ist der Ansspruch eines alten Dichters anzuwenden: die Wahrheit ist das Kind der Zeit.׳"') Die Tochterstimme — selbst ein Geheimniß, oder wenigstens dafür gehalten — hat unter andern das Geheimniß zum Inhalt. Sie hat kein neues entdeckt, sie hat nur vor das Einvringenwollen in alte gewarnt. Einer Gesellschaft von Talmudisten — so erzählt der Talmud — welche manche Dinge in Betrachtung ziehen wollte, die jenseits der menschlichen Erkenntuiß liegen, rief die Tochterstimme feierlich die Worte zu: אין לכם עסק ״ בנסתרותIhr habt mit Geheimnissen nichts zu lhun" (Jeruschalmi: Sotha Abschnitt 7). Ein guter und nützlicher Rath. Die angeführte Senlenz von Vico u. dieses Bath Kol durchdringen sich gegenseitig. Es ist dieses der Rath der Weisen aller Zeiten; er wurde aber nicht befolgt. Daß dieser Ausspruch des Bath Kol nur ein Eitat des Ben Sira") ist, darf hier gelegentlich bemerkt werden. (Vergl. auch weiter unten.) Als man den Salomo König in Israel unter diejenigen zählen wollte, welche des ewigen Lebens verlustig sein sollten, ries die Tochterstimme die Worte: Job 34, 33 »2) (Sanhedrin 104, b). Diese Stelle lehrt den Menschen, mit seinen Urtheilen über Dinge, die außer seinem Kreise liegen, sehr beschelden aufzutreten und dem göttlichen Urtheile nicht vorzugreifen. Es ist dem wesentlichen Inhalte nach mit dem des vorhergehenden identisch. Das Vorhergehende enthält die allgemeinste Form des Spruchs. Es hat manchen speziellen Inhalt allmählich in sich ausgenommen. Der unserige gehört dazu. *) S Nro 46

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