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Ben Chananja · 1862-11-28 · 46 (28.11.1862) · p. Seite 395

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
46 (28.11.1862)
Date
1862-11-28
Page
Seite 395 (sequence 5)
Language
German
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395 andern Orte ausführlich reden. '6) Revue orientale 3, 251. '7) L. BI. d. Or. V. 712. Beß. Rosch. Nro 220. ") Noda Bihuda I. 2, 5. ") Jos. Kolon Nro 85. G A. u. Mai'r aus Padua Nro 35. Jl) G A. 3. 45. Vrgl. Js. Bar Schesebct 4. 11. Debar Schemucl 45. ") Ztur ed. Lemb. 63, 6. Die richtige Leseart dieser Stelle ist bei Dur an a. a. o. zu finden. Die Klausel lautet: ומהלל שבתות בפרהסיא ליתא אלא בעבודת קרקע. Mt11r(|efdjirf)lfitf)c ilfortfmeii von Leopold Dufeö. 9. Die äußere und innere Sprache der Natur. .ולהדברים יש חובות ״Die Dinge liaben ein Inneres״ (enthalten Allegorieen). Jggereth B. Chajj. I.. 2—5. B. Die innere Spracht der Natur, a) Die Tochterstimme (בת קול).') sFortsetzung. *) Wenn im Vorhergehenden die Tochterstimme über den ethischen Werth eines einzelnen Menschen ihr Urtheil abgab, so thnt sie dies in dem Nachfolgenden über den literarischen Werth. Eine Tochterftimme rief die Worte: תורה במותו ״ פלפ^ת תורה כמותו ל^ רבצת.Du hast wie er oialectische Thätigkeit entwickelt, aber nicht wie er so viel zur Verbreitung der Lehre beigetragen" (Baba M e z. 85, b.) Diese Worte waren in Bezug ans einen Talmudisten ausgesprochen in Vergleichung mit einem andern. Nach unserer modernen Anschauung würben wir dieses ganz einfach ein literarisches Urtheil neunen; und mehr zu sein, machen diese Worte keinen Anspruch. Es ist eine einfache Vergleichung, ohne daß eine besondere Anschauung des Urtheilenden sich dazu gesellte. Genau genommen gehört dies, wie das vorhergehende, der öffentlichen Meinung an. (Vergl. übrigens weiter unten.) Dieser Ausspruch der Tochter stimme schließt manche kulturhistorische Belehrung in stch, und gewährt von dieser Seite her mehr Interesse, als das Urtheil über einen einzelnen Mann. Die Anschauung der damaligen Zeit über den Werth der dialektischen Uebungen — eS ist dieses der sögenannte Pilpul (פלפול) in seiner größten Allgemeinheit — hat auch das Bath Kol anerkennend in sich aufgenommen, worüber man sich nicht wundern darf. Hier, wie auf so vielen andern Seiten, biethet sich das Sprichwort zur Anwendung dar: Wie eS in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus.2*) Die zweite Hälfte des Ausspruchs hat nicht mindern eigentlichen kulturhistorischen Werth. Das Verbreiten der Wissenschaft durch Unterricht ist von dem Bath Kol anerkennend ausgesprochen, und als Verdienst betrachtet. Auch noch ist daö Verbr eitcn der Wissenschaft durch Unterricht als verdienstlich betrachtet. Heute aber ist es mehr oder minder ein G esch äst, und auch einträglich. Die Talmudisten haben ihre Wissenschaft unentgeltlich gelehrt Das Veroienst des Unterrichts ist dadurch bedeutend erhöhet. Es war als eine religiöse Handlung betrachtet, und als solche sehr verdienstlich gehalten. Die geistige Bestrebung, welche in sich werthvoll ist, gicbt der Dialektik ebenfalls ein bestimmtes Maaß von Werth, und der Unterricht in den Wissenschaften erhält von ן derselben Quelle ihren eigentlichen Glanz. Die m o Hamedanischen Gelehren der ersten Jahr- Hunderte theilten in Bezug auf daö Verdienstliche des unentgeltlichen Unterrichts die Ansichten der Talmudisten. Auch sie betrachteten den Unterricht in Wissenschaften als eine verdienstliche religiöse Handlung. Die Dialektik spielte auch bei ihnen eine große Rolle. Sie ward für die Religion eigens znbereitet. Viele der alten griechischen Philosophen und Redner2^) ertheilten ihren Unterricht ebenfalls unentgeltlich. Daö rein Menschliche hat bei ihnen die Stelle des speziellen religiösen Gebots vertreten. In den arab.-hebräischen Sammlungen findet sich auch unter den Charakterschilderungen und Lobeserhebungen des Weisen angeführt, daß er keine Bezahlung für seinen Unterricht nimmt.2") Der erste mohamedänische Gelehrte, welcher von der allgemein eingeführten Sitte abwich und für seinen Un - terricht sich zahlen ließ, ward von seinen Glaubensgenossen in Prosa und Versen getadelt.27) Eine Tochterstimme rief: Diese erlauben jene verbieten, diese und jene sind die "Worte des lebendigen Gottes. 28) Genau genommen ist dieses nichts anderes, als ein Stück Logik in interessanter Weise ausgesprochen. Wie auf so vielen andern Seiten ist hier ein logischer Gedanke theologisch gefärbt, was im ersten Angenblicke dem Satze ein fremdartiges Aussehen giebt. Es wurde dieser Ausspruch von den spätern Talmudisten oft angeführt und zur Anwendung gebracht, ohne tieferes Eingehen auf das Wesen desselben: Die Logik bedarf der Sanktion der Tochterstim- ‘) S Nrv 45

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