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Ben Chananja · 1862-11-21 · 45 (21.11.1862) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
45 (21.11.1862)
Date
1862-11-21
Page
Seite 386 (sequence 6)
Language
German
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386 Anmerkungen. *) H- Homberg wurde auch von dem Schulenoberaufseher dem Kaiser für die RepetitorSstclle im Theresianum in Wien vorgeschlagen. ES erfolgte hierauf keine Resolution. Leiträge jut '' ' " '' ״ uni) ilftcrtfjHiiisüunöc. Von Prof. Dr. M. Stößel. 153. אורשינא Phonir. Daß der Talmud Saul,. 108. b. unter dem mit אורשעא benannten Vogel den Phonir verstanden, unterliegt wol keinem Zweifel; doch setzte die Etymologie dieser talmudischeu Benennung die Philologen derart in Verlegenheit, daß zu den gewagtesten Zusammensetzungen und Conjekturen gegriffen wurde. Siehe LöwysohnS Zoologie des Talmuds. Die Meisten wollen die talmudischen Namen aus dem Griechischen herleiten, und vergessen uns die Ursache anzugeben, was die Rabbinen genöthigt haben mag, für den den Griechen schon fertigen u. geläufigen Namen »om£ — Phonir einen andern im Griechischen gar nicht üblichen, ebenfalls griechischen Namen zu erfinden. Ich glaube aber, daß אורשינא nichts anderes, als die aramäische Uebersetzung des gr. <potvt£ sei. Zwar lassen uns die griechischen Lerika über die Etymologie deö Namens auch im Dunkeln; da aber <*>».»>.£ eigentlich puryur und feuerfärbig bebeutet, so ist leicht anzunehmen, daß man den Vogel, der durch verbrennen sich neu belebt, auch feuerfärbig sich dachte und ihn deßwegen »0«׳<£ der Feuerfärbige nannte. Za man konnte hierin noch weiter gehen. und den Namen gar aus »w? (»oro?) sync. »00? Licht oder Feuer ״und vtxam" besiegen ableitcn, so daß es Anfangs der Feuerbefiegende, Feuerüberdanernde hieß, woraus dann später durch Verwechslung »omf entstand. Jedenfalls aber, wenn auch die eben angegebene Etymologie nicht acceptirt werden sollte, liegt in dem Worte *om£ der Begriff des Fenerähnlichen und konnte dasselbe in der volkSthümlichem aramäischen Mundart ganz gut mit ׳אורשינא zusammengesetzt ans אור/ Licht, Feuer und שינא Veränderung» Wiederholung, das ist: der im Feuer sich wiederholende neugestattende Vogel wiedergegeben werden. Es wäre somit nebenbei der Beweis geliefert, daß die Rabbinen das Griechische nicht bloß nachsprachen, sondern auch mit dem Geiste und dem Baue der Sprache innigst vertrauet waren. — Korrespondenz. Ausland. K. Belgrad, Nov. Die hiesigen Zuden haben die Erlaubniß erhalten, ihre Häuser einstweilen bewohnen zu dürfen. Der größere Theil der ärmeren Klasse ist bereits zurückgekehrt. Köln, 15. November. Geehrter Herr Redakteur! In Nrv 45. der A. Z. d. 2» in welcher wie schon in früher» Nummern derselben von meiner jüngsten Schrift ״Rom und Jerusalem" mehrfach die Rede ist, finden sich auch ״zerstreute Bemerkungen" über Heuchelei, aus welche» ich nur Folgende hervorhebe: ״Wir lasen jüngst eine Schrift; in welcher d. Autor sagt: ״Ich verlange von jedem Zuden, daß er die Satzungen der Väter bis auf den geringsten Gebrauch befolge, daß nicht ein Buchstabe von den vorhandenen Gebeten gestrichen werde, und daß überhaupt das Judenthum unverändert in der überkommenen Gestalt erhalten bleibe. Gut. Sehen wir uns nun nach dem Verfasser um, so gewahren wir, daß er kein einziges jüdisches Gesetz, keinen einzigen jüdischen Gebrauch beachtet, daß er die Synagoge nicht betritt, die nichtjüdische Küche sich schmecken läßt, Peßach und Jom Kippur nicht beachtet u. s. w.Was sagst du hiezu Leser? Dies ist die neueste Form der Heuchelei im Judenthume." Diese ״Bemerkungen," die, wie Jederman weiß, sich auf mich beziehen, sind falsch in dem, was sie aus meiner Schrift anführen, falsch in ihren allgemeinen Behauptungen über mein Privatleben, falsch in dem speziellen Theile derselben, und diffamirend in ihrer Schlußfolgerung. — Die Beschuldigung der Heuchelei wäre selbst dann ungerechtfertigt, wenn die leichtfertige Behauptung, als mißachtete ich alle die Observanzen, die ich unserem Volke bis zu seiner messianischen Wiedergeburt heilig zu halten empfehle; ebenso wahr wäre, als sie in der That eine Lüge aus verleumderischer Absicht ist. — Man braucht weder orthodox, noch überhaupt Jude zu sein, um aus Gründen, die ich in meiner Schrift überzeugend dargelegt zu haben glaube, für den altjüdischen CultuS gegen das Reformjudenthum auszutreten, ohne sich deshalb irgendwie der Heuchelei schuldig zu machen. Habe ich doch in meiner Schrift einen Franzosen zitirt, der weder Jude ist, noch von Juden abstammt, und der das nationale Zudenthum gegen unpatriotische Reformen in Schutz nimmt, obgleich oder vielmehr gerade deshalb, weil er den modernen humanen und demokratischen Prinzipien huldigt, welche das Wesen unseres altjüdischcn Nationalkultus bilden. M. Heß. Hamburg, Anfangs November. Vor wenigen Wochen hak man auf dem israelitischen Friedhofe zu Ottensen bei Hamburg vie irdische Hülle eines Mannes in das Grab gesenkt, dessen ganzes Leben in stiller Zurückgezogenheit u. in makelloser Reinheit ausschließlich dem Studium der jüdichen Literatur und der Verehrung Gottes gewidmet war. In weiten Kreisen trauern zahlreich die Freunde und Anhänger dieses mit seltenen Tugenden und ausgezeichneter Herzensgüte begabt gewesenen Gelehrten, welcher auf Veranlassung zahlreicher hiesiger Verehrer hier in Hamburg seit einem Jahrzehent seinen Wohnsitz aufgeschlagen hatte. Es war dieß der am 11. Septbr. d. I. selig entschlafene Rabbiner, Samuel Salomon Jgstaedter, aus Igstadt im Herzogthum Nassau. Schon als Knabe von 13 Jahren ließ ihn sein Drang nach Wissenschaft die hohe RabbinatSschnle in Mainz im Großherzogthum Hessen besuchen , welche damals als Pflanzstätte der angesehensten Gelehrten berühmt war. Dreizehn Jahre des angestrengtesten Fleißes und unermüdlichen Studiums erwarben hier dem jugendlichen Gelehrten das Ehrendiplom der Mainzer Hochschule. Die Israeliten der Hauptstadt seines HeimathlandeS, der Stadt Wiesbaden nämlich, beriefen ihn um jene Zeit zu sich, als ihren Seelsorger, und zahlreiche Landgemeinden jener Umgebung schloffen sich diesem Rufe an. Sirbenundzwanzig Jahre, von 1826 nämlich bis 1853, hatte der nun selig Verstorbene in seinem Heimathlande als Rabbiner in segensreicher Thätigkeit gewirkt. Balsam der Versöhnnng war er den Streitenden, Engel der Tröstung war er den Trauernden, kein Herz blieb jemals glauben-.- schwach, wenn die Macht seiner Beredsamkeit Gottesfurcht pre 556415 C2-D

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