Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 45 (21.11.1862)
- Date
- 1862-11-21
- Page
- Seite 384 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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384 0ג) Burkhards arab. Sprichwörter S. 390. Abraham Jbn Tsra hat diesen Gedanken in einem Epigramme gebraucht , welches wir nrsprünglich im Orient abgedruckt haben, und das nachher mehmats überdruckt wurde. *') StobauS. גג) I phigemin in Tauris v. 859 (Hartung S Uebersetzung.) 23) Midrasch Psalm Cap. 28. und sonst noch oft finden sich die Worte ׳)I וברכך בכל אשר מעשה - יכול יושב ובטל TS drücken diese den Gedanken des griechischen Dichters aus. Bergt, auch unsere rabb. Sprachkunde S. 60 Nro 6.) Ratotoi Meir, eine biografische Skizze. Die Erub. 13 b. angeführte Aeußerung R. Acha bar Chaninas, die unzweifelhaft auf einer Tradiiion beruht, ist eine sehr merkwürdige. Ausgezeichnete Gelehrsamkeit und seltenen Scharfsinn konnte man R. Meir nicht absprechen, und doch ging man bei der Halacha nur selten auf seine Ansichten ein, weil man — seiner Gesinnung nicht auf den Grund zu kommen vermochte, man traute ihm nicht. Vieles trug dazu bei, R. M. den andern Gelehrten und vorzüglich dem Naßihause gegenüber in eine schiefe Stellung zu bringen. Die Abkunft dieses Rabbi ist eine völlig unbekannte, sein Vater wird nicht genannt, die Sage läßt ihn vom Kaiser Nero abstammen, von dem man im Oriente glaubte, daß er nicht in Rom sein Leben geendet, sondern nach Parthien entflohen (s. Sueron Rero 57), und wie man in jüdischen Kreisen hinzusetze wurde R. M. unterrichtet von dem abrrünnigen Elischah ben Abuja, dessen Belehrung er selbst dann noch nicht verschmähte, als dessen Abfall vom Judenthume offenkundig war (Chagiga 15. a.) — Verdacht gegen die Gesinnung R. M., wenn auch ungegründeter, mochte es sein, welcher die Gelehrten bewog, sich seiner Ordinalion durch R. Akiba zu wiversetzen, oder dieselbe als ungültig zu betrachten (Sanhedrin 14 a). Die hadrianische blurige Verfolgung, durch welche sein Schwiegervater R. Chananja ben Tradjon zum Märtyrer wurde, brachte auch den Namen R. MeirS auf die Proskriptionsliste, und die Art und Weise, wie er sich den Häschern entzog, konnte, von der immer geschäftigen Verläumbung auögebeutet, seinem guten Rufe auch nicht förderlich sein (Abode sara 18. b). Nur der ungemeinen Ueberlegenheit seines Geistes und seinein wirklich reinen Charakter müssen wir es zuschreiben, wenn wir R. M., trotz dieser äußerst ungünstigen Verhältnisse, später als zweiten Vize-Präsidenten (Cchacham) im Collegium des Naßi R. Simon ben Gamaliel finden. Aber dort ließ er sich mit dem ersten Vize-Präsidenten (Ab beth Din) R. Nathan in eine kleine Verschwörung gegen den Naßi ein, welche nichts geringeres zum Zwecke hatte, als den Naßi wegen seiner geringen Gesetzknnde bei den Gelehrten zu kompromitiren, und so seine Absetzung zu bewirken. Der Plan scheiterte vollständig; der Naßi, rechtzeitig gewarnt und vorbereitet, behauptete seine Stellung in Ehren, und die revolutionären Vize-Präsidenten hatten keine andere Alternative, als entweder dem Naßi in aller Demuth Abbitte zu thun, oder mit dem Collegium in fortwährender Opposition zu bleiben. R. M. wählte das Letztere; damit hatte er wohl seine Selbstständigkeit gewahrt, aber sein Einfluß auf die wissenschaftlichen Der- Handlungen war unrettbar verloren (Horajoth 13. b). Unthätig war R. M. auch in seiner Jsolirung nicht, er lehrte und wirkte stets unverdrossen im Sinne des Gesetzes, u. die Verfasser der Mischna und der Braitha kannten nicht umhin auch eine Menge seiner Entscheidungen in ihre Werken aufzunehmen, obschon sie in der Praxis nur wenig berücksichtiget wurden, weil das gute Einvernehmen zwischen ihm und dem Collegium nicht wieder hergestettt werden konnte. — Ja R. M. nahm eS sich zu einer Zeit sogar heraus, in Kleinasien, wahrscheinlich mit Zuziehung der dortigen Gelehrten, aber ohne Rücksicht auf das Naßikollegium zu Palästina, ein Schaltjahr anzuordnen (Megila 18. b). Und erinnern wir uns mit welcher Entrüstung die palästinensischen Gelehrten gegen ein ähnliches Unternehmen des Neffen R. Josuas b. Chananja, protestirten (Berachoth 63. a.), so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß R. M. durch ein solches Verfahren den Rest von Sympatien, die er noch etwa bei seinen ehemaligen Gefährten haben mochte, einbüßen mußte. Kein Wunder, wenn man zu einer Zeit in Palästina ernstlich damit umging, den greisen R. M. wie dereinfl R. Elieser in den Bann zu thun, was jedoch durch den energischen Protest Bar Kapparas unterblieb. (Jeruschalmi Moed katon 3; 1.)-Nicht minder scheint die böse Verleumdung gegen die Gattin R. M., die geistreiche Berurja, thätig gewesen zu sein, welcher die schändlichste Verbrechen angedichtet wurden (Raschi, Abod. sara 18. b). Was im Seder ha-Doroth, im Namen eines unbekannten Autors von einer Begegnung R. M. mit der Frau des Jehuda Ha-Tabach erzählt wird, ist ofenbar die Ausgeburt einer unreinen Phantasie; aber es zeigt doch, wie dieser ausgezeichnete Mann, den seine Zeitgenossen kaum zu erreichen vermochten, noch viele Jahr- Hunderte nach seinem Ableben der bösen Zunge zur Zielscheibe dienen mußte. Zum Schlüße erlaube ich mir noch die Bemerkung, daß der Name Meir höchst wahrscheinlich nur ein Spitzname war, indem schon die Braitha bemerkt, daß sein eigenttlicher Name Nehemia, Nehorai oder gar Eliezer b. Arach gewesen, und der Name Meir sonst nirgend vorkömmt (s. Erubin 13. b). Aber Meir hat viel Aehnlichkeit mit Mihir oder Meher, was im Persischen Liebe oder Gnade bedeutet, und den zur Zeit der Tanaim im Abend- Lande so wie im Morgenlande göttlich verehrten Mithra bezeichnet (s. Creuzer Myth. und Symbol, im Auszuge S. 254). Auch die Bedeutung des hebräischen Wortes Meir Erleuchtend paßt sehr gut auf Mithra, welcher als Lichtbereiter oder Quelle des Lichtes betrachtet wurde. Mau gab aber unserem Rabbi einen Spitznamen Meher-Mithra, weil es der Dienst des Mithra (מטטרון) war zu dem sich sein Lehrer Elischah bekannte (s. Chagiga 15. a. Windischmann Mithra S. 53. u. ff.). Weitläufiger hoffe ich auf dieses Thema einzugehen im 3. Theile meiner Scholien.