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Ben Chananja · 1862-11-14 · 44 (14.11.1862) · p. Seite 378

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
44 (14.11.1862)
Date
1862-11-14
Page
Seite 378 (sequence 6)
Language
German
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o?b dem bestehenden leitenden Ansschuß und dessen Spitzen für ihre Amtslhätigkeit entweder ein Zustimmungs- oder ein Mißbillignngsvotum zu g eben. DaS wäre dann das Urtheil der Gemeinde über die ganze Leitung. Der Generalversammlung wohnt außerdem noch ein königlicher Kommissär bei, der ebenfalls die beste Gelegenheit hätte, über die viclverschricencn illegalen, — horribile Uietu —■ revolntionärcn Tendenzen der gegenwärtigen Gemeindeverwaltung sich aus Autopsie ein Urtheil zu bilden. Das wäre dann das Urtheil höherer, maßgebender Kreise über die in Frage stehende Gemeindeleituug. Liegt nun die Vermuthung nicht nahe, drängt sie sich dem unbefangenen Beschauer nicht mit der Wucht unabweisbarer Wahrscheinlichfeit auf, daß die Anschwärzungeu und Denunziationen, von denen die sich mit solcher Hartnäckigkeit behauptenden Gerüchte sprechen, gar keine andere Aufgabe haben, als der eben in der Generalversammlung sich möglicherweise kundgcbeuden Ein st im migkeit des Urtheils durch d. erwähnten 2 maßgebenden Tribunale vorzubeugcn? Bekräftigt diese unsere Muthmaßung — mit der wir übrigens nicht vereinzelt siehen — nicht ebenfalls der Umstand, daß sich dieselben Symptome, die heute das Tagesgespräch bilden, auch voriges Jahr, und ebenfalls vor der Generalversammlung gezeigt? Jst's auch Unsinn, so liegt doch Methode in diesem Treiben! Ich habe, wie es scheint, das Rechte getroffen. Man kennt hier die unlauter», auf krassem Egoismus fußenden Motive dieses Treibens, und weiß ihm daher den giftgeschwollenen Stachel auszuziehen. Ich hege nicht den mindesten Zweifel, daß hohen Orts eben so, wie in Gemeindekreisen, nur nach bester Einsicht in die Sachlage gcurtheilt werden, und daß dieß Urtheil ein gerechtes, ein wahres sein wird. Bis dahin ist würdevolle Ruhe und maßvolles Fortschreiten auf der ein Mal betretenen Bahn angezeigt. Die Entscheidung wird nicht lange auf sich warten lassen, und kann sie eine andere sein, als die von uns erwartete, da man ja allseits ganz gut weiß, was eine Krise, wie die Eingangs unseres Briefes erwähnte, in ihrem Schoß birgt? Korrespondenz. Ausland. y. Frankfurt am Main, Ans. Nov. Bo» unscrm gelehrtcn und verdienstvollen (5 0 tut oh) ist ein neues hebräisches Werk nnter der Presse: העורבים ובני יונה sDic Raben und die jungen Tau- 6e11|, Der erste Druckbogen, den ich vor mir habe, ist der Familie Rapoport gewidmet, als deren Stammvater A b r a h a m M e n a ch e m b. Jakob ba-Kohen, Vers. d. Mincha Betula sKomm. zum Pentateuch) eingesührt wird. Rapo — Nabe; dal!er Abraham Men. sage: רבני העורבים•, Port — Porto, wo sich die ans Deutschland ringe» wandelte Familie niedergelassen hat. Hieran schließen sich biografische Notizen über die Mitglieder d. Fam. Rapoport in Italien und anderen Länderu.Sic werden wol nicht unterlassen, das Werk, sobald cs vollendet ist, .näher zu besprechen. ם Berlin, Nov. Vor Kurzem verließ die Presse: ״Vier Predigten für Neujahr und Versöhnungstag v. Dr. Samuel Hold heim. jSelbstverl. d. Wittwe d. sel. Vrf. Weinmeistcrstr. 15. 8. 58). H. war nicbr Darscha n. als Prediger. Als Darschan zeigt er sich auch in diese» vier geistreichen Predigten, welche auch die-!eiligen jungen Theologen mit großem Nutzen lesen werden, die sich nicht zu den Prinzipien der hiesigen Reformaciiosseiischast bekennen.?. Belgrad, sSerbicn) 5. Nov. Ihr Sendschreiben an Knraub« hat unter den Scmliiier Inden frohe Hossnungcn erregt, und cs ist auch von manchen Christen mit wohlwollender Theilnahme gelesen worden. Daö Betragen der Seinliner Inden ist wirklich ganz darnach angethan, denselben die Simpathie der christlichen Bcvölkrrnng zu gewinnru. ES mißfiel daher nicht nur den Juden, sondern auch zahlreichen Christen, als sich vor Kurzem der Korrespondent der Ostdentschen Post an öffentlichen Orten in Scmlin feindlich über die Inden äußerte. Derselbe bat gestern Semlin verlassen. Inland. 6. Wien, 3. Nov. Der Verein zur Unterstützung mittelloser isr. Stndirender hat seinen l. Jahresbericht veröffentlicht. Eiiinahnicii! 23-11 st.-, Saldovortrag 665 fl. Die Theilnahme für d. V. ist im Znnehmen begriffen. Der Druck des Werkes Ihres Mitarbeiters PinclcS schreitet vor, aber leider nur sehr langsam. — Abony. Ans. Nov. Zu einer Hochzeit, welche vor Kurzem hierorts gefeiert wurde, waren nicht weniger als 10 Rabbincn gcladen. Die Einladung geschah, um den Seclenhirten Gelegenheit zu einer im Stillen abzuhaltciiden Kousercnz zu geben. Der Uihclyer Rabbiner hat, wie ich aus zuverlässiger Quelle vernehme, die Ehaßidäersrage zur Sprache gebracht, da im nördlichen Ungarn der Ehaßidäismuö der Orthodorie über den Kopf zu wachsen, u. das Thalmudstnbinm ganz und gar zu verdrängen droht. Andere nahmen den EhaßidäiSuillS ln Schutz, da derselbe Viele zum Guten bekehre. BesondcrS wurde hervorgchoben , daß es R. Hille l während seiner Anwcscnheit in Miskolz dahin gebracht habe, daß sich zwei Mädchen nicht mehr am Sabbate frisircn. Die Erwähnung dieser Bravour hat aber in der ganzen Versammlniig eine peinliche Verstimmung hervorgernse», indem nicht nur die zu der gastsrcundlichen Gemeinde gehörenden Damen für ihre Frisur auch am Sabbate sorgen, sondern auch die Töchter mehrerer anwesender Rabbinen mit 303, 27. des Orach Ehajjim eben nicht ans dem intimsten Fuße stehen. Der Gegenstand rief eine Konversation hervor. Ich will mit keiner Gelehrsamkeit prunken, die ich nicht besitze; ich berufe mich daher geradezu ans den sehr konservativen Dr. Sachs in Berlin, welcher im Literaturblatle deö Orients schon 1840 aus einen Rabbiner ausmerksam machte, der vor 500 Jahren aus den kühnen Einfall kam, das Kämmen am Sabbate frei z »gebe n. Dieser kühne Reformer stammte ans Katalonien, hieß Chajjim Galipapa, und war Rabbiner zu Pampelona im Königreiche Navarra in der Mitte d. 14. Jahrhunderts. Ob ein nng. Rabbuier den Muth haben werde, sich dem Karalonischeu Reformer anzuschließen , ist erst die Frage. Doch hat einer der anwcsenden Rabbinen daraus hingedeutet, daß es besser sei, über diesen Gegenstand zu schweigen n. gute Miene zum bösen Spiele zu machen מוטב שיהיו ישועות ואל יהיו מזירות! Ein anderer meinte, man müsse znwarten, bis man wieder mehr Gewalt in die Hand bekomme. Er erinnerte au R. Mos. Svser, der einst die Jünger seiner Jeschiba ermächtigte, den jüd. Mädchen am Sabbate die Kämme ans den Haaren zu ziehen. Ci n dritter will den Dr. Hildesheimer beauftragt wissen, ein Sendschr eiben an die jüd. Frauen und Mädchen zu veröfseutlichen, und denselben darzuthun. daß der Anstand, den der Magen Abraham lehrt, in jüd. Kreisen herrschend bleiben müsse, und daß eine wahre Jüdin stolz auf ihr sabbatlich nngeordncteS Haar sein könne. DaS Sendschreiben soll in viel Tausend Eremplaren versendet werden, l Der llnterrickt der hebr. Grammatik ist ebenfalls zur Sprache gekoiu-

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