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Ben Chananja · 1862-11-14 · 44 (14.11.1862) · p. Seite 377

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
44 (14.11.1862)
Date
1862-11-14
Page
Seite 377 (sequence 5)
Language
German
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schloffen werden, was F. daraus schließt. יי) Jebam. 47, b. A. ha» Ezer 44. 9. '") Main,. Maach. Aßnr 11, 7. unter Bernfung auf die Geoniin. Ungenau sind die Worte bei Sar Schalom Gaon: שאץ מנסכין יין לע״ז שלחם in Bezug auf Moslemen (R. G. A. d. Geon. cd. Kassel Nr. 4V. Ende). J0) Maiin. Jffure Bia 18, 3. und Nabed das. -') S. Savigul), System v. ycnt. Nom. NechtS 2. 318. 3, 393. ") S. oben Nr. 26. -3) Jadajim 4, 4. Bcrach. 28, a. n) Tos. Kidd. Abschn. 5. 2er. Zebam. 8, 2. Sota 9, a. Naschi und Tos. Vas. K’) Berach 47. b. Sola 22, a. 11. Tos. das. ") Als. das. Main, Iss. Bia 21. 32 Ednch 1l. l. 12. Ad uxor. II. 1 — 7. ") Släudl. Gesch. v. Sitten!. 2, 423 .3. 382. S. Mizw. Gav. Bcrb. Nr. 112. Ende: והארכתי בדרשות באלו בגלות ירושלם אשר בספרד והוציאו נשים נכריות רבות בשנת תתקצו לסרט ") Schmal ha-Din S. 36. Hillemdemld ׳Kabslillatz-Lllgelegellheitell. v. Aus Pest. 1. Am 10. November. Unser Gemeindeleben fördert ganz eigenthümlich geartete Erscheinungen zu Tage. Wenn man das klappernde Jttelnandergrelsen aller Rädchen unseres VerwaltungSmechanismus sieht; wenn man das Abhaudensein oppositioneller Meinungsgruppirungen wahrnimmt, und diesem uns eben nicht allzu schmerzhaft berührenden Mangel die allseitige Zufriedenheit der Gemeindemitglieder mit ihrer gegenwärtigen Leitung gegenüber hält: sollte man da nicht glauben, unser Gemeindeschiff steuere ruhig im Fahrwasser wohlbekanuter, schon zur Natur gewordener Gewohnheit, unbehelligt von den Chikanen des gleißnerischeu Wasserbodenö, der es trägt, und der launenhaften Winde, die es dem Ziele nahe bringen? Und doch ist dem nicht so. Aus heiterem Himmel fährt plötzlich ein Blitz in die Tiefe und wie auf ein gegebenes Zeichen regen und necken sich all' die Elemente, dercn gefahrvolles Zusammenreißen bei Schiffsleuten ״Sturm," in der konstitutionellen Terminologie aber ״eine Krise" beißt. Solche Krisen haben gewöhnlich kleine Vorläufer und sind in der Regel daS Ergebniß mit einander in Konslikt gerathener Interessen; wo sie aber unerwartet eintrereu, und ohne die logische Konsequenz vorhergegangener Prämissen zu sein, störend in den Gang des ganzen Triebwertes eingreifen, dort bilden sie eben eine Anomalie, durch deren allzuofte Wiederkehr der ganze Mechanismus anfänglich in'ö Stocken, später vielleicht gar ganz in Stillstand gerathen könnte. Unsere Gemeinde hat allem Anscheine nach eben jetzt eine solche Krise dnrchzumachen. Wie Fledermäuse schwirren Gerüchte in der Luft und hie und da krächzt schon ein aasgieriger Rabe sein unheilverkündendes Todtenlied. Die Betreffenden, die von der ganzen Sachlage die beste Auskunft geben könnten, halten sich zwar diplomatisch bis an'S Kinn zugekuöpst, aber in Kreisen, deren offiziöser Charakter über allen Zweifel erhaben ist, munkelt man von Zeit zu Zeir von Auflösung deS Reprä!eutantenkörperS, von Ernennmig neuer Vorsteher, und von noch anderen gleichartigen Eventualitäten, bei deren Namen schon sich Ihr Korrespondeut einer gelinden Gänsehaut nur sehr schwer erwehren kann. Sie wundern sich über den Ton, den mein Schreiben anzunehmen beginnt. Ich bin gewiß der letzte, der bei Besprechung eines ernsten, hochwichtigen Gegenstandes grundlos einen frivolen Ton anschlagen würde; aber das ganze Gebäude, das die wenigen Gegner unserer gegenwärtigen Gemeindeleitung nach und nach aufgebaut, mit dem Postament eines engherzigen Egoismus und staarbehafteter Selbst- Überschätzung, mit dem eigentlichen Bauwerk aus Gerüchten, Lügen, Klatschereien und schließlich mit der Ueberdachung auS galligen Denunziationen, scheint mir so ganz und gar in den Lüften zu stehen, und jedes Haltes zu entbehren, daß es meiner Ansicht nach sich wahrlich nicht der Mühe verlohnt, mit gewohntem Ernst an die Besprechung dieses Gegenstandes zu gehen. Oder sollte es noch einer ernsten und eingehenden Beweisführung bedürfen, daß der gegenwärtige Vorstand Anrechte auf unserer Aller Dank besitzt, hätte er auch nichts Anderes gethan, als den verrotteten Schutt weggefegt, den jahrelange Mißwirtschaft unter der Leitung ehrgeiziger Unberufenen zurückgelassen? Oder muß man eS noch durch Gründe erhärten, daß der Geldsack keinen unbestreitbaren Rechtstitel auf absolute Führerschaft besitzt, nur weil er mit klingender Münze gefüllt ist, und daß sachkundige Intelligenz, hingebungsvoller ThätigkeitSeifer und eine erfolggekrönte Vergangenheit mehr Amverth in unseren Augen haben, als selbstgefällige Jgnoranz, paschahmäßige Indolenz, und eine Reihe von selbstverschuldeter Fiascos, deren Lächerlichkeit nur durch daS Mißgeschick überboten wird, daß gerade wir die Kosten dieser armseligen Hantirung zu tragen haben? ES ist meine feste Ueberzeugung, daß die Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Gemeindeleitung schon viel zu sehr Gemeingut aller urtheilöfähigen Gemeindemitglieder geworden, als daß man von den Maulwnrfwühlereien lichtscheuer Amtsaspiranten noch viel Wesens machen sollte. Man kennt seine Leute und hat sich über ihre Bestrebungen schon seit langem ein Urtheil gebildet. Allerorts herrscht nur eine Stimme über das Treiben dieser nachgerade znm Spott gewordenen Vorstandskandidaten ü tont prix. Und eben dieß ist die Ursache, daß ich nicht mit einstimmen kann in den Chorus der zahlreichen Korrespondenzartikel unserer konfessionellen Blätter, die, denselben Gegenstand behandelnd, ihrer allerdings gerechten Entrüstung mit einem Ernste Ausdruck geben, der meiner bescheidenen Ansicht nach überall eher am Platze wäre, als eben hier. Mein Schreiben hatte sich keine andere Aufgabe gestellt, als das Vorhandensein der erwähnten Gerüchte zu konstatieren und hieran einige eben zeitgemäße Bemerkuugen zu knüpfen. Ich habe dieß gethan und bin daher schon beim Schluffe angelangt. Bevor ich aber bis zu meinem nächsten Schreiben Abschied von Ihnen nehme, erlauben Sie mir nur noch eine kurze, die ganze tragikomische Angelegenheit sehr nahe berührende Bemerkung. Unsere Gemeinde befindet sich am Vorabende ihrer Generalversammlung. Die Generalversammlung hat nicht nur die Vollmacht, sondern auch den besten Anlaß dazu.

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