Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 43 (7.11.1862)
- Date
- 1862-11-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Beilage ״ והווןBen Chananja" Nr. 43. gen zu ihren Abhandlungen zu geben, wofür ihnen die Freunde der Literatur immer verbunden sein werden. Wir scheiden mit Achtung von diesen Blättern und ihren gelehrten Verfassern. Literarische Leser -- so denke» wir — dürften unserc Meinung darüber theilen. Die äußere Ausstattung dieses Werkes ist sehr anständig. Anmerkungen. '׳"׳) Wir haben dieselben bereits in unserer rabb. Sprachknndc (S. 5!)) gegeben. Bergl. auch unsere Nachweisung in diesen Blättern sS. 201). ד Zn den Ausgaben des 7 •11) מוסרי הפילוסופים) scheint diese Zeile am Unrechten Orte zu stehen. Diese Worte als Ueberschrist mochten vielleicht ursprünglich gelautet haben : שער נקרא גלינוה ״ המוזהבת מעדת המחוסרים מכל בני אדםDas Kapitel d. go lde ne gal cni sch c (Sprüche), von denjenigen, welche stch von allen Menschen belehren lassen." (Die Worte die goldenen galenischen, können bedeuten, daß diese Abhandlung ursprünglich mit goldenen Buchstaben geschrieben war, und kann auch im uneigcntlichen Sinne zu nehmen sein, von Seiten ihrer Schützbarkeit Wie wir sagen g o lde ne Siegel 11.) ר׳ Bergl. unser Ben Gabirol S. 4(1. ד Im ספר שעשועים S. 12. 19) lieber die Dunkelheit der Philosophen hat man von jeher geklagt. Einiges darüber wollen wir anderwärts znsammcnstcllen. 20) Es mag hier gelegentlich auch aus die talmndische Ansicht aufmerksam gemacht werden in Bezug ans die Leber, von welcher es heißt ״ כבו- רם קרושdie Leber ist geglieferteS Blut." Diese Ansicht findet sich übrigens auch in Macro biuS (Saturna lieti 13 VII. Kap 4). 21) Es finden sich diese Worte im Commentar zum עי ן יעקב (unter den Namen אמר הכותב bekannt) zu Chagigah Abschnitt 2. ") Die Phrase ממנים בשקר (gemischt mit Unwahrheiten) findet sich in dem פר הלצה□ des Jbn Roschd (Ed. Goldenthal S. 1). Auch hier konnte ursprünglich vielleicht ממנים בשקר gestanden haben. ") 3m הובות הלבבות (Vorwort des שער הבטחון). 9Z Art. Alchemie in Tr euch: A select Glossary of english words used formerly in senses different from their present London 1859. 95) Das Wort 3 n e nbus bedeutet heute im Französischen das Alpdrücken. Sieg der Reform und des Geistes. Abschiedspredigt über Jes. 40, 8. Gehalten in der Hauptsynagoge zu Frankfurt am Main am Trostsabbath 5622 (9. August 1662) von Dr. Leopold Stein. Angezeigt von Oberrabb. I. Kahn. Mit tief betrübtem Herze» überblickte ich und gewiß auch noch sehr Viele in 3srael mit mir, dieses Titelblatt, das uns die Abschiedspredigt Steins und somit seinen wirklichen Abschied von seiner Gemeinde und sein Ausscheiden ans seinem Amte verkündet. Meine Blicke verweilten lange auf diesem Titelblatte, bevor ich mich entschließen konnte, die eigentliche Predigt zu lesen. Das Thema: ״Sieg der Reform und des Geistes״ erschien mir da als der grellste Widerspruch zur AbschicdSprcdigt. gehalten in der Synagoge zu Frankfurt a. M. von Dr. Leopold Stein. Ist cs, so dachte ich, nicht im Gegentheil ein Unterliegen der Reform und des Geistes wenn ein Stein als Rabbiner ans der Gemeinde zu Frankfurt a. M. anSschcidcn muß? Erst nach mehrmaligem Lesen dieser vorzüglichen Predigt konnte ich mich beruhigen 11. mich so recht in den höheren Standpunkt Steins versetzen. Wahrlich, nicht allein seine Zuhörer, sondern auch wir, seine ihm befreundeten u. innigst an ihm thcilnchmcndcn Kollegen sind ihm Dank schuldig, daß er dem Geiste gehorchte, der ihm befahl: ״Rede wenig von deinen Angelegenheiten: rede wenig von deinem Abschiede! Rede nicht, um die Herzen zu einem Thräncnguell zu machen und dadurch das Auge und den Blick deiner Zuhörer zu trüben! — Rede, baß du ihnen noch ein Mal zeigest, worin dein und ihr rcligiöscS Leben und Streben wurzelt und wurzeln soll: rede, daß du ihnen ein geistiges Andenken an dich hinterlassest, wie schon die alten Lehrer so schön sagten: ״cs scheide nicht der Freund vom Freunde, ohne daß er ihm einen guten religiösen Gedanken mitgetheilt, denn dadurch wird er sein eingedenk bleiben." Denn hiedurch erhebt sich diese Predigt weit über eine bloß lokale und temporale Geleg eu h citspredigt auf den Standpunkt einer allgemeinen und belehrenden Abhandlung, die einen dauernden Eindruck bei einem jeden Leser derselben zurücklasscn muß. Einen Auszug ans dieser, sowol durch Behandlung und An- Wendung des Textes, als auch durch ihren reichhaltigen Znhalt, so wie durch innigste Gemüthlichkeit und unerschütterliches Bertrauen auf den Sieg der guten Sache — ausgezeichneten Predigt zu geben, würde dieses schöne Kunstwerk des berühmten Meisters nur entstellen. Man muß sie ganz und mehrmals lesen, um des vollen Genusses derselben theilhaftig zu werden. Nur die in derselben zur Aufklärung des so wichtigen Schrittes Steins vorkomm enden Momente sollen dem B. CH. zum Einregistriren für die Geschichte des ZudenthnmS mitgetheilt werden Seine Mißstimmung über den gewöhnlich schlechten Besuch der Synag. drückt Redner also aus (S. 2): ״So auf der weiten Trift dieses großen Gottesh. habe ich euch, 3hr, Lieben, 3hr da 11. dort so dünu zerstreuten, allsabathlich.... zu dem kleinen Häuflein zählend, welche sich diesem geläuterten Gottesdienste anschloß, während ein großer Theil unserer Gemeinde ihn verworfen, weil er geläutert ist, und ein anderer, weil er noch Gottesdienst ist!" — Jedem einzelneu Besucher ruft er zu: ״Hab' Dank, mein Bruder, daß du mich unterstützt, mein kleines Häuflein vermehrt hast, nun will ich dir getreu vergelten, Maaß für Maaß! 3ch sehe, auch du, wie ich, hier vereinzelt Stehender, brauchst Unterstützung; ich will dir zur Seite stehen, ich will von nun an dein kleines Häuflein vermehren — heute über acht Tage stehe ich drunten in deiner Mitte!" —S. 4. fährt der Brf. also fort: ״Allein ich rede heute nicht bloS zu den Besuchern dieser Synagoge, ich rede heute zur ganzen Gemeinde! 3ck habe mich nie gefühlt als bloßen Rabbiner einer Synagoge, in welche enge Stellung ich sicher gerathen wäre, so ich mich nicht aufgerafft hätte mit aller Kraft, die mir inne wohnt, baß es anders werde oder zu Ende gehe. Ich sah die Gemeindebehörde sich betrachten als den Vorstand und Ausschuß der Gemeinde; ich sah die Gemeindeschule sich betrachten, als die Schule der isr. Gemeinde und ich fragte mich unter anderen: ״ מה מצאו אביתיכם בי עולWas haben eure Väter, die Vorsteher dieser Gemeinde an mir Unrechtes gefunden, daß sie mich zum Rabbiner dieser Synagoge eiueugeu wollten?" habe