Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 43 (7.11.1862)
- Date
- 1862-11-07
- Page
- Seite 372 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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372 ich je Euch, ihr Brüder von der älter» Richtung. als wir hier nur durch eine Mauer (welche die sog. Alt- und Neuschulc trennte) von einander geschieden waren, in euer» Gewohnheiten zu stören gesucht? Waren wir nicht gute Nachbarcn? Und dennoch als ich im vor. Herbste, wo ich noch an die Möglichkeit einer die Wirksamkeit des RabbincrS hier ermöglichenden Ausgleichung glaubte, den VermittlerungSvorschlag machte, man solle den Rabbiner! nur über alle Ver- Handlungen, über rituelle Gegenstände bcrathcnd zuziehcn, da wurde cS unter der Bemerkung abgclehnt, es könnte dieses jeweilen und irgend einmal jene Gemeindemitglieder, welche der altern Richtung folgen, aber beim Bunde der Gemeinde geblieben sind, in ihren religiösen Gewohnheiten stören! —Ich frage euch aber, ist das billig, den Gemeinde-Rabbiner so erscheinen zu lassen, als wäre er parthciischer, als die Gemeindebehörde, die aus Männern besteht, die doch gewiß nichtorthodorer sind, als Euer bisheriger Rabbiner? — Und ich wendete mein Ange bittend zur Schule hin. Sehet, dieses unser neues Gebetbuch hier ist in seinen Grundlagen durch den s. Z. von der Gemeindcbehördc aus Gemeindcmitgliedern ernannten Prüsungsrath — in welchem unter sieben Mitgliedern fünf bewährte Schulmänner saßen — fast nur durch Männer unserer Gemcindeschule begründet worden. Als es nun vollendet und in dieser Gemeindesyiiagoge cingeführt war. La fragte ich mit Erstaunen, warum wird dieses, wie wir wohl sagen dürfen, gute und zweckmäßige, heilige Buch nicht anch in unserer Gemeindeschule eingeführt, daß die Jugend daran sich heran bilde? daß sie im hebräischen Thcilc nicht so manche alte überlebtre Anschauung, sondern die unseres religiösen Bewußtseins finden und in sich aufnehme? Daß sie im deutschen Theile dieses Bewußtseirr. noch inniger und klarer ausgesprochen finde und sich davor! durchdringen lasse? Daß sie die trefflichen, den Religioilöuntcrricht so sehr förderiiden Synagogenlieder kennen lerne?... Auf diese doch so nahe liegenden Fragen erhielt ich aber die gewiß sehr fernliegende Antwort: die Schule wird auch von etlichen Kindern der Altgläubigen besucht und muß Schule der Gemeinde bleiben, darf nicht Schule einer Synagoge werden! — Da rief ich schmerzlich mit Rüben aus, als er vergeblich seinen Joseph suchte: ״ הילד איננוDas Kind ist nicht da —die Kindheit wird der Synagoge entfremdet — ואני אנה אני בא und ich, wo soll ich hingerathen?" — Der Vorstand — Vorstand der Gemeinde, die Schule — Schule der Gemeinde und nur der Rabbiner — Rabbiner einer Synagoge? Nein! — Nein! — Nimmermehr! — (Schluß folgt.) Miszellen. xv. ES wundert mich ungemein, daß Sie den Artikel über de» unauSsprechlichen Gottesnamen vom Herrn M. Heß in Ihrem geschätzten Br CH. Nro 38 aufgenommenen, da derselbe nicht mehr und nicht weniger, als was d. רשב״ם zirka 750 I. vor ihm bereits jErod- 3. 15ן auf א״תב״ש gesagt: ((Kohelet 2. 22) הוא קורא עצמו אהיה ואנו קורין אותו יהוה דאו במקום יוד כמו כי מה חוה לאדם UebrigenS sprechen die mit יהו endigenden Eigenna men ,הוקיהו ישעיהו, עובדיהו, אליהו u. s. w. für Gwald's Punktbiion יהוה m der Hifil Form sder das Dasein gebende], die, wenn das הא nicht aspirirt wird, sich in )7>), verwandelt. wie וישתהוה in וישחתו und wahrscheinlich אה ו ה in אתו , während hingegen diejenigen die mit יהו anfangen wie יהוידע, יהורם, יהושסט, יהונתן n. s. w. auf eine andere Punktation Hinweisen, wo der Gottesname 1יה auSgesprochen wird, die ich übrigens grammatikalisch zu erklären nicht im Stande bin, und vielleicht werden die gelehrten Leser des B. CH. so gütig sein, hierüber Aufklärung zu geben. XVI. Es ist bereits allseitig bekannt, daß Aber! Esra in seinem Kommentare s5 Mos. Auf.] alle Stellen im Pcntateuche die ihm nachmosaisch schienen in einer verhüllten Weise gerügt, wic'S seine 3 Superkomm, im מדנלית טובה, »och lange vor Spinoza, hinlänglich erklärt. Merkwürdig aber ist's, daß dessen sehr lakonische Erklärung zu 5. Mos. 11 , 30, allen seinen Comment., den scharfsinnige Geiger nicht ausgenourmen fvgl. Geiger'S jüdische Zeitschrift 1. Jahrg. Breslau 1862 S. 222, wo er den Namen Gilgal in disem V. bespricht, ohne dessen Anfang zu berühren], entgangen ist, die aber der das ingeniöse Talent des sehr finnigen A. E. aufs Glänzendeste bewährt. Gr sagt nemlich das. בעבר הירדן, כננד המדבר. Motot und Ohel Joseph schweigen. Mekor Chajim fügt hinzu ר״ל כי יש לנהר שני עברים מסה ומסה ואמר שעבר בכאן הוא העבר שכנגד המדבר wir gewinnen aber dadurch kein besseres Vcrständniß, denn zugegeben daß מדבר in der Thora nichi nur eine Einöde sondern auch eine Steppe bedeute, so fragt sich's, wozu noch diese vage Bestimmung, da d. V. den Ort viel bestimmnrter bezeichnet, wenn es heißt אהרי דדך מבוא השמש בארץ הכנעני חיושבבערבה מול הגלגל אצל אלוני מורה. Schon 91. E. aber hatte bemerkt, s5. Mos. Auf] S. Motot, d. die Bezetchnung das. בעבר הירדן במרבר ונו ganz überflüssig ist, da Moses ja den Jordan nicht überschritten. was A. E. veranlaßte zu behaupten, daß der ganze Vers nachmosäisch ist, und von einem spälern bereits auf der westlichen Jordansscite wohnenden Schreiber herrührt, dem der Ort wo Moses geredet ״jenseits״ fnemlich aus der östlicheu] des Jordans lag, was er durch בעבר הירדן במדברונו ausdrückte. Um dieß zu erhärten, führt A. E. noch mehrere Stellen an, die ihre nachmoisaische Zeit verrathen. Nun aber nimmt A. E. Anstoß an diesem Ausdrucke [5. Mos. 10, 30] בעבר הירדן bei der Bezeichnung der Ortslage der Berge גתים und עיבל, da solche aus der nämlichen Wcstjordanseitc liegen, wo der Schreiber sich befand, welches aus der sehr detaillirten Bezeichnung sowie etwa aus dem מול הגלגל erhellet; wozu gebraucht hier also der Schreiber כעבר הירדן das .,jenseits" bedeutet? hierauf erwidert Aber» Esra, daß dieser Ausdruck dem redenden Moses gegenüber wohl paßt, dem diese Berge jenseits des Jordans gelegen sind, deutet es aber dem aufmerksamen Leser der es כנגד המדבר lese» wird d. h. wohl ולא כנגד הכותב, an, also versteckterweise mit unpunktirten Buchstaben! Dem Mekor Chajim dieses Vorhaben unterzuschieben, das er ebenfalls verhülle״ wollte, gehet nicht au, da er auf solcher Weise nur mehr Worte gehäuft, den A. E. aber nicht im mindesten dem Verständnisse näher gebracht. H. M. P i n e I e ö. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.