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Ben Chananja · 1862-11-07 · 43 (7.11.1862) · p. Seite 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
43 (7.11.1862)
Date
1862-11-07
Page
Seite 370 (sequence 8)
Language
German
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führt, wovon wtr hirr gelegentlich einige auSheben und mit einigen Bemerkliiigkii begleiten wollen. Daß der Verfasser nicht mehr Sprüche gegeben har. bedauern wohl manche Leser so wie auch wir. Wir hatten lieber einige der gelehrten Notizen entbehrt. Sprüche haben algemeinen Werth, ober wie die allbekannte talmudische Phrase lautet, sse sind רבר השוה לכל נסש während viele dieser Nachweisnngcn uud, Notizen nur für die kleinste Anzahl von Lesern bestimmt find. Es ist (S. 46. Note 25) folgender VerS angeführt: .כשיצר לב איש מהסוש סודו הנה לב בלתו יצר וגם ירחק ״Wenn das Herz des Menschen zn enge ist. sein eigenes Gelicimniß zn bewahren so ist das Herz eines Fremden gewiß noch cnger dafür." Es ist dieser Gedanke besser und eleganter von R. Jehuda t,allewi versifizirt.'") Zn Bezug ans die Worte (im 'מוסרי הפילוסופי n . 7) עדת המחוסרים (worüber Hr. St. manche Notizen giebt '6) wollen wir fiter bemerken, daß man sich nicht etwa emc besondere Sekte darunter denken darf, es ist nur die Rede von vernünftigen Menschen, welche aus den Erfahrungen anderer gute Lehren für sich ziehen. דו) ES mag auch die folgende Stelle zur Erklärung angeführt sein ואמרו לאהד מן הפילוסופים: מי יסרך? אמר ראיתי הכסיל ועשיתי ״ (8' הפכוMan fragte einst einen Weisen: wer belehrte dich?" ״Ich sah — antwortete derselbe — den Thoren bandeln und that das Entgegengesetzte." Gelegentlich mag hier folgende Stelle ihren Platz finden לשון הסכלות בקצת עניני ם יותר צחה מלשון ההכמה Muß. ha-FUos. J, 14. ״Die Sprache der Thor heit ist in manchen Dingen eleganter als die Sprache der Weisheit." Wir sehen in diesem Satze nur eine Lobrede auf die populäre AuSdrucksweise über- Haupt u. ihren Vorzug vor der dunkeln Terminologie der Filosofen. 19) Zugleich mögen auch die folgenden Worte (ebenfalls aus dem Muss« re h a philo so p hin, (II. 8) aus gehoben werden, wo der Satz von Hipokrateö angeführt ist: 'D 0צ הלב רם נקפא) »das Herz ist gelieferteS Blut u1 •־c.״ Es ist dieser Satz dort eine Art Erklärung der phisiologischen Ctnflüffe der Sorge überhaupt auf den menschlichen Es begegnen uns hier in den Auszügen aus wenig bekannten Werten allerlei Worte und Phrasen, welche nicht ganz klar sind und daher auch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenken können. Manche derselben haben den Anstrich von sp r i ch w ö r l lich e n Redensarten, und sind als solche der Betrachtung wcrth. So z. B. folgende Stelle (S. 16. Note 11) — עד התם ירכותיהם על פניהם ברוב המלאכות וגי. Wörtlich heißt dieses ohugefähr: ״bis sie ihr Gesicht z w ischen die Kn,een legten vor vieler Anstrengung." Es ist dieses eine etwas seltsame Phrase. Die folgenden Worte des Stab. Hai Gaon dürsten wohl als Parallele dazu dienen ומניה ראשו בין ״״ ברכיו ולוהש לארץ ואומר שירות ותשבחות וג. leg! den Kopf zwischen s. Knien u. sagt leise, zur Erde gebückt, Lobgesänge >e. Es begegnet uns (S. 46) der Ausdruck דברים ארוגים wel-! cheö dem Wortlaute nach heißt ״gewebte Worte." Ein Ausdruck, wel- | cher in sich dunkel ist. Das Wort ארוגים könnte hier vielleicht auch den ( Sinn von ״verwickelt" haben; die Phrase wäre zu übersetzen, ״veri strickende oder ineinander verschlungene Worte." Die deutsche ׳ Szegedin, Sclbßvrrlag drr Kcüaklion. Druck von Siguinnt Bur Phrase ״ein Gewebe von Lügen" bezeichnet mu dem Worte Grwebe den Begriff des schwer aufzulösenden u. s. f. Ob etwa eine solche arabische Phrase eristirt, möge ein Kenner sagen. Solche idiomatische Phrasen einer Sprache bilden den ernsten Geist derselben; solche auszuhebcn und der Betrachtung vorzuführen ist das Verdienst wirklicher Sprachforschung. Vermulhungsweise, sagen wir auch, daß מווגים ") für ארוגים zu leie» sein könnte. H. St. glaubt, daß ארוכים für ארוגים;» lesen wäre, wogegen sich auch nichts cinwenden läßt. Wie der Gebrauch eines Wortes in einer ungewöhnlichen Bedcutung Bern׳ irrnngcn verursacht, beweist die folgende Phrase (S. 2. .דברים תוריים ר״ל המדומים Der Leser siehet, daß der Vers, selbst dielen Ausdruck erklärt hat. Man hatte sonst gar nicht die klare Bedcntiing dieser Stelle verstanden. Die allgemein gebräuchliche Bedeutung dieses Wortes in sich hätte den Leser nicht darauf geführt. Dieses Wort ist auch in andern Bed cutungen gebraucht. Es mögen auch die folgenden Worte aus der Ucbersetznng des CommentarS von Jbn Rcschd (ך רושד) j»m ספר הלצה (Ed. GoldeIIthal S. 97) hier angeführt werden '.והשבועה משפם תוריי יחייבהו הרצון וגו Es sind diese ohugefähr zu übersetzen: der Schwur ist ein religiöses Nrthcil mit freiem Willen abgelegt." (D. h. der Schwur ist nur ein Urtheil, welches ein Mensch über irgend etwas abgiebt; dieses Urtheil aber ist unter religiösen Eindrücken gegeben.) Aufs Gcraihe wohl hin mögen hier noch einige zerstreute Bemerkungen folgen. H. St. benutzt (S. 46 Note 3) die Gelegenheit über das Wort Alchimie (אלכימיאה) allerlei Notizen und Nachweisnngen zu geben, welche sehr interessant sind. Wenn H. St. mit diesen Notizen vielleicht kein Gold macheu wird, wird, so darf er sich beruhigen, habe» ja die Alchemisten selbst kein Gold gemacht. Auf folgene Stelle des Bechai") darf hier gelegentlich auch aufmerksam gemacht werden. Derselbe stellt den Unterschied aus zwischeu dem Alchemisten!!. dem Gott vertrauenden (בעל בם<-!ץ). Diese Stelle ist an und für sich selbst sehr interessant. Damals als. B echai (oder Bach ia wie man jüngst wollte) seine Worte niedergeschrieben hat, hatte es eine liefe Bedeutung, es stand damals der Glaube an Alchemie in voller Blüthe, und es macht dem religiösen Geiste des frommen Verfassers um so mehr Ehre, wenn er dem Go tlver trauenden (בעל בטחון) Vorzug giebt. Das Wort Alchemie hat—obwohl der Glaube an die Sache selbst allmählich im 17-ten Jahrhundert außer Gebrauch kam — übrigens lange noch ins 17-te Jahrhundert hinein in Europa sich erhalten und der englische Dichter Dryden u. andere englische Schriftstellet brauchten cs noch.^') Es ist das Wort Alchemie, welches früher mit so gchcimnißvoller Wichtigkeit umgeben war. herabgesnnken um etwas alltägliches zu bedeuten. Solche Wörter sind die Träger der Geschichte der inner״ Cultur einer Zeit. Solche Wörter giebt es gar viele. Es gehört das Wort Jncuben iS) auch hieher. Der Titel dieses Buches — dieses mag zum Schluß bemerkt sein — ist eine Wahrheit. Eö sind dieses wissenschaftliche Blätter im ächten Sinue des Wortes. Es ist dieses Buch ein gelehrteS, welches anregend ist nach allen Seiten hin. Die Verfasser selbst werden wohl manche Gelegenheit benutzen können. Erwciterun- Leipzig, Üominiskons-Verlag von Fram Waynrr. .!er in Szegedin. Fortsetzung Ln der Beilage.

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