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Ben Chananja · 1862-11-07 · 43 (7.11.1862) · p. Seite 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
43 (7.11.1862)
Date
1862-11-07
Page
Seite 367 (sequence 5)
Language
German
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Dieser Satz war übrigens ein Jahrtausend früher als im Talmud urkundlich eingetragen in dem Buche der Geschichte. Er gehört also der ganzen Menschheit an. Er begegnet uns bereits bei den Griechen. EuripideS hat einer seiner dramatischen Personen die Worte in den Mund gelegt: ״Gestorbener Willen auSzurichten ist ja Pflicht.׳--)" Der Mensch, auf einer höher» Stufe der Bildung stehend, kehrt zuweilen ernst und bedachtsam in sich selbst zurück. Er versenkt sich in die Tiefen des eigenen Herzens und findet sich in verschiedenen Formen dem Weltgciste gegenüber.׳-) AuS diesen Quellen empfängt er zuweilen Mitthcilungen aller Art — oder glaubt solche zu erhalten, — welche er in einer gewissen Periode seiner Bildung hock anschlägt. Dieses Mannigfaltige in Wesen und Form — dessen Erposition zn geben diese Zeilen bestimmt sind — sei uns erlaubt die innere Sprache der Natur zu nennen. Es sind nicht Symbole, welche von den äußern Dingen abgezogen sind, sie wurzeln tief in dem Herzen des Einzelnen. Es sind Ideen und Anschauungen mit dem Schleier der Mystik bedeckt, ohne selbst mystisch zu sein. Als Inhalt der folgenden Zeilen bieten sich folgende Gegenstände der Betrachtung dar. a) Die himmlische Stimme, welche sich unmittelbar dem Empfangenden mittheilt, ohne sich in eine Person zu verkörpern. Es ist dieses die Tochterstimme, Bath Kol (בת קול). b) Mittheilungen, welche von einer bestimmten Person ansgehen. Es sind die Mittheilungen des Propheten Elias (אליה והנביא) zu dieser Klaffe gehörig. Es ist in diesen Gegenständen — dies mag hier gleich bemerkt werden — nichts zn erklären. DaS Pstchologische der Sache erklärt sich von selbst. Es ist nur ihr Zusammenhang mit der allgemeinen Kulturgeschichte zu geben und zu betrachten. Diesen speciellen Stimmen schließen sich noch e) Verschiedene Stimmen, das h. tiefe Eindrücke an, welche in der Natur einerseits und der Gesellschaft überhaupt wurzeln, und welche auch zu den tiefsten Fnndamententen der Gesellschaft geghören (vgl. weiter unten). Im Begriffe begegnet sich das verschiedenartige Einzelne. Der Leser wird sich später nicht wundern dürfen, dort manches vereinigt zu finden, was beim ersten Anblicke weit auseinander liegt. Die 2 erst genannten Klassen machen auf eine Erkenntniß Anspruch. Die wirkliche Erkenntniß, welche diese Quellen zuführen, ist vielleicht nicht von großem Belange. Auf dem gewöhnlichen Wege — wo alle Erkenntniß dem Menschen zukömmt und zngekommen ist — hat man dasselbe auch erlangt. Eö ist aber die vermeintliche Erkenntniß, welche man in einer gewissen Periode der Geschichte davon zu erlangen glaubte, welche der Sache ihr Interesse giebt. Diese vermeintliche Erkenntniß gehört der Geschichte an, in deren Dienste diese Zeilen geschrieben sind. ES ist wie das Ideal des Dichters, welches vielleicht nicht denselben Wertü wirklich hat, den man demselben zuschreibt. Es trägt aber den Inhaber desselben in erhöhter Stimmung durchs Leben. C i t a t e n — die nothwendigsten ausgenommen — haben wir hier ausgeschlossen. Die Worte des Joseph ben Schein Tob--) schienen auch uns hier brauchbar zu sein. Dieselben lauten: <6 לא אחפוץ להיות המור נושא ספרים ״Ich will kein Bücher tragender Esel sein." (Fortsetzung folgt.) A n m e r k u n g e n. ') Dieser Ausdruck kömmt sehr oft bei jüdischen Philosophen vor. Er ist aus der griechischen Philosophie in die arabische übergangen. Dieser Ausdruck ist auch der Titel von zwei jüdisch-philosophifchen Werken, nämlich von Joseph ben Zadik und von Moses Jbn Tibbou. (Ersteres wurde von Dr. Jcllinek veröffentlicht, tetztcrcS liegt aus manchen Bibliotheken handschriftlich.) y Leider können wir das hiehergehörige Notat nicht finden. ') Die Phönikerinen v. 1580 (HartungS Ncbersetzung.) y Der talmudische Auöbruck □שר העליל darf hier beiläufig erwähuk werden. ׳'') In dessen Buch עין הקורא (>n der Mechae tischen Samm lung in O r fo rd). In vielen Beziehungen ein sehr interessantes Buch ti) Heber diese Redensart haben wir allerlei Nachwcisnng gegeben im Ozar Ne chm ad H. S. 114. Nro 6. Nachträglich wollen wir hier noch hier bemerken, daß die Griechen ein ähnliches hatten : ״Ein Esel der Mysterien trägt." Exegetische Analeklen. Von Rabb. A. Hochmnth. (Schluß.) Ervtuö 2tt. 15. Mendelssohn und nach ihm alle Uebersetzer geben □עמדי mit: aufrechtüchend: allein in diesem Falle sollte עמדים sylilarisch nach למשכן stehen. Onkeleü, der קיימין und nicht זקיפין übersetzte, scheint das עמרים als Adjektiv zu שטים in der Bedeutung von gesundem. dauerndem Schittimholz, aufzufasfe», was in jeder Beziehung richtiger ist. Wenn jemand sagen würde: עשיתי אותר עמר für: ich machte dich aufrechtstehend, so würde jeder das Unhebräische dieses Phrase sogleich einsehen. Vgl. Jerem. 32, 14 wo עמר gleichfalls: dauern, und zwar lange dauern bedeutet. Jonathan kombinirt beide Deutungen: die vcS Onkels mit der talmudi-

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