Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 43 (7.11.1862)
- Date
- 1862-11-07
- Page
- Seite 366 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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öbb den Thalmud sprachlich und sachlich zu erläutern. Das uns vorliegende Problem wird auf eine dreifache Weise gelöst: R. Jakob Tam erklärt, daß die Gibeoniten als kanaanitische Proseltten nach der Theorie Raba's schon im Sinne des Gesetzes von der Epigamie ausgeschlossen waren, und daß David nicht diese Ausschließung, die ja schon vom Gesetze ausgesprochen war, über dieselben verhängt, sondern deren Unterjochung verschärft habe. Andere finden es unbezweifelt, daß die Mischehe mit dem Nethinäern vom Stand- Punkte deS Gesetzes erlaubt ist; die damit in Widerspruch stehende Bestimmung des Mischnischen Strafkoder erklären sie für ungenau und irrthümlich!! Nack einer dritten Anschannng sind die Nethinäer von David zu wirklichen Sklaven degradirt worden, woraus sich von selbst ergab, daß sie im Sinne des Gesetzes von der Epigamie ausgeschlossen werden mußten.'^') Nücksichtlich der Ansprüche auf die Theilnahme und Unterstützung der Gemeinde steht der Nathin zwischen dem Mamser und dem Proseliten, waS mit den epigamischen Gesetzen durchaus in keinem Widerspruche steht, wie Wiener irrthümlich glaubte.'24) (Fortsetzung folgt.) Anmerkunge n. ') S. oben N> o 1)7. ') Ben Chattanja I s 348, 349. ') Joma 1, 5. ') Joma 49, b. ') Mcg. Taan. Slbsched. 10 Grätz Gesch. 3. 471 ff. ") Matth. 15. 24. ד) Das. 10, 5, 6. s) Gal. 3, 28. N. D. B. Z. 2, 795. '0) 4, 1. Sweigtnig (שתוקי) tft der feilte Mutter, aber nicht seinen Vater kennt, das. 2. ") Eriib. ti 1. 2. Nidda 4, 2. Tosista des., was es heißen muß: אנו בקיאין בצדוקיות vrgl. auch Gein. das. 33, b. ף׳ S. Maim. Jssure Via 18, 3. und. d. hechgl. thalm. Quellen. '׳') Jos. Altertb. XII. 8, 1 >') Maim. Biath Biath Mikdasch ti, 9. n. d. das. nachgewiesenen Quellen; vrgl. Jssure Bia 17, 2. '5) 58. Jos. zu Eben Ha-Ezer VI. Tur. O. Chajim 269. ‘7) B. S. tu Eb. ha- Ezer a. a. O. Jos. Alterth XII. 8. ך Kidd. 4, 3. ■°) Kidd. 75. a. ff. ")Trakt. Keth. Ende. Karme schomron S. 22. ׳׳) Irr. Kidd. 4, 1. b. Jebam 79. a. ") 5 M- 29. 10. Jebam. a. a. O. ׳') Makkoth 24, a. Kethnb. 3. l. ,s) S. oben Nr o 2«, S. 221. ״־) Tosaf. Kethub. 29 a. Schlgw. אלו. Tos. I. Tob Makk. 3, 1. --) Hora,. 3. 8. Wiener Realwrtrb. Llrk. Ncthinim. ilfortfiaeii von Leopold Dukes. 9. Die äußere und innere Sprache der Natur. .ולהדברים יש תומת ״Die Dinge haben ein Inneres" (enthalten Allcgorieen). Jggereth B. Ehajj. I., 2—5. U. Die inurre Sprache -er Natur. Einleitendes. Der Mensch — so sagte die alte Zeit bereits — ist eine kleine Welt (1(עולם קטן). Wie die große birgt auch die kleine viele Dunkelheiten in sich. Die Geschichte in Verbindung mit Philosophie haben hie und da einen Beitrag zu gewissen Aufklärungen geliefert in relativer Hinsicht, absolute Aufklärungen liegen ferne. Die Geschichte hat alles eingetragen, was sich ereiguete. Sie hak, da die menschl. Natur allenthalben dieselbe ist, 11. wohl bleiben wird, nur Wiederholungen verzeichnet. Aus diesen Wiederholungen hat die Philosophie die Resultäte gezogen, oder zu ziehen geglaubt. Um kaufmännisch zu reden , die Geschichte hat daS Tagebuch (I v u r 11a I) der Menschheit geführt, die Philosophie hat das Hauptbuch zu führen versucht, und eine Billanz zu machen unternommen. Das Maaß der wirklichen Erklärungen ist übrigens nicht sehr groß. Es sind Sachen im menschlichen Herzen, welche sich der eigentlichen Analyse entziehen, weil sie auf dunkle Gefühle zurücklauseu, welche nur dem Eizelnen als eine Thatsache seines Innern bekannt ist, wovon er aber selbst keinen Grund angeben kann. Manche dieser Gefühle haben sich unter allerlei Formen festgesetzt. Manche derselben waren auch zum Wohle der Menschheit, wenn dieselben nicht durch besondere Umstände nachtheilige Elemente in sich ausgenommen haben. Es wären so viele Beispiele anzuführen. Wir wollen hier nur das Wort Pietät ansheben. Es enthalt dieses Wort das Geh ei mniß der Menschheit: Eine nähere Definition läßt sich schwerlich davon geben. Was eö aber ist, ist aller Welt bekannt. ״Wenn ihr es nicht fühlt, ihr werdet eS nicht erjagen." Das Geheimniß der Gefühle ist in diesen Worten Fanst's als einfache Thatsache emporgehalten. Das Gefühl der Pietät ist die eigentliche Wurzel des talmudischen Spruchs ״ מצור לקיים דברי המתEs ist Pflicht, den Wunsch des Verstorbenen zu erfüllen." Es ist dieser Spruch juristischer Natur. Die Jurispidenz, welche nur den strengsten Beweisen trauet, und ihrer Natur nach sich von Gefühlen ferne hält, hat hier eine dunkle Regung des menschlichen Gemüths wohlwollend in ihr Bereich ausgenommen und mit ihrem Siegel gestämpelt. ״Es ist Pflicht, die Wünsche des Verstorbeneu zu befolgen," ist eine Art juristische Fiction, deren es übrigens noch andere im römischen Recht giebt.'b Es beweist dies genügsam, daß die bloße Wirklichkeit zu enge für den Menschen ist, und daß die Phantasie dieselbe erweitern muß. Genau genommen, wäre alle Erbschaft nicht möglich, wenn dieser Grundsatz nicht im Allgemeinen festgehalten würde. Daß einzelne Fälle das Allgemeine des Satzes zuweilen beschränken können, schadet der Allgemeinheit nichts. ^096707158