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Ben Chananja · 1862-10-31 · 42 (31.10.1862) · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
42 (31.10.1862)
Date
1862-10-31
Page
Seite 360 (sequence 8)
Language
German
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360 Man hat von unserem Joseph Heß einen kommentar über die Haftara's in ausführlicher und deraschischer Weise, den sein Sohn Jzig, mit Glossen, in Fürth, 1796, in 4.. unter dem Namen: Ben Po rat Joseph, ״ein schwaches Reis, Joseph," herausgegeben hat. 23. Suul Seriro. (TTTD). Saul Seriro, einer der größten Rabbiner an Gelehrsamkeit und Redekunst, die Afrika im XVII. Jahrhundert gehabt hat, war Richter und Prediger in Fez. Salomon Zeror nennt ihn in seinen Rechtsgutachtcn Nro 8. (im 4. Theil des Taschbaz) den Einzigen seiner Zeit, dessen Worte allenthalben Autorität haben. Er schrieb RechtSentscheidungen und Predigten, die unedirt blieben. Ich besitze ein umfangreiches Manuskript feiner Predigten, die er vom Jahr 1600 bis 1624, gehalten hat, und das früher dem Rabbiner Jakob Jbn Danan gehörte. Diese Predigten sind scharfsinnig und elegant, besonders verdient die vom großen Sabbat 1606, über das verhängnißvolle Jahr wo in Fez während des Krieges mehr als 2200 Juden verhungerten, und mehr als 500 dem Judenthum aber nicht der HungerSnoth entgingen. Die Handschrift ist antograph, ans 950 Seiten geschrieben, der Verfasser hat darin manche historische Notiz ausgezeichnet. Seite 868, bei Erwähnung der Uebergabe v. Fez nach einer Belagerung v. 24 Tage, beruft er sich auf seine Chronik, die er verfaßt hat. Seite 888 führt er seinen Bruder David Seriro an. Von Seite 792 bis 896 gibt der Verfasser einen Diktionnaire der Predigtterte und des Predigstyls. Lorresponden). Ausland. Dom Rhein. Oktober. Die Einweihung der neuen Synagoge in Aaachen fand am 19. vor. Monats statt, nachdem Tages vorher die Feierlichkeit des Abschiedes von der alten Synagoge vor sich gegangen war. Augenzeugen — Schreiber biescs war nicht anwesend — berichten, daß diese Feier eine rechl hübsche und dem wichtigen Gegenstände, dem sie galt, entsprechend war. Nur Folgendes war ihnen hierbei auffallend: 1) Daß die heilige» Thorarollen in einem GallaSwagen gefahren und nicht, wie solches überall üblich ist, in Prozession getragen wurde». 2) Daß der dortige frühere Rabbiner, Dr. Rothschild, gegenwärtig in Alzey (Heffcndarmstadt), nicht zugegen war. Ob derselbe erngeladen wurde, und nicht erschienen ist, ist nur unbekannt. Jedenfalls ist es auffallend, daß Dr. Philippson des Dr. Rothschild auch nicht einmal in seiner so gcmüthlichen Abschiedsrede erwähnt hat. Wir können doch nicht glauben, daß. wie cs jetzt hie und da zur Mode geworden ist, Dr. Philippson vorerst seine »Rede der Zensur des dortigen Vorstandes unterwerfen mußte und daß der Präses desselben das ruhmvolle Andenken Rotschilds, eines Mannes, der sich so hohe Verdienste um die jüd. Gemeinde in Aachen erworben hat, gestrichen hätte, um hierdurch sein eigenes großes Licht nicht zu verdunkeln! —Das Fahrenlassen der Thora'S ist jedenfalls eine Anc׳ malie, da die BundcSladc nach den Berichtcn der heiligen Urkunden immer getragen und einmal, wo solche selbst ans einem neuen Wagen gefahren wurde, ein Unglück entstand. (2. Sam. 6 . 7.) Die a»׳geklärte Gemeinde zu Aachen scheint hieran keinen Anstoß genommen zn haben, um nur Alles hübsch nach der neuen Mode, mit Wcglaisung alles speziell jüdischen zu veranstalten. Ist ja auch die Frauen׳ synagoge mit der der Männer im Schiffe ohne irgend eine Absondc׳ rung vereinigt, wodurch sich diese Gemeinde über die übrigen große: ren und kleineren in Jsra cl erhebet, daß in ihrer Mitte der יצך־ הרע und jeder הרהור schon beseitigt ist. O du glückliche lind bewniidtrungswürdige Gemeinde! Literarische Anzeigen. Wisscnschafllichc Blätter aus der Vcilel Heine Ephraeinisckcn Lchranstalt (Beth-ha-midrasch) in Berlin. Angczeigt v. L. Dnkcs. Dieses Werk bestehet ans 3 bcsondcrn Abhandlungen, welche keinen Zusammenhang unter sich haben. wie denn auch jede für sich besonders nnmmerirt ist. Die folgenden Zeilen sind keine eigentliche Rccension, sie sollen bloß die Aufmerksamkeit des Lesers ans das gelehrte Buch lenken. Herr F. Le brecht hat eine Abhandlung über die Handschriften und alten Ausgaben des Talmuds. Es wäre diese Abhandlung schon als bibliographische Monographie sebr intcressam. ES ist dieses aber nur ihr kleinstes Verdienst. Der gelehrte Verfasser hat sehr interessante und instruktive Notizen allenthalben ciiigeftreuct, weiche sehr erhebliche Beiträge zn einer künstigeu Geschichte der philologischen Kritik in Bezug ans den Talmud bilden können. Die vorliegenden Notizen sind anregend und daher auch sehr nützlich.') Wenn man bedenkt, wie das Studium des Talmuds getrieben wurde, wie entfernt alles gehalten wurde, was zn einer wirklichen historischen Kcnntniß führen könnte. so kann mau leicht eiusehcn. wie nützlich eine Geschichte der Kritik des Talmnd'ö wäre, d. h. der Art und Weise wie man den Talmud studirt hat, und wie die Tene beschaffen waren, welche im Umlaufe gewesen sind. Ein solches Werk wird wohl lange aus sich warten lassen. Die Studien, welche ein solches Werk erfordert, sind schwer und umfangreich, und die Zahl derjenigen. welche den Werth einer solchen Forschung zu würdigen wissen würden. wäre gewiß sehr klein. Der Ge- Win» einer solchen Arbeit, wäre nichts anderes als bloße Wahrheit. Wozu aber die Wahrheit, wenn diese den Weg zu P sch ältlich versperrt? Es ist dieses nicht unsere eigene Ansichl. wir haben bloß die Ansicht der uioderucn Lalmudisten lakouisch auSziidrückcn gesucht. Die Betrachtung desjenigen, welches in ähnlicher Weise aus andern Gebieten geschehen ist, könnte als Parallele zur allgemeiner Betrachtung und Belenchtiing dieses wichtigen Gegenstandes sehr dienlich sein. Die er nste philosophische Belrachtnng der reichhaltigen Sammlungen. welche den Namen des Maerobins׳) und AuluS Gelliu0s) an der Stirne tragen, könnte einem denkenden Forscher gar Leipzig, Lommislions-Vrrlag von Franz Wagncr. Szegedin, Arlbstvrrlag dcr Ncdaklion. Druck von Sigmund Burger in Szcgedin. Fortsetzung in der Beilage.

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