Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 42 (31.10.1862)
- Date
- 1862-10-31
- Page
- Seite 359 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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359 §. 174. Dieses Stück nimmt sich freilich an seiner Stelle inmitten der unerquicklichen Symbolik von פטר המור wie eine Oase aus, ob sie aber für so klassisch gelten darf, wie allgemein angenommen wird, muß sehr bezweifelt werden. Frank zitirt sie S. 173. als Beleg, daß es auch nüchterne reinsilosofische Stellen im Sohar gäbe, (als wenn nicht gerade diese Nüchternheit verdächtig wäre). Eben so bedient sich Joel ihrer oft S. 276 f. 304 ff. um sein System des Sobar dadurch zu begründen. DaS Ganze athmet aber zu sehr den Geist der spätem Zeit, als daß man nicht einsebeit sollte, wie dasjenige, welches mit den allgemeinen Prinzipien des Sohar übereinstimmt, von diesem an vielen Stellen besser und schöner vorgctragen wird, das Uebrige aber subjektive Ansicht irgend eines jüngern spanischen Rabbiueru bleibt, dessen Meinung nicht maßgebender sein kann, als die der übrigen Autoren der spätere Epoche, die Sfiroth sind hier die Namen und Abstrakta der göttlichen Eigeuschafteu, daS ist schon die spätere vermittelnde Schule Es. III. 275. b. Ja der Hauptinhalt scheint sich um die Frage zu bewegen, ob die. Ssiroth mit dem Ensof identisch, ob dieselbe עצמות oder כלים sind, bekanntlich Vorwürfe der jüngern Cabbalah. Die dem hebräischen כיו!י entsprechende Benennung נלנא für die Ssiroth kommt im ganzen Werke nicht mehr vor. Das Bild von dem Meere ist auch nur Folge d. späteren so oft gebrauchten Benennung von ים für Chochmah und Binah. UebrigenS verläßt unfern Verf. wie man sieht, auch im Cothurn d. hohen Filosofie seine Vorliebe für witzige Pointen nicht, eben so wenig wie sich der rabbinisch peripatetische Anstrich seines Stils verwischen läßt. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht das mir in Rajah und Tiknnim vorkommende עלת העלות dem Griechischen ainoi; 7(0v «m«v entspechend (S. oben §. 61) wobei noch zn bemerken ist, daß die erwähnten vers?ebenen Manifestationsstufen in den Benennnngen ,ארם עלאה מה״ש, היות כסא, מרכבה u. endlich סמאל, ein Nesumo der älteren kabalistischen und filosofischen Weltsystemen vorstellt, das aber weitläufiger Erörterungen zn seiner Begründung bedarf. — Und so glauben wir mit vollem Rechte den Rajah als das jüngste dem Sohar beigegebene Fragment zn bezeichnen, welches in seinem wunderlichen Jdeengange, der selten in dem Gebiete endigt in welchem er angefangen, in seinem Herumspringen vom rabbinischen Witze zu den von Aristoteles imbibirten Filosofemen, von Psychologie zur Buchstabeumystik ganz dem Stile und der Haltung der ihm sehr nahe verwandten Tikknnim sich anschließt, und deren tiefen Abstand vom Niveau des Sohar schon so bemerklich war, daß man sie demselben schon nicht aufznbürden und anzuhängen sich getraute?) Anmerkungen. ') Ziu Verlause seiner Arbeit zieht cr viele thalmudische Bestimmungon und spätere Minhagim in den Bereich seiner Berrachtnngcn II. 188. a. קדוש ליונה HI. 243. b. f. die verschiedenen Sabatharbciten — 272. b. Das Lichtcranölöschen in der Nacht des i). Ab. II. 216. a. n. III. 255. a. w ird daS Kol Nidre von! mystischcn Standpunkte ans motivirt, (Vgl. Tur Orach Chajim 6(2). Bei dieser Gelegenheit verirrt er sich im Labyrinthe der שבועות und □נדרי Mitpachat. — Siehe auch III. 28. a. die verschiedenen ברכוה. — Vielleicht helt sich der Verfasser ursprünglich ganz nach rer Ordiumg der שתא סררי בשנה wo ans jeder Abtbcilttiig etwa 40-50 Gebothe entfallen würden; so sind an einer Stelle III. 109. a. nach cinander 5l die Priester betreffende Gebothe anfgczählt. II. 118. a. קום רעיא לסורא דינין בהלכות נזיקין וםיומא אדם מועד לעולם worauf dann 20—30 entsprechende Gebote. Vgl. Vajikra rabah 24. 5. zn Ende. 9 Frank übersetzt: comment sa justico ct s.a misericorde 86 tendont sur le raonde aussi bien qui 8111׳ les ocvros des hoinmes. — Auch d. verbessernde Joel behält diese nnrichligc Ilcbcrtragnng bei. 3) Und doch ist die zweite Stelle, die Joel l. e. zur Begründung seines SystemeS allegirt, den Tikuniui entiivinmen! Lüsten und Silber. Von Dr. E. Car inoln. 20. Abraham Ibu Tazrat (JTlIft). Zlbraham b. Salomon Ibu Vazrat, nicht Salomon Ibu Tazrat, ein Schüler des berühmten Salomon ben Aderet ans Barzellona, Spanier von Geburt. Er lebte 1330 und schrieb: Chukot Ha-Dayanim, ״die Statuten der Richter," ein kurz gefaßtes Compendium von den Gerichten und ihre Entscheidungen und Anssprüche, in 354 Paragraphen. In meiner Privatbibliothek befindet sich dieses interessante Werk handschriftlich. In der Vorrede nennt sich der Verfasser selbst: Abraham b. Salomon Ibu Tazrat, und nicht Salomon Ibu Tazrat, wie es im Inch asin und sonst heißt. Auch enthält das ״Chukot Ha-Dayamm" keine דיני הול הפוער, wie das Literaturblatt des Orients, X,, Nro 24 berichtet. ״Hat sich ein Jrrthum eingeschlichen, so bleibt er auch." 21. Nmbm Halrvi. Reu ben ben Abraham Halevi, Lehrer in Offenbach am Main, starb daselbst, Montag den 4. Adar 542, d. 1. den 19. März 1782. Man hat von ihm: 1. Nachlat Ren ben, Kommentar auf die Haftarot, 2 Theile. Frankfurt am Main 1730, in 4. Im 2. Tbeil erklärt der Verfasser die grammatikalische Bemerkungen Raschi's zu den Haftarot's. 2. Ben Melech we-Nasir, deutsch uebersetzt. 3. Ben Sira, ebenfalls deutsch uebersetzt. 4. Novellen über den Traktat Berachot, und Andere Werke, die er wegen Mangel an Geld nicht drucken konnte. 5. Iggereth ha - Rischon, zum Unterricht hebräisch und deutsch, Offenbach 1780, in 8., in der neuen Druckerei von Abraham Proops aus Amsterdam. 22. Joseph Heß. Joseph Heß, früher Dajan zu Fürth, nachher Rabbiner in Kassel, wo er, Samstag, den 27. CheSwan 554, d. i. den 2. November 1793 starb. Sein Sohn Jzig Heß hielt eine Trauerrede auf seinen Tod, zuerst in StadtlengSfeld, daun in Kassel, und die in Offenbach, s. a. in 12., unter dem Titel: Kol Bechi, ״die Stimme des Weinens," erschienen ist.