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Ben Chananja · 1862-10-23 · 41 (23.10.1862) · p. Seite 348

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
41 (23.10.1862)
Date
1862-10-23
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 Stifte wohnten, der Fall gewesen zn sein. Dies geht ans einer uns noch erhaltenen, wiewohl leider an einigen Stellen schadhaften und undatirten, aber wahrscheinlich nur kurze Zeit nach 1350 ausgestellten Urkunde hervor, in welcher Rath und Schöffen zu Osnabrück erklären, daß sie mit der Weisheit der Stadt übereingekommen seien, um Beide acht Juden auf sechs Jahre unter der Bedingung aufzunehmen, daß der Bischof für sie zuvor von den acht Juden 100 Mark anfnehme, und daß er in seinen Briefen ihnen auf Treue gelobe, während der erwähnten Zeit den Rath um Aufnahme anderer Juden nicht anzugehen. Sollte es geschehen, daß sich zu Osnabrück Juden einfänden, die nicht unter dem Schutze des Bischofs und der Stadt stünden, so sollten die zu jener Zeit vorhandenen Schöffen sie aus der Stadt treiben, ohne daß der Bischof und seine Amtleute darüber ungehalten würden. Diese acht Juden aber wollten sie empfangen mit ihren Weibern, und falls diese sich verheirathen wollten, so möchten sie es unter einander thun und sollten diese verheiratheten Kinder das Recht genießen, welches der Bischof diesen Juden gegeben hätte. Würden aber einzelne Kinder dieser Juden von auswärts heirathen, so daß zu ihnen ein Mann oder ein Weib hierher nach Osnabrück zöge, so mögen sie sich gleichfalls dieses Judenrechts ein Jahr lang nach der Hochzeit erfreuen, aber nicht länger. Auch sollten jene acht Juden der Stadt jährlich dreißig Mark als Zins geben. Als Gesinde möge von diesen Juden ein jeder einen Knecht, eine Magd und einen Schulmeister haben, doch dürfen letztere weder Weib noch Kind noch eine besondere Wohnung haben, sondern müssen in' dem Hause der Juden und in deren Brode leben. Nähme einer von diesen Inden gestohlene oder geraubte Habe zu Pfände ohne Mitwissen rechtlicher Leute, so dürfte man es ihm abnehmen gleich einem Christen; nähme er aber das Pfand bei offenen Thoren, beim Sonnenscheine und unter Mitwissen rechtlicher Leute, so sollte man daö Pfand von ihm einlösen gegen das Hauptgeld und die Zinsen. (Schluß folgt.) A » m e r k u n g e n. ') Siehe das Statut des Stadtratheö zu Osnabrück vom Zahrc 1336 in der Geschichte der Stadt Osnabrück von Friderici und Stüwc I., 237 wo es heißt: Vortmer umme manichvolde claghe der gantsen menheyt unser stat, unde uunne bedarf linde bequemicheit unser aller. »So hebbe wi ghevilkoret unde ghesat. Welic Vleschovere in der stat to Osenbrueghe oynen joden lat sniden Scap oder liint, dat scal de Vlescovere veile hebbcn uppe dem sunderliken banken dar de joden beide bi stat de dar to gbevisset sin. Vort säte wy alsdus dat tve man van den vleschoweren, devau den scepenen gekoren verden to allen nyen jaron svcren sun. Ollet dat gbesneden werde van den joden, dat se dat seien vele hebbcn uppe den banken. Eine ähnliche Bestimmung sinder sich auch in der Wistkühr der Stadt ״H ei ligcn stadt" im Eichsfelde vom Jahre 1335 nach welcher den Juden zwar gestattet war zu schlachten, das Fleisch jedoch mußten sie nach Art. 108, wo eS ausdrücklich heißt: Waz ouch eyn jode snit daz 8al men piiszen den ballen verkoufcn, außerhalb der Hallen verkaufen. Siche I. Wolf Geschichte und Beschreibung der Stadt Hciligcstadt in den Urkunden. '2) Siehe Kopp Geschichte der eidgcuößischcu Bünde II. Abth. 1, 68, meine Regesten I. S. 22. Nro 137 und Nürnberger Polizeiordnungcu edit. Bader 1861. S. 168. 3) Bei Lüllig deutsches RcichcS-Archiv 23, 1423 ist jedoch, wie in der unmittelbar vorhergehenden Urkunde fälschlich 1323 als Dertum der Urkunde angegeben. Einen Zusammenhang dieses Schutzbeicfcs mit dem Statute des Bischofs Gottfried vermuthet auch Stüwc in den Mitthciluugen des hiftor. Vereins zn Osn. VI., 138. Der Graf Heinrich v. Waldeck wurde übrigens vom Kaiser an demselben Tage auch zum Beschützer der Juden in der Stadt und dem Bisthume Münster und schon früher, nämlich am 21. März 1323 zu dem der Juden in Dortmund bestellt, (cf. Varnhagen: Grundlage der Waldekischeu Landes- und Regentengcschichte, Urknndenbnch p. 145 und 156) welche letztere Nachricht, da sic Fahne in seinem Urkundcnbuche zur Geschichte der Grafschaft und freien Reichsstadt Dortmund übersehen har. auch bei Kaiscrling in seiner Abhandlung über die Juden in Dortmund (Frankels MonatSschr. 1860 im Märzhefte) fehlt. 4) S. meine Geschichte der Juden in Hannover im Jahrbuchc für d. Gesch. d. Juden und des Judenthumö. I., 214 not. 15. wo ich aus Leibnitz scriptores rerum Brunsvicensium einen Beleg dafür beigcbracht habe, daß auch in Osn. die Inden im I. 1350 erschlagen wurden. Zu den von mir a. a. O. und schon früher in meinem Emck habbacha Note 207 als Vervollständigung der von Zunz in der synagogalen Poesie p. 41 angeführten Ortschaften, über welche sich jene Verfolgung auöbreitctc, genannten Städten kann ich hier noch folgende hinzufügen: Aachen (s. Meyer Achensche Geschichten S. 324), Fr an kfurt am Main (s. Hannoversches Magazin 1814, S. 1382 vergl. mit Senkenberg selecta jur. et hist. II., 7; doch war hier die Verfolgung mehr durch die Geißclbrnder veranlaßt; vgl. Kriegk. über die Gesch. und Lage der Frankfurter Juden im Mittelalter ans der neuen Frankfurter Zeitung abgedr. im ״Israeliten" 1861. S. 173), Friedberg (folgt aus einer in BaurS hessischen Urkunden B. I. Hst. 4. S. 913 abgedr. Urkunde v. 14. Aug. 1354 , ans welcher sich jedoch nicht mit Sicherheit ermitteln läßt, ob die dortige Verfolgung die Juden in Folge des schwarzen Todes oder durch die Geißelbrüder traf), Hall in Schwaben (s. Stälin Würtembcrgische Gesch. III., 255). Hammelburg (wo die Juden 1349 gefangen und um 1000 fl. geschätzt wurden, s. Beck Chronik von Schweinfurt IV., 27), Heilbronn (t. d. Notiz aus dem Schwäbischen Merkur in der Zeitschr. des Judeuth. 1862. S. 8), Horb (s. Stälin a. a. O.) Königsberg in der Neumark (s. Kehrbergei hist, chron. Abriß d. St. Königsberg in v. Neumark Abth. I., 241.) Mautern (s. LichnowSky Gesch. d. Hauses Habsbürg III.. 277) Memmingen (Stälin a. a. O. S. 244 und meine Regesten I. S. 128 Nro 190), Nagold (Stälin a. a. O. S. 245), Nenburg in Thüringen (Hannoversches Magazin a. a. O.) Neustadt in der Schweiz (s. Ralph in Hirfch'S Jeschurun VII., 288) Oehringen (woraus die Juden 1348 für immer vertrieben wurden und woselbst aus der Synagoge ein Hospital erbaut wurde, s. Hanselmann diplom. Beweis S. 66) Oppenheim (Hannoversches Magazin a. a. O. und Staatölerikon von Rotteck und Welker B. VII. S. 659 d. 3. Ausg.) Ravensburg und Reutlingen (Stälin a. a. O.) Rothenburg (s. meine Regesten I. S. 132. Nro 217), Rotweil (Stälin a. a. O. S. 244), Schaffhausen (meine Regesten I. S. 223, Nro 49) Schlettftadt (Zeit. d. Judenth. 1840, 305) Stein

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