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Ben Chananja · 1862-10-13 · 40 (13.10.1862) · p. Seite 343

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
40 (13.10.1862)
Date
1862-10-13
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
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den jüdischen kanonischen Gesetzen abweichen, müssen anerkannt und beobachtet werden, so ist das Wort Samuels zu weit ausgedehnt, denn Samuel meint nur, daß das Civilrecht des herrschenden Staates Geltung habe, vor dem Eercmonial- und Glaubensgesetze muß das Landcsgesctz weichen, was selbst bei den Karaitcn in strengster Eonscquenz beachtet, und besonders von Moses Nahaweudi betont ward. Vgl. übrigens den trefflichen Artikel Dine di Malclmta Dina im B. C51). vom gelehrten und geehrten H. Redakteur. Eine andere Lichtseite d. JudcnihumS wird dann gezeigt, daß cs ohne eine allgemeine oberste Glaubensbchörde sich erhalten konnte. Wer weiß, tagt der Redner, ob nicht eine allgciiiciiie Rcligionsbehvrde die Einheit des Leichcuhofcö gcjchaffcn haben würde. Die letzte Lichtseite des IudcnthumS ist das unermüdliche Ringen nach GewissenSsreiheit. Die letzte Predigt der ersten Lieferung behandelt die welthistorische Mission des Jndenthums. ״Die unerschütterlichen Wahrheiten des Jndcntbums waren von Anfang au bestimmt, Gemeingut der gcsamintcn Menschheit zn werken. Tcrt Ps. 1 l7. I. die Tora wurde nicht in Palästina, sondern in der Herrenlosen Wüste gegeben: Mechilta jetro. Die Gesetzgebung lnüpsic au der Weise und an der Geschichte des Volkes an, so redet Gott zu jedem Volke קולי קולות משנים il)id. Das Wort war allen verständlich ibtd. Die Zchnworte waren vom Anfang an bestimmt, Gcmcingnt der gelammten Menschheit zn werden. So wahr dieser letzte Passus auch ist, so involvirt er doch, mochten wir meinen, einen Protest gegen die talmndische Aiischaiiniig. nach welcher d. Noachideu nur zu 7 Vorschriften vcrbflichtct wurden, welche Ansicht der Redner selbst oben S. 100 als Belegstelle allegirt. Im zweiten Theil wird gezeigt, daß der jüdische Stamm zu dieser Mission crwäblt ward, datier seine chemaltge Separation vom Heidenthumc, die erleuchteten GottcSinänncr, die Starrheit und Unbiegsamkeit gegenüber denjenigen, welche die jüdische Gesetzgebnttg durch eine vermeintliche neue Offenbarung verdrängen wollten, und der Meinung waren, daß sic die eigentlichen Fortbildner des Indcnthumö wären. Das Traurigste ist, daß sich bic Inden in den Vorsolguugö,;eiten bücken und beugen mußten, wie Ol. Akiba sich beugte, daß die Wogen über ihm hinweg rauschten Iebamot 121. Indem der Redner Berachot 5. dahin erklärt, daß alles, auch die Gemara aus dem urkrästtgcn Geiste Moses hervor gegangen, mit» dessen Billigung und Zustimmung hat, hätten wir da Genaueres gewünscht, damit man nicht in Mainz und Frankfurt den berühmten Wiener Seelsorger zum Läugner der ganzen mündlichen Lehre vcrurtheilc und der Inquisition überantworte. Mit begeisterter Rede beschließt der Redner dieses Thema und sagt, was er für Lehrer in Israel wünsche, wir rufen aus voller Seele Amen. Die zweite Lieferung enthält l. ״Israels Hoffnung" Text Sech. 0. a. Worin besteht diese Hoffnung? der Ewige wird König sein 1c. Wird es da noch Forscher geben. welche den Geist aus der Natur bannen werden; ״der ganzen Erde," Wird man da noch aus leichenbesäcten Schlachtfeldern Jubelchöre anstimmen ob blutbefleckter Trophäen? ״Der ewige wird Einer sein " Werden da noch Mißverstäudniße obwalten 1c.? b) der Ewige wird zum Könige über die ganze Erde, sein Reich wird nur nach und «ach erweitert im Geiste der Menschheit daher soll 6) Israel fest und stark wie die Palme im Glauben verharrcn °, gleich dem Etrog lieblich erscheine und Köstliches verbreite; sein Glaube bleibe frisch wie die Myrthe. Rührt nicht meinen Gesalbten an, das sind die Schulkinder, eine Stelle ans Jalkm Ps. welche bei der Pester Konferenz ihr Echo fand; und die Bachweide sei ihm ein Bild der Bescheidenheit. II. Israels Auferstehung. Tert 118, 17. Von Ez. 37 ausgehend, tritt der Redner jenen entgegen, welche behaupten, Israel sei seit Bethars Fall aus der Reihe der Völker gestrichen. Israels Auge sei altersschwach geworden, oder Israel sei verdammt zn Leiden und Qualen, aber die Todren die Ezechiel belebt hat, sind Bild und Gleichniß für Israels Erlösung באמת משל היה *) Sind. 02. Siehe da, eine einzige Iahrwoche 70 Jahre sind worüber — hier ist wohl ein lapsus calami , denn 70 Jahre machen 70 Jahrwochcn — hier greift der Redner in die Gegenwart, und zeigt, was Juden jetzt sind und leisten. Eben so wurde 2. das Jndcnthum angeklagt, angeklagt von denjenigen, die mit der Frage sich beschäftigt hatten, ob man einem Ketzer, der dem Hnngertodc nahe ist, Brod reichen dürfe. Kein Glaubenssatz, keine Glaubenslehre, kein Glaubensbuch blieb verschont von der gehässigen Spürkraft unserer Gegner. Hier eifert der Redner die Wiener Gemeinde für die Gründung eines Seminars an. Erst vor vier Wochen, sagt er. hörten wir in einer zahlreichen Versammlung die Opserfreudiglcit der Wiener Gemeinde verkünden. Wie? Sollten sich nicht auch Herzen und Hände finden, wenn cS gilt, dem Geiste der Thora, nnserm Schntzgeiste und treuen Verbündeten, wenn cö gilt, der wissenschaftlichen Forschung, einer der erlösenden Mächte der Menschheit, eine Stätte zu gründen? Hörst du nicht Gemeinde Wiens, Stimmen ans den Provinzen, die dir znrusen: Ein Menschenalter hast du uns mit deinem Beispiele vorangcleuchtet, Jahrzehnte haben wir zn dir als aus unser Vorbild empor geschaut, warinn bleibst du uttii zurück, warum willst du uns nicht vorangehen mit einer männlichen Thal für die Erhaltung und Entwickelung der Thora, für die Pflege und Verbreitung der Wissenschaft? Bist du kleiner an Thalkraft, seitdem die du größer an Kopfzahl geworden? Erhebe dich dem Adler gleich, wie in deiner ersten Jugendzeit, zu der Sonnenhöhe des Geistes, wirke, schaffe, sammle und baue für ihn! denn wisse, daß WohlthätigkcitSanstalten für den Leib, Sehnen, Fleisch und Haut haden. denen aber der Geist fehlt, der Geist, der allein Leben verschafft und Leben verbreitet! Möchten doch, so fügen wir hinzu, diese feuerigen Worte auch wirken. HI. Israels llrthcil, eine Predigt, die sich aus dem Gebiete d. Menschlich-sittlichen bewegt. Der Redner knüpft au 3 B. M. 11, 4—ti die Bemerkung, daß unser Auge vor allem aus das Glänzende an unseren Nebenmenschen gerichtet sei. Sehr gut ist die Erklärung des הוי דן את כל האדם לכף זכות die Schale des Guten die du zue ist berührst , wird die andere in die Höhe schellen. 2. Wie eö von den reinen Thieren heißt מפריס יפרי□ הפריסה in allen 3 Zeitformen, um anzudeutcn, daß sich diese Beschaffenheit nicht ändert-, so müssen wir bei der Bcurtheilung anderer auch den Ursprung und der Zeitdauer forschen, wir müßeu aber auch den Ursprung zu ergründen suchen , Mid die Zeitdauer. Wir müssen aber auch das Löbens- und Tadelnüwerthc zusammen nehmen, wie der Priester Zedernholz und Jsop zusammen nahm. Man soll aber auch nicht den Eiuzeliicu mit der Gesammtheit vermengen. Man sage z. B. nicht: Alle Wiener sind denkscheu. Der Redner machte dann die Anwendung aus die Beurlhei luug gegen die Inden; die Schrift sagt von der Para abuma sie hat keinen Fehler, weil sic kein Joch trug, und Israel, das so lange unter dem Drucke des schwersten Joches seufzen mußte sollte fehlerfrei sein? IV. Israels Priester. 1. Was Israel unter den Völkern das sei der Priester in Israel. Die Priester bildeten aber keine Kaste, daher unterlagen sie der gewöhnlichen Gerichtsbarkeit Synh. 2. durften keinem Stamme den Besitz entziehen, sie lebten von den Gaben, sie mußten sich um die Gesundheit und Reinheit eines jeden Israeliten kümmern, um nicht ihren Geist aus Kosten des Körpers zu überheben; sie mußten allem Todten fern bleiben, ihr Dienst sei der des Lebens; dem priesterlichen Einfluß wurde der Richter und Prophet entgegen gesetzt. Indessen waren nicht die Priester, dieß II., sondern die Propheten die Verthetdiger der jüdischen Fahne. Die Priester des 2 Tempels w urden entartet, aber dafür entstanden die Gelehrtenschnlen , welche nach der Zerstörung des Tempels blieben. V. Israels *) Die Ortodorie wird diese Auslegung beanstanden, indem da- Lurch d. leibliche Auferstehung ideatisirl wird. Die Priorität dieser Dentung gehört. Krochmal. S. Chalu; 4, 21.

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