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Ben Chananja · 1862-10-03 · 39 (3.10.1862) · p. Seite 332

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
39 (3.10.1862)
Date
1862-10-03
Page
Seite 332 (sequence 8)
Language
German
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332 Theile wird gesagt, daß daö jüdische Fremdengesetz ein Ghrenzeuge ist unserer Vergangenheit. Ein Israelit soll sich sogar erfrecht haben, den Talmud als den Feuerherd der Unduldsamkeit und Lieblosigkeit darzustellen. Wir möchten dieses Ungethüm beim Namen nennen hören. — Der Redner zeigt, wie aus solchen Stellen nicht Israels Lehre und nicht Israels Geist redet, wie sie nur der Jammerschrei der Verfolgten waren. Dieses Gesetz ist für uns aber auch ein Hoffnungs-Anker der Zukunft, daß cö in dem Reiche Gottes kein Fremdengesetz mehr geben, kindliche und brüderliche Liebe walten und herrschen wird. Die letzte Predigt dieser Abtlicilung ist überschricben ״die Lichtseiten des ZudenthumS in der Zerstreuung." Im ersten Theile wird die GntwickelungSfähigkeit des ZudenthumS gezeigt, die Stelle Menachoth 29, 2 allegirt und dahin gedeutet, wie der Geist des ZudenthumS zu allen Zeiten die Knospen der Buchstaben sprengte, wie er hinaustrat in veränderte Zeit- und OrtSvcrhältniffe, sich lebenskräftig entwickelte, neue Blüthen trieb, neue schützende Formen sich schaffte. Fortsetzung folgt. N e p l L k. Gegen die Bemerkungen des Herrn Rabb. De. Schmiedel (oben 264) spricht d. Beer Scheda, ans den ich mich berief, aus die unzweideutigste Weise. Auch Maimouides Teschuba 3, 0. führt an והכופרים בחהה״כל ובביאת הגואל schlecht hi»; vergl. Albv's Zkarim I. 1 und 2, IV. 35 und 42, über diese Materien, und be- Haupte ich daher noch immer, daß es nie, weder Raschi noch Alsachar eingefallen ist, den מודה ומאמין בתהה״מ אלא שכופר במדרשי חדל שהוצהאוה מה" ת wie etwa a» den Derusch הנך שוכב עסאבותך וקם und bergt, als einen כופר zu stempeln; da man wohl תה״המ als einen אמונה מפורסמת באומה ואינה מפורשת בתורה כהל״כי annehmen konnte. Allenfalls kann dies niemals UNrer den Worten: ״Alles nur von der Schrift n. nichts von der bloßen Forschung abhängig sein lassen" subsumirt werden; da ,האמונה״י וההל״מ nich von der Forschung abhängen. Erst bei unseren GlaubenSgenoffen deutscher Abkunft in späterer finstern Zeiten, wie die des ר״י בעה״ם , als man dem tobten agadischen Buchstaben übertrieben huldigte, konnte man einer so seltsamen Behauptung Raum geben, und dennoch fiel cS N. Jakob nicht ein, solche im Tue als Halacha auszustellen. Hingegen ist die Stelle Mel. 8, 11, echt talmndisch und verdankt ihren Ursprung einem Midrasch א״רי חסידי או" ה שמענו שיש להם הלעה״ב חכמי זאדה לא נתפרש לנו; איזה חסיד אדה, זר. ^מקבל ע4יו ד מצות מפני שהן כרתובין בתורה; חכם אדה, זה העושה אותן מפני שקול דעתו (Biog. R. Salomon Wilnaers ^35 תולדות אר, a.) Nur schade, daß er nicht angab, wo die Midraschstelle zu finden sei*); er korrigirte demnach auch sehr richtig ולא in אלא מחכמיהם welches schon aus AlschakerS B. G. A. 117 erhellt. (Vgl. Chajos 25 אלה המצות, b.) Nebrigens bemerke ich dem Hrn. Dr. Schmiedl, daß Maim's löbliche Absicht nicht zu verkennen sei, wenn er im Moreh die allegorische Interpretation angewrndet hat, um die beiden, zwar verschiedenen, bei ihm aber in gleich großer Achtung stehenden unbestreitbar *) Die Stelle ist wol apokrif; in d. thalm. und midr. Literatur kommt שקול הדעה in dem hier vorausgesetzten Sinne schwerlich vor. S. Sanh. 33, a. Red. ren Wahrhettöqucllcn, nämlich die Bibel und die Filosofie, anSzugleichen, was schon zum Theil vor ihm versucht wurde und wovon er von Jugend an durchdrungen und später überzeugt war. Allein Alsachar, dem die geoffenbarte Wahrheit in der Bibel über Alles galt, n. der d. Filosofie, nur in sofern sie nicht jener zuwiderlanfe, Geltung einräumtc, wollte die Schrift nur treu ihrem schlickten Wortfinue und nicht allegorisch erklärt wissen. Dies that eben der alle Offenbarung leugnende Spinoza in entgegengesetzter Absicht, um den niedrigen Standpunkt derselben in der Sphäre des Wissens äugenscheinlicher zu machen, und sie beim freidenkende» Leser in Mißkredit zu setzen. So aufgefaßt, ist jeder dieser großen Denker von seinem Standpunkte ans gerechtfertigt, und der vorurtheilSfrcic Leser, zu wclchcr Fahne er auch schwören mag, wird nie den Maim. eines tyranisircnden Systems oder einer Intoleranz beschuldigen noch seine Ausrichtigkeit antasten und ibn einer Halbheit zeihen, wie es den Herren S. D. Luzzato und Dr. A. Geiger beliebte. Galatz, 20. September. H. M. PiurlcS. NE" Wegen der h. Festtage erscheint die nächste Nummer des ״Sen Chananja" am 13-ten Oktober. Die Leser werden durch Seilagen entschädiget werden. Inserate. Anstellung 2-3 eines Lehrers und einer Lehrerin israMischen MMerlielimlMlistiill Zur Besetzung dieser in Erledigung kommenden und mit einem Collectivgehalt von 1000 fl. ö. W. nebst Emolumenten und freier Wohnung verbundenen Stellen wird der Konkurs ausgeschrieben. Zsraelitische, in Jahren nicht zu sehr vorgerückte Ehepaare, welche sich um diese Stellen bewerben wollen, haben ihre Onalifikation, namentlich sowohl in Betreff strenger Ncligiösität und Sittlichkeit, als theoretischen, so Ivie im Umgang mit kleinen Kindern erlangten praktischen pädagogischen Wissens nachznweisen, und ihre gehörig belegten Gesuche bis 15. Oktober d. I. in der Kanzlei der israelitischen Kinderbe- Wahranstalt, Brandstatt, Gnndelhof 588 2-te Stiege, 2-ter Stock, abzngeben. Ehepaare, die sich über ihre Leistungen an einer israelitischeu Kinderbewahranftalt vortheilhaft auszuweisen vermögen, werden bevorzugt. Für isr. Äeltrrii!!! a3־־ Der Gefertigte übernimmt Zöglinge, welche eine der hiesigen Lehranstalten besuchen, gegen billige Bedingniffe in Pension. HEINRICH REISS, königl. Musterhauptschullehrer und suppl. Professor a. d. HandelS-Akademie zu Pest. (Herminenplatz, Nro 12.) Lzegedin, Aelbstverlag der Ncdalrtton. Leipzig, Üomintsflous-Vcrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Ein halber Bogen Beilage.

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